Stars
05/02/2019

Gefeierte Schauspieler, die ihre eigenen Film meiden

Viele Schauspieler wie Jared Leto, Nicole Kidman und Tom Hanks weigern sich, ihre eigenen Filme zu sehen.

von Elisabeth Spitzer

Michelle Williams liebt es, als Schauspielerin zu arbeiten. Dennoch hat sie bislang keinen Film gesehen, an dem sie beteiligt war, wie sie kürzlich  in der "Late Show" von Stephen Colbert verriet. Sie wäre viel zu sehr darauf fokussiert, über sich selbst zu urteilen. 

"Ich werde über mich selbst ein Urteil fällen und dann denke ich, dass ich nicht fähig bin, und dann nehme ich die nächste Herausforderung, die vor mir liegt, nicht an", so Williams.

Jared Leto hat weder seine Darbietung als Joker in "Suicide Squad" noch seine anderen Filme wie "Dallas Buyers Club" gesehen.

"Meiner Meinung nach hemmt man sich selbst, wenn man seine eigenen Filme ansieht. Entweder mag man das, was man abgeliefert hat und wird anfällig dafür, sich zu wiederholen", sagte Leto in einem Interview mit SyFyWire. 

"Oder man mag es nicht und fühlt sich danach gehemmt. Ich wüßte nicht, was mir das bringen sollte. Aber ich lese die Drehbücher, so weiß ich zumindest, um was es geht", so Leto weiter.

Auch Tom Hanks sieht sich nicht gerne auf der Leinwand: "Ich sehe mir keine meiner alten Filme an", erzählte er dem "ShortList"-Magazin. "Ich sehe mir meine eigenen Performances nicht an, wer tut das? Das wäre Wahnsinn. Ich habe alle Filme einmal gesehen, aber ich würde sie mir nicht noch einmal ansehen, weil sie sich dadurch nicht verändern."  

Filme wie "The Big Lebowski" oder "Boogie Nights" machten Julianne Moore zur weltweit gefeierten Schauspielerin. 2013 erzählte sie jedoch dem "Daily Express", dass sie noch nie einen Filme gesehen hat.

"Ich kann in keiner Premiere sitzen. Ich mache die Filme viel lieber als sie mir anzusehen. Das thrillt mich mehr, als das Endprodukt zu sehen", erklärte Moore.

Johnny Depp scheffelte mit der "Fluch der Karibik"-Reihe Millionen. Doch auch der Schauspieler, der bereits drei Mal für einen Oscar nominiert war, vermeidet es, seine eigenen Filme anzusehen.  

"Ich habe vor langer Zeit die Entscheidung getroffen, dass es besser ist, meine eigenen Filme nicht zu anzuschauen. Was mich zum Spielverderber macht und weswegen ich die großartige Arbeit vieler meiner Freunde verpasse", erzählte Depp gegenüber "The Independet".

Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon würde eigenen Angaben nach lieber sterben, als sich selbst auf der Leinwand sehen zu müssen. "Ich habe bezüglich jedem meiner Filme eine absolute Amnäsie", behauptete sie 2010 gegenüber "The Daily Express."

"Ich schaue sie nicht, sonst würde ich in eine Spirale aus Selbsthass geraten. Manchmal sehe ich zufällig einen kurzen Clip oder so und dann denke ich mir: 'Ich habe daran überhaupt keine Erinnerung.' Das ist echt seltsam."  

Javier Bardem gilt als großartiger Charakterdarsteller. Doch der "No Country for Old Men"-Star sieht sich selbst nur ungern schauspielern.  

"Die Tatsache, dass ich gerne in andere Rollen schlüpfe bedeutet nicht, dass ich meinen Charakteren und meiner Performance gerne zusehe", verriet der Mann von Penelope Cruz dem "GQ"-Magazin. "Ich kann mir diese verdammte Nase, diese verdammte Stimme und diese lächerlichen Augen nicht ansehen. Ich komme damit nicht klar."  

Nicole steht seit den frühen 1980ern vor der Kamera, hat in einem Interview aber gestanden, dass "Moulin Rouge" der einzige ihrer Filme ist, den sie sich jemals angesehen hat. Das sei jedoch eine schlimme Erfahrung gewesen.  

"Ich bin dort gesessen und sah zu meinem Mann Keith Urban rüber und dachte mir: 'Oh mein Gott, bin ich überhaupt gut in diesem Film?' Es ist einfach unmöglich für mich, eine emotionale Verbindung dazu herzustellen", erzählte Kidman einmal.

Schauspieler Jesse Eisenberg versucht es nicht einmal, sich Filme anzusehen, in denen er der Star ist.

"Ich sehe mich selbst nicht gerne an", verriet Eisenberg der Plattform "Moviepilot". Er sei einfach viel zu selbstkritisch. "Ich mag es, anderen Schauspielern zuzusehen, aber das kann ich ja auch am Set."  

Während der Promo seines Oscar-Nominierten Films "The Master" verriet Joaquin Phoenix, dass er es für gefährlich hält, seine eigenen Arbeiten anzusehen.  

"Ich will mich nicht so sehen, wie mich die Kamera sieht. Ich will nicht das Objektiv sein", sagte Phoenix. "Tatsächlich denke ich, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es meine zukünftigen Filme eher negativ als positiv beeinflussen würde. Selbst wenn die Arbeit gut ist."