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05.11.2018

"Mischlingskind, hau ab": Hass-Tweet gegen Ulmen-Fernandes

Moderatorin wurde auf Twitter rassistisch angefeindet. Plattform weigerte sich zunächst, Hass-Kommentar zu löschen.

"Hab mir grad mal deinen Wikipedia Eintrag angeschaut. Du bist ja vollkommen vermischt, vermanscht und verkötert. Kleines Mischlingskind, hau ab aus Deutschland" – mit diesem fremdenfeindlichen Tweet sah sich Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes auf Twitter konfrontiert. Die Kurznachrichten-Plattform sah aber offenbar keinen Bedarf, etwas gegen die Beleidigungen zu unternehmen.

Anfeindungen blieben zuerst ungestraft

Ulmen-Ferndandes, deren Vater Inder mit portugiesischer Abstammung und ihre Mutter Deutsche mit ungarischen Wurzeln ist, meldete den Tweet. Die Antwort, die sie daraufhin von der Social Media-Plattform bekam, ließ allerdings zu wünschen übrig.

"Wir haben den gemeldeten Inhalt untersucht und konnten keinen Verstoß gegen die Twitter Regeln (...) oder entsprechende Gesetze feststellen. Wir sind deswegen dazu nicht aktiv geworden", ließ Twitter die 37-Jährige wissen.

Schließlich platzte ihrem Mann, Schauspieler und Produzent, Christian Ulmen der Kragen. Der 43-Jährige postete die automatisch wirkende Antwort der Kurznachrichten-Plattform und schrieb selbst dazu: "Ach, @TwitterDE, bekomm das doch mal in den Griff endlich!"

Ulmens twitterkritisches Posting wurde binnen weniger Stunden über 5.000 Mal gelikt. User zeigten sich zudem darüber entsetzt, dass ein Kommentar mit volksverhetzendem Inhalt durch das Kontrollraster fallen konnte.

Debatte auf Twitter

"Diese Äußerungen haben doch aber nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun. In meinen Augen ist das wohl sehr beleidigend", schrieb unter anderem ein User. "Ekelerregend. Wie unfassbar tief kann man sinken, solch einen menschenverachtenden Bullshit öffentlich zu posten", kommentierte ein anderer.

"Wenn ein 'soziales Netzwerk' wie Twitter diesen rassistischen Müll toleriert und verharmlost, legitimieren sie das als sozial verträglich", stellte eine Nutzerin fest. 

Ein weiterer User erzählte von ähnlichen Problemen mit Twitter: "Habe mal jemanden gemeldet, der meinte, dass man Flüchtlinge abschießen sollte". Erst nach Monaten sei diese Person gesperrt worden.

Erst da sah sich der Mikrobloggingdienst offenbar gezwungen, zu reagieren. Der fremdenfeindliche Tweet gegen die Moderatorin wurde gelöscht. Der Account der Person, die Ulmen-Fernandes angefeindet hatte, wurde inzwischen gesperrt.

Die späte Sanktion wird ebenfalls kritisch kommentiert.

"Na geht doch, müssen erst 100k Nutzer das Offensichtliche melden, sonst reicht es für @TwitterSafety wohl nicht, solche Accounts zu sperren. Schäm Dich", so ein Nutzer.