Hefner verzeiht Harris via Twitter

Rosenkrieg doch noch abgewendet: Crystal Harris entschuldigte sich bei dem Playboy-Gründer via Twitter für ihre Äußerungen über seine Qualität als Liebhaber.

Alles wieder gut: Crystal Harris, Beinahe-Ehefrau von "Playboy"-Gründer Hugh Hefner, entschuldigte sich via Twitter für die Bemerkungen über ihren 60 Jahre älteren Ex-Verlobten. Die 25-Jährige nahm einige sehr private Äußerungen zurück, die sie zuvor in einem Interview mit dem Radiomoderator Howard Stern gemacht hatte. "Das Interview hatte mir Angst gemacht, er ist sehr barsch", schrieb sie. "Ich war unvorbereitet und habe Dinge ausgeplaudert, die ich nicht hätte sagen sollen. Es tut mir leid." Hefner hatte verstimmt reagiert und seiner Ex vorgeworfen, sie lüge. Jetzt nahm der 85-Jährige die getwitterte Reue - ebenfalls per Kurznachrichtendienst - gnädig auf: "Crystal hat sich für das Interview entschuldigt, das schätze ich. Es hatte nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun."

Zur Vorgeschichte: Playboy-Gründer Hugh Hefner ließ sich die Unterstellungen seiner Ex-Verlobten Crystal Harris nicht gefallen und rächte sich auf Twitter: "Crystal hat mich davon überzeugt, dass sie mich verehrt, das war die erste Lüge", stellte er fest und fügte hinzu: "Crystal tut mir leid, sie scheint verloren". Klang ein wenig nach Kindergartenstreiterei und gekränktem Stolz. Hef fühle sich bei seinen neuen Freundinnen Anna Sophie Berglund und Shera Bechard "besser aufgehoben". In einer weiteren Nachricht, die dem US-Boulevardmagazin People zufolge wieder gelöscht wurde, soll er Harris ebenfalls der Lüge bezichtigt und vermutet haben, sie habe einen neuen Freund. Der 85-Jährige reagierte damit auf das Radio-Interview mit Howard Stern, in dem Harris freizügig über ihr Sexleben mit dem Playboy sprach. Da könnte Hefner einem fast Leid tun. Zuerst die Demütigung kurz vor der Hochzeit verlassen zu werden und dann sorgte seine Ex-Verlobte auch noch dafür, dass sein Ruf als Liebhaber auf dem Spiel steht. Kein Wunder also, dass Hef Harris als Lügnerin bezeichnete. In dem Radio-Interview sprach die 25-jährige Harris über den wahren Grund des Beziehungs-Aus. Es lag an Hefners mangelnder sexueller Anziehungskraft: "Hef macht mich nicht an, sorry", sagte das Ex-Bunny in der US-Radiotalkshow. Ihr einziger Sex mit Hefner habe "nur zwei Sekunden" gedauert. Lag es möglicherweise daran, dass Hef bei einem Altersunterschied von 60 Jahren nicht nur ihr Vater sein könnte, sondern ihr Groß-, oder sogar Ur-Großvater? "Er zieht sein Gewand nicht wirklich aus ... Ich habe Hef nie nackt gesehen", fügte das Ex-Playmate hinzu. Da stellt sich nun die Frage, warum Harris im Dezember 2010 überhaupt "ja" sagte, als Hefner ihr einen Heiratsantrag machte. Das Ende ihrer Beziehung zu Hefner empfand Harris nach eigener Aussage nicht als belastend oder traurig: "Es ging irgendwie 'Ahh'. Dann war ich darüber hinweg. Ich bin einfach gegangen."

Über solch intime Geständnisse seiner Ex-Freundin war der Playboy natürlich nicht erfreut, aber die beiden haben sich ja wieder verziehen. Hef ist es wahrscheinlich sowieso egal, denn kurz nach der Trennung hatte er schon ein neues "Bunny" an der Hand. Anna Sophia Berglund (im Bild links neben Hefner), Jänner-Playmate dieses Jahres, zog als Harris' (im Bild rechts neben Hefner) Nachfolgerin in das Schlafzimmer von Hugh Hefner ein.  Die beiden sollen sich bereits gegenseitig "Babe" nennen. Pikantes Detail: Die 25-Jährige, die eine enge Freundin der gleichaltrigen Crystal war, sollte bei der Hochzeit eigentlich die Rolle der Brautjungfer einnehmen. Crystal Harris antwortete auf die Frage, weshalb sie die Hochzeit platzen ließ: "Ich wollte ehrlich zu mir selbst sein und das tun, was für jeden am besten war. Es war eine Entscheidung zwischen uns beiden. Ich werde ihm den Ring zurückgeben. Ich möchte einfach weitermachen." Damals verriet die 25-Jährige noch keine schlüpfrigen Details. Es gab viele Spekulationen, warum Hefners Verlobte die Hochzeit mit Playboy-Gründer Hugh Hefner (85) absagte. Nach zwei Jahren Beziehung und einem halben Jahr Verlobung kam die Blondine tatsächlich zu der Erkenntnis: "Sein Lebensstil ist nicht normal. Es ist einfach nichts für mich, andauernd mehrere Mädchen um mich herum zu haben, eben dieser ganze Playboy-Rummel", Über diese Erleuchtung sprach sie in einem Radio-Interview, doch damit nicht genug: Crystal Harris, selbst Bunny in der Playboy-Villa, hatte Probleme mit den Playboy-Häschen. Stellt sich nun die Frage: Was hatte sie erwartet, wenn sie den Hasen-Vater heiraten wollte? Nach diesen wirren Aussagen ist es nun kein Wunder, dass die Blondine zugab schon länger Bedenken zu haben. Hätte sie Hefner geheiratet, dann würden Bunnies und Hefners Vorliebe für hübsche junge Damen zu ihrem Alltag gehören. Da stellt sich jedoch eine weitere Frage: Warum ließ sich Harris mit Hefner überhaupt ein? Schließlich ist sein pikanter Lebenswandel seit über 60 Jahren bekannt. Auch wenn das lange vor der Geburt der 25-Jährigen war, kann es kaum an ihr vorüber gegangen sein. Doch laut Harris sei "alles so schnell passiert und dann sollte auch noch eine Sendung darüber gedreht werden." Hefner hatte an Weihnachten um die Hand seiner jungen Freundin angehalten. Rund 300 Gäste sollten an der Hochzeit an diesem Samstag teilnehmen.

Dennoch kam das Aus nur vier Tage vor der Hochzeit überraschend. "Die Hochzeit findet nicht statt", twitterte Hefner am Dienstag. "Crystal hat es sich anders überlegt". Damit hat Ober-Playboy Hugh Hefner nach 58 Jahren wohl sein Image als Frauenheld verloren. Und noch schlimmer: Laut Radaronline hat das Ex-Playmate Hefner wegen eines Anderen verlassen: Jordan McGraw ist nicht nur um 60 Jahre jünger als der 85-jährige Hef, sondern auch noch der Sohn des amerikanischen TV-Moderators "Dr. Phil". Der Talk-Star verdient mit seiner Sendung Millionen. Bisher dementierte Harris jedoch, dass ein anderer Mann der Grund für die Absage sei. Erst hatte die Welt geglaubt, der 85-Jährige hätte endlich die große Liebe gefunden. Die Eckdaten: Die Blondine heißt Crystal Harris, ist 25 Jahre jung und wurde 2009 zum Playmate des Jahres gekürt. Dies wäre Grund genug für den umtriebigen Verlagsmanager  gewesen, nach zwei gescheiterten Ehen ein drittes Mal "Ja" zu sagen. Am 18. Juni hätte der Erotikkönig seine um 60 Jahre jüngere Verlobte heiraten wollen – ohne Ehevertrag versteht sich. Denn: "Das würde die Romantik der Hochzeit zerstören", so der Playboy-Gründer. Seine insgesamt 6 Kinder hätte das vermutlich nicht gefreut, denn schließlich wird sein Vermögen auf mehr als 40 Millionen Dollar geschätzt. Für die nun abgesagte Zeremonie hatte der Selfmade-Millionär, der 1953 das wohl berühmteste Männermagazin der Welt gründete, weder Kosten noch Mühen gescheut: Schließlich hätte seine Liebste die Hochzeit ihrer Träume bekommen sollen. Auf die Unschuldsfarbe Weiß wollte die ehemalige Psychologiestudentin jedoch verzichten: "Ich liebe Rosa! Das Kleid wird daher pink sein, und Hef wünscht sich viele bunte Farben!" 300 Gäste hätten der Zeremonie in der Playboy-Mansion in Holmby Hills beiwohnen sollen. Hef lernte seine junge Ex-Verlobte 2008 bei einer Halloween-Party kennen. "Dann kam ich immer wieder übers Wochenende, und der Rest ist Geschichte", verriet die Blondine. 

(Bild: Hefner mit Pam Anderson) Noch bis 2005 lebte der Womanizer mit sieben Frauen im Alter von 18 bis 28 Jahren zusammen, ab dann "nur" mehr mit drei Mitbewohnerinnen. 2009 änderte er noch einmal die Belegschaft: Crystal Harris zog mit den Zwillingen Kristina und Karissa Shannon ein – bis die beiden 2010 die Mansion verließen.

(Bild: Hefner und die Promis - diesmal mit Paris Hilton) Am 9. April wurde der Lebemann übrigens das, was ihm kaum einer zugetraut hatte: 85 Jahre alt. Hier ein Rückblick auf sein bisheriges Leben.

Bei großen Journalisten denken viele an "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein oder die "Washington Post"-Mitarbeiter, die den Watergate-Skandal aufgedeckt haben. Einer wird gern vergessen, obwohl auch er die Gesellschaft kräftig umgekrempelt hat: Hugh Hefner gehört mit seinem "Playboy" zu den erfolgreichsten, umstrittensten und auf jeden Fall skurrilsten Journalisten des 20. Jahrhunderts. Sein Leben könnte dem eigenen Magazin entsprungen sein. Denn Hefner hat kaum etwas ausgelassen, auch wenn er in sehr geordneten Verhältnissen aufwuchs. Beide Eltern waren Lehrer und der Vater ein Nachkomme von William Bradford (1590-1657), dem Führer der Auswanderer vom Schiff "Mayflower". Der Mann, auf den auch das Erntedankfest in den USA zurückgehen soll, war Puritaner und wollte von Vergnügen wie Tanz und Wirtshaus nichts wissen. Sex außerhalb der Ehe war ebenso Teufelswerk wie der Anblick unbedeckter Körperteile. Und solch ein Mann bekam einen Nachfahren wie Hugh Hefner. Hefner war schon immer ein Mann, der die Frauen lieber "begreift" als versteht. Er sah sich immer als Ästhet: Was sei denn dran an einer nackten Frau, das sei doch etwas unschuldiges, natürliches und schönes? Und viel zu selten zu sehen in den prüden Vierzigern. 

(Bild: Holly Madison, Hugh Hefner und Anna Nicole Smith, 2004) Dabei war sein Arbeitgeber, das Herrenmagazin "Esquire", schon weiter als andere und veröffentlichte die heute legendären Pinup-Zeichnungen von Alberto Vargas. Aber Hefner (hier auf einem Öl-Gemälde von Herb Davidson im Jahr 1970 zu sehen) war das nicht genug und als der "Esquire" ihm ein paar Dollar Lohnerhöhung nicht geben wollte, stieg er aus. Er nahm Kredite auf, belieh seinen Hausrat und fragte seine Mutter um Geld. Im Dezember 1953 kam das erste Heft auf den Markt - ohne Datum, denn eine zweite Ausgabe war fraglich. 

(Bild: Hefner im Jahr 2000) Aber ihm half das Titelmädchen. Das hatte vier Jahre zuvor ein paar Nacktbilder von sich knipsen lassen, als es noch Norma Jeane Baker hieß. Inzwischen war daraus Marilyn Monroe geworden - und Hefner wurden die Hefte, mit 50 Cent nicht billig, aus den Händen gerissen.

(Bild: Hefner, Bunnys und ein Foto von Marilyn Monroe) Wer zog sich in den Jahren darauf nicht alles aus für das Hochglanzmagazin mit der Ausklappseite: Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, LaToya Jackson, Nancy Sinatra, Katarina Witt und Tanja Szewczenko, Farrah Fawcett und zuletzt sogar Zeichentrickmutter Marge Simpson. So illustre Gestalten die Heftmacher auch für ihre Interviews gewinnen konnten, berühmt wurde der "Playboy" wegen seiner Fotos. Das wurde auch zum Problem. In dutzenden Ländern, zum Beispiel fast allen muslimischen, ist er bis heute illegal. In der DDR war er als "Schmutz- und Schundliteratur" verboten. In Irland liegt er erst seit 1995 wieder am Kiosk. Auch in den USA bekam Hefner hunderte Anzeigen. Im Juni 1963 wurde er sogar festgenommen, aber zu einer Verurteilung wegen "Obszönität" kam es nicht. 

(Bild: Hefner mit Al Jarreau, 1998) Jahrzehntelang blieb Hefner ein Lieblingshassobjekt religiöser Fundamentalisten, rechter Tugendbewahrer und linker Feministen, die moralisierend mit Gerichtsbeschlüssen, Boykottaufrufen, Farbsprays und sogar Molotowcocktails gegen die Nackerten zu Felde zogen. Doch es blieben genug andere, die das Heft kauften, genauso wie die Kalender, die Videos und was es sonst noch alles gab. Immer mit dem "Bunny", dem Häschen mit der Fliege, das sich auf dem Heck von Sportwagen genau so fand wie auf dem junger Mädchen. 

(Bild: Playmate des Jahres 1999, Heather Kozar) Hefner feiert seine Partys, lässt sich mit blutjungen Mädchen sehen und scheint es heftiger zu treiben als der halb so alte Charlie Sheen. Bis zu einem halben Dutzend Frauen sollen es zuweilen sein, jede könnte locker seine Enkelin sein. Doch das Imperium bröckelt, seit nackte Haut im Internet leichter und billiger zu beschauen ist. Hefners Tochter Christie konnte als Chefin nicht verhindern, dass das einstige Flaggschiff Schlagseite bekam und die Auflage einbrach. Seit zwei Jahren gibt es nur noch elf Ausgaben im Jahr. Hefner verkaufte gar sein Anwesen, um Geld locker zu machen. Der "Playboy" ist immer noch eine Institution, aber Anfang April 2011 stand die Aktie bei gerade mal 6,22 Dollar (4,40 Euro) - dafür bekommt man am Kiosk nicht einmal das aktuelle Heft.
(apa, dpa, KURIER, KURIER.at / lyk, big, Nina Ellend) Erstellt am
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