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18.01.2018

Kohls Witwe fühlt sich "zum Abschuss freigegeben"

Die Frau des verstorbenen deutschen Altkanzlers wehrt sich gegen Behauptungen seiner Söhne.

Maike Kohl-Richter, die Witwe des früheren deutschen Kanzlers Helmut Kohl, hat sich über unwahre Behauptungen und Beschimpfungen beklagt. "Ich fühle mich wie Freiwild, das zum Abschuss freigegeben ist", sagte die 53-Jährige der Illustrieren Stern in ihrem ersten Interview nach dem Tod Kohls vor gut einem halben Jahr laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

In dem Gespräch griff Kohl-Richter auch Kohls Söhne aus dessen erster Ehe mit Hannelore Kohl scharf an. Ihr Mann habe sehr darunter gelitten, dass Peter und Walter Kohl die Vater-Sohn-Beziehung "zum Geschäftsmodell" gemacht und den Weg in die Medien gesucht hätten. Das Verhältnis von Kohl zu seinen Söhnen galt als zerrüttet, beide waren nicht bei der Beerdigung des Vaters.

Als Monster dargestellt

Nach ihrer Wahrnehmung gelte aber nur sie selbst als böse, sagte Kohls zweite Frau: "Mein Mann und ich werden als maximal unversöhnlich dargestellt, und ich gelte als Monster, das die armen Kinder von Vater und Großvater fernhält." Kohl-Richter bestätigte, dass die Söhne und ihre Familien zu Kohls Lebzeiten eine Million Euro erhalten hätten, um Erbstreitigkeiten zu vermeiden.

Testament schon 2007 veranlasst

In dem Streit um die in Kohls Privathaus in Ludwigshafen-Oggersheim lagernden Akten des Altkanzlers sieht sich Maike Kohl-Richter dem Interview zufolge im Recht.

"Mein Mann hat bereits 2007 handschriftlich testamentarisch verfügt, dass ich bezüglich seines Lebenswerks seine legitime Alleinerbin und Ansprechpartnerin sein soll", zitierte der Stern Kohl-Richter. "Ich würde mir von manchem mehr uneigennützige Unterstützung wünschen und weniger Eifersüchteleien."

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APA/AFP/ DANIEL ROLAND
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Widow of former German Chancellor Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, (L) and former US President Bill Clinton attend a military honors ceremony for late former Chancellor Helmut Kohl on July 1, 2017 after a military service at the cathedral in Speyer. Helmut Kohl, the former German chancellor who seized the chance to reunite his country after years of Cold War separation, died at the age of 87 on June 16, 2017. / AFP PHOTO / Daniel ROLAND

Dem von 1982 bis 1998 amtierenden Kanzler sei es wichtig gewesen, "dass der Nachlass zusammenbleibt und seriös zugänglich ist". Dazu führe sie Gespräche, aber die Entscheidung etwa über eine Helmut-Kohl-Stiftung müsse in Ruhe getroffen werden.

Das Bundesarchiv in Koblenz hatte bereits kurz nach dem Tod Kohls in einem Brief an dessen Witwe die Herausgabe der Akten erbeten, um diese der Forschung zugänglich zu machen.