Lena Dunham - das neue Wunderkind

Die preisgekrönte Erfinderin und Hauptdarstellerin von "Girls" wird bereits als "Wunderkind" gefeiert.

2013 gab es zwei Golden Globes und dann fast gleichzeitig auch noch mehr als 1,5 Millionen Zuschauer zum Auftakt der zweiten Staffel der von ihr kreierten Fernsehserie "Girls". "Es gibt keine Worte, um diesen Abend zu beschreiben", twitterte Lena Dunham damals. "Ich bin so glücklich." Es war der vorläufige Höhepunkt einer unglaublichen Erfolgsgeschichte: Noch vor knapp zwei Jahren kannten nur einige Film-Nerds die junge Schauspielerin, Regisseurin und Schriftstellerin, ... ... mittlerweile scheint ganz Amerika dem Lena-Dunham-Fieber verfallen. Als "Wunderkind" feiern sie die Medien, das mit der Serie "Girls" auf einen Schlag das Image von jungen Menschen unter 30 verändert habe. Oder mit den Worten der "Huffington Post": "Lena Dunham ist überall". Der TV-Sender HBO, wo "Girls" zu sehen ist, hat dabei kräftig nachgeholfen: Zum Beginn der zweiten Staffel pflasterte der Sender ganz New York mit Plakaten zu. Lena  guckt von den Bussen der Stadt - genau dort wo früher das Gesicht von Sarah Jessica Parker als Carrie Bradshaw prangte.
Darunter steht das Motto der Serie: "Almost getting it sort of together" (Irgendwie bekommen wir es fast schon hin). Dunham hat "Girls" nicht nur geschrieben, sie fungiert bei den meisten Folgen auch als Regisseurin und spielt die Hauptrolle. Die Serie, die in Deutschland vom Bezahlsender "glitz" gezeigt wird, handelt von vier jungen Mädls, die in Brooklyn leben, gerade mit dem College fertig geworden sind und nun nicht so wirklich genau wissen, wohin mit ihnen. Der große Erfolg lässt bei allen auf sich warten. Hannah (Dunham) will Schriftstellerin werden, ... ... ihre beste Freundin Marnie (Allison Williams, li) arbeitet in einer Galerie, Jessa (Jemima Kirke, Zweite von links) geht hauptsächlich feiern und Shoshanna (Zosia Mamet, rechts) will vor allem dringend etwas gegen ihre Jungfräulichkeit unternehmen. Als "Sex and the City 2.0" wird die Serie in den USA gefeiert: Sie zeige die Generation junger Frauen von heute und sei zudem deutlich realistischer als die zum Kult avancierte Glamour-Serie, ... ... in der sich Carrie Bradshaw allein durch eine Zeitungskolumne eine schicke Wohnung an der noblen Upper East Side, einen Schrank voller Designer-Schuhe und unzählige Cosmopolitans finanzierte. Die "Girls" haben all das nicht: Keine schicken Klamotten, kein Geld, (fast) keine reichen Liebhaber und kein echtes Selbstvertrauen. "'Girls' ist eher eine Vorstufe von "Sex and the City"", sagt Dunham. "Die Charaktere von "Sex and the City" haben bereits herausgefunden, was sie im Leben wollen. Das fehlt den Mädels in "Girls" noch." Die Serie hat Dunham, die zuvor nur mit ihrem kleinen Independet Film "Tiny Furniture" Aufmerksamkeit erzeugte, innerhalb von wenigen Monaten zum großen Star katapultiert. Mehr als eine 1,7 Millionen Menschen folgen der New Yorkerin auf Twitter, Terry Richardson und Annie Leibovitz wollen Fotos von ihr machen. Und das alles, obwohl - aber auch gerade  weil - Dunham auf den ersten Blick nicht aussieht wie ein Hollywood-Star. Sie hat Tattoos, ist klein, dicklich - und scheut sich aber dennoch nicht, all ihre Schönheitsmakel in epischer Breite auf der Leinwand zu zeigen. "Glückwunsch an Lena Dunham. Es ist heutzutage so schwer für kleine dicke Mädels etwas auf die Beine gestellt zu bekommen", ätzte der US-Radiomoderator Howard Stern einmal. Und Dunham? Reagierte in der Talkshow von David Letterman mit dem ihr eigenen und scheinbar nicht enden wollenden ansteckend-fröhlichen Selbstvertrauen: "Das hat mir beste Laune bereitet. Auf meinem Grabstein soll einmal stehen: "Sie war ein kleines dickes Mädel und sie hat etwas auf die Beine gestellt."
(KURIER, apa) Erstellt am
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