Phönix
03/13/2017

Panettiere: "Bin abgestürzt, verbrannt und wieder auferstanden"

Sie ist 1,53 Meter klein, aber eine große Kämpferin

Sie ist 1,53 Meter klein, aber eine große Kämpferin: Die US-Schauspielerin Hayden Panettiere (27), als TV-Serienstar ("Nashville") und als Partnerin des ukrainischen Boxhelden Wladimir Klitschko (40) zu Weltruhm gelangt. Mit ihrer zweijährigen Tochter Kaya Evdokia pendeln die beiden, die gut 45 Zentimeter trennen, zwischen Hamburg, Kiew und Tennessee und verbringen ihre Freizeit am liebsten beim Stanglwirt in Going (Tirol). Hayden hatte ihren erster Auftritt mit elf Monaten in einer Spielzeugwerbung und ist der rare Fall eines Kinder-stars, der drogen- und skandalfrei erwachsen wurde. Im KURIER-Talk spricht sie offen über ihre schlimmsten Zeiten.

Kurier: Wir haben uns zum letzten Mal vor zwei Jahren gesehen…

Hayden Panettiere: Nein, länger! Zweieinhalb, denn meine Tochter ist am 9. Dezember zwei geworden, und ich war da noch schwanger, und zwar noch nicht hochschwanger. Ich bin ja nachher noch ordentlich explodiert!

Wie hat Ihre Tochter Ihr Leben verändert?

Keiner kann dich darauf vorbereiten, was es bedeutet Mutter zu werden. Oder Vater. Während der gesamten Schwangerschaft bin ich im Kopf Szenarien durchgegangen, was ich in dieser oder jener Situation machen, wie ich reagieren würde. Ist alles kompletter Unsinn. Die Realität ist immer anders. Bevor das Kind draussen ist, ist alles nur ein ein Ratespiel.

Als Sie schwanger waren, ging die Figur, die Sie in Nashville spielen – Juliette Barnes – ebenfalls durch eine Schwangerschaft. Danach sprachen Sie offen über Ihre postnatale Depression, und Juliette machte in der Serie dieselbe Erfahrung. Wie sehr spiegeln Ihre Rollen Ihr Leben wider? Oder ist das alles Zufall?

Ja, ich war mir da selbst nicht ganz sicher, ob das Leben die Kunst oder die Kunst das Leben imitiert. Die Schwangerschaft in der Serie war Zufall. Die Depression nicht. Der positive Aspekt ist sicher, dass ich die Rolle sehr gut verstanden habe. Ich konnte in die Tiefe gehen, weil ich sie selbst erlebt hatte. Auf der negativen Seite, war es aber auch viel schwieriger als andere Rollen, denn ich war und bin der Meinung, wenn dir etwas sehr nahe ist, dann gehen die Mauern hoch, weil du dich schützen willst. Aber es ist natürlich kein Zufall, dass ich mich seit der Geburt meiner Tochter zu Filmen hingezogen fühle, die mit Müttern und Kindern zu tun haben. Ich habe kürzlich einen TV-Film gemacht, Custody, in dem ich eine Anwältin spiele, die für ihre Klientin um das Sorgerecht kämpft. Und ich könnte jetzt sagen, ich wollte die Rolle, weil ich vorher noch nie eine Anwältin gespielt habe. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Denn mir wurden Rollen dieser Art schon angeboten. Dass ich sie jetzt angenommen habe, ist kein Zufall.

Was wollen Sie Frauen sagen, die wie Sie durch eine postnatale Depression gehen?

Es ist sehr schwer in Worte zu fassen, aber man wird stärker, wenn man es einmal überwunden hat. Leicht ist es nicht, denn man hat anfangs keine Ahnung, was da mit einem passiert. Und es gibt immer wieder Menschen, die nicht glauben, dass eine postnatale Depression eine wirkliche Erkrankung ist, und die dir dann einreden, dass du dir alles nur einbildest. Daher fühlst du dich schrecklich allein gelassen. Aber ich fühle mich wie der Phönix aus der Asche. Ich bin abgestürzt und verbrannt und wiederauferstanden. Und bin dadurch ein neuer, ein stärkerer Mensch geworden.

Sie leben in Nashville, wenn Sie die Serie drehen, Wladimir lebt in Hamburg und trainert viel in Österreich. Wie oft sind Sie zusammen?

Wir reisen ständig hin und her. Die Serie nimmt zehn Monate im Jahr in Anspruch, und deshalb muss ich auch sagen, dass Nashville meine Heimat wurde, was völlig irre ist, weil ich mich noch allzu gut daran erinnere, wie fremd ich mich dort anfangs gefühlt habe. Aber ich bin nicht in jeder Szene und das gibt mir genug Freizeit, dass ich mich ins Flugzeug setzen und nach Deutschland oder Österreich oder in die Ukraine fliegen kann, wenn Wladimir dort ist. Wir versuchen nie mehr als seine Woche getrennt zu sein. Und wenn ich sehr viel arbeite, dann ist sie bei ihm. Es erstaunt mich immer wieder, wie schnell Kinder wachsen. Sie ist jetzt zwei und wenn ich sie eine Woche nicht sehe, merke ich sofort eine Veränderung. Und eins habe ich längst begriffen: unsere Kinder zahlen uns alles zurück, was wir unseren Eltern angetan haben!

Wieviel Sprachen spricht Kaya?

Zwei praktisch fliessend – Deutsch und Englisch – und Russisch auch ein bisschen. Es ist grossartig, ihr dabei zuzuhören. Sie war keine drei Monate alt, als sie ihren eigenen Reisepass bekam. Und eine Woche alt, als sie ihren ersten Acht-Stunden-Flug absolvierte. Sie ist eine kleine Weltreisende. Wir waren vor kurzem in Going, wo Wlad trainiert. Er hat ja bald einen Kampf, ist derzeit in der Ukraine und fährt dann gleich wieder nach Kitzbühel. Wir waren alle zusammen beim Stanglwirt und die Kleine hat mit anderen Kinder gespielt und ist sofort zu Deutsch gewechselt. Beim Abschied hat sie dann ‘tschüss’ gerufen. Sie weiß instinktiv, wen sie in welcher Sprache anreden soll. Sie schaut ihren Papa an und spricht Russisch oder Deutsch und mit mir ohne nachzudenken Englisch. Kinder sind kleine Wunder, und ich könnte mir mein Leben ohne meine Tochter nicht mehr vorstellen. Alles vorher ist wie verschwommen.

Fördern kurze Trennungen die Beziehung?

Ich kann mit Bestimmtheit und aus Erfahrung sagen, dass Distanz dem Herzen gut tut. Ich habe Wlad mit 19 kennengelernt. Jetzt bin ich 27. Ich liebe es, dass er sein Leben hat und ich meines. Und wir treffen uns elegant in der Mitte. Und ich liebe es, dass ich meiner Tochter vorleben kann, was eine starke Frau ist. Was sie erreichen kann, wenn sie will. Und verstehen Sie mich nicht falsch – sie ist ein Papa-Mädchen, sie ist völlig besessen von ihrem Papa, auch darin ist sie ein richtiges Mini-me. Dazu kommt, dass uns nie fad wird, wir sind alle drei Feuerzeichen: Wlad ist Widder, ich bin Löwe, sie ist Schütze. Ein Wahnsinn.

Wem schlägt sie nach?

Ich bin etwas enttäuscht, dass sie ganz bestimmt grösser sein wird als ich! (lacht). Was erstens nicht schwer und zweitens eh klar ist, bei einem 1m98 grossen Vater. Sie geht jetzt schon in meinen Kleiderkasten und probiert meine Stöckelschuhe an. Dann stelzt sie komplett nackt mit nur neongrünen Socken in meinen Stilettos rum. Und weil sie grösser werden wird als ich, werden ihr meine Klamotten wohl schon mit zehn nicht mehr passen.

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