Fischer: "Parkinson ist ein Arschgesicht"

Ottfried Fischer
Foto: KURIER/Jeff Mangione Ottfried Fischer machte 2013 seine Krankheit öffentlich.

1 Jahr begleitete ein TV-Team den "Bullen" für eine Doku über sein Leben mit der Krankheit

Wenn er über seine Erkrankung spricht, kann er durchaus derb werden. "Ich habe mir fest vorgenommen, mir von diesem Arschloch Parkinson nichts gefallen zu lassen", stellt Ottfried Fischer (61) etwa in gewohnt bayerischem Dialekt fest. Oder: "Du bist ein Arschgesicht, du nervst auch noch nach zehn Jahren."

Vor sieben Jahren outete sich der einstige "Bulle von Tölz" als betroffen. "Ich musste einen Umgang mit dem Schicksal finden, sonst hätte ich einpacken können und dazu hatte ich gar keine Lust", sagt er heute. Von Einpacken kann keine Rede sein. Der Kabarettist, der seine große TV-Karriere beenden musste, dafür aber auf der Bühne mit Programmen wie "Elefantentreffen" punktet, packt in einem Doku-Special über sein Leben mit Parkinson aus.

Am Dienstag, 24. Februar, zeigt das ZDF (22.15 Uhr) den Film "37 Grad: Ottfried Fischer und sein Freund Parkinson". Ein Jahr lang begleiteten Andrea Schramm und Jana Matthes den Publikumsliebling mit der Kamera – kein Honigschlecken für jemanden, dem sein Privatleben sonst heilig ist. "Mir waren schon immer 37 Grad zu heiß, doch die sympathische Regisseurin konnte mit Frischluft aufwarten", scherzt der seit 2006 von Ehefrau Renate getrennte Vater zweier Töchtern (22 & 17).

Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich an O Foto: KURIER/Rainer Eckharter Otto Retzer ist seit vielen Jahren mit Fischer befreundet. Wie Fischer sein Dasein mit der bis heute nicht heilbaren neurologischen Erkrankung meistert, bewundern auch enge Freunde wie Otto Retzer: "Ich habe den Krankheitsverlauf von Anfang an mitbekommen und mir große Sorgen um den Otti gemacht", so der Regisseur. "Umso mehr freue ich mich, dass es ihm jetzt so gut geht. Er kann wieder flüssig sprechen und sich bewegen. Das ist erleichternd ..." Passend zu diesem Stichwort fügt Retzer hinzu: "Das Einzige, was er leider nicht in den Griff bekommt, ist sein Gewicht. Ich glaube im Moment ist es wieder auf dem Höchststand", schmunzelt Retzer, der sich zuletzt über den Besuch des bulligen Bayern im Dezember in Wien freute, als dem Regisseur das Goldene Ehrenzeichen verliehen wurde.

Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich an O Foto: KURIER/Rainer Eckharter Mit Lebensbegleiterin Simone in Wien. Damals wieder an Fischers Seite: seine attraktive ("On/Off"-)Lebensgefährtin Simone Brandlmeier (43), die, angesprochen auf das Erscheinungsbild ihres Freundes, sagte: "Während andere den Bullen von Tölz in ihm sehen, sehe ich einfach nur den tollen Menschen, seine sensible, auf-merksame Art. Er ist der erste Mann, der mir Liebesgedichte schreibt."

Am Dienstag gewährt Ottfried Fischer dem TV-Publikum einen Blick in seine Seele, der die Krankheit zweifelsohne zusetzte, selbst wenn er dies zu überspielen versucht, wie bei seinem ersten Auftritt nach dem Outing: "Keine Angst, ich mache keine Schüttelreime."

(kurier) Erstellt am
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