Alexander Goebel

© KURIER/Jeff Mangione

Bühnen-Comeback
02/03/2015

Goebel: "Wer nicht liebt, ist uncool"

Nach zwei Jahren steht Alexander Goebel am 16.2. wieder auf der Bühne.

Eines gleich vorweg: Das Wort "Cool" dominiert dieses Interview, aber schließlich dreht sich im neuen Bühnenprogramm (am 16.2. im Wr. Raimund Theater) von Alexander Goebel (61), dem einstigen "Phantom der Oper", dem "Sisyphus", dem "Der nackte Wahnsinn" in die Charts verhalf, alles um das Thema "Coolness." Wieso, erklärt er hier.

Herr Goebel, was ist cool?

Alexander Goebel: Cool-Sein hat etwas mit Authentizität zu tun. Cool ist man oder nicht. Wer versucht cool zu sein, ist schon uncool.

Warum genau das Thema?

Ich wollte ein Programm über Österreich schreiben, aber man riet mir davon ab, weil mir das als Deutscher nicht zustünde. Seltsam, aber da das Programm mein Brot für die nächsten drei Jahre sichern soll, wollte ich kein Risiko eingehen. Also habe ich mich dem Cool-Sein gewidmet, weil es stets eine Rolle in meinem Leben gespielt hat.

Inwiefern?

Ich habe das Wort das erste Mal als Kind von einem US-Soldaten gehört. Das hat mein Leben verändert, weil es alles beschrieb, was ich haben wollte: Ein cooles Leben.

Was ist ein cooles Leben?

In jedem Fall eines, das man nicht alleine führt. Wenn man mit Liebe nichts am Hut hat, kann man nicht cool sein. Umso schöner finde ich es, dass die Jungen wieder romantisch sind. Die junge Generation ist überhaupt sehr cool, finde ich.

Nicht zu angepasst, zu unauthentisch?

Möglich, aber wie willst du eine Revolution lostreten mit der Bankomatkarte im Sack? Andererseits sind diese Leute die App-Erfinder – und das finde ich sehr cool.

Führen Sie ein cooles Leben?

Ich schäme mich das zu sagen, aber ja, absolut! Weil ich das, was ich gerne mache, zum Beruf habe. Das ist oft mit Schmerzen verbunden, weil ich nie jemandem in den Allerwertesten krieche, um am Schirm zu sein. Das hat zur Folge, dass ich drei Mal so hart für den Ticketverkauf arbeiten muss. Aber das ist okay für mich.

Wann war es uncool?

Als ich zwischen 17 und 19 Jahren in Deutschland obdachlos war. Das war hart. Ich selbst habe mich auch oft uncool benommen – vor allem am Ende von Beziehungen, aber ich habe mich wenigstens später dafür entschuldigt. Und mir selbst gegenüber war ich auch oft sehr uncool, konnte mir nicht einmal Auftritte von mir auf Band ansehen. Heute weiß ich, dass das mit meiner Kindheit zusammenhängt, in der ich mich oft sehr ungewollt fühlte. Ich bin ohne Vater aufgewachsen und meine Mutter war kaum da.

Viele Künstler gelten privat als schwierig ...

Ich glaube ich bin mitunter schon schwer zu ertragen. (lacht) Ich quatsche unheimlich viel und mit 61 lässt auch schon mal "Schrulli-wood" grüßen. Manchmal fürchte ich direkt, soziophobe Züge anzunehmen. Das Leben mit mir ist also kein Honiglecken. Das weiß ich aber und nehme mich immer wieder an die Kandare.

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