Falcos Ex: "Ich bin eine Melange"

Caroline Perron alias Oota Dabun ist in Österreich vor allem bekannt, weil sie die letzte große Liebe von Ikone Falco war. Im Frühstück spricht sie über Musik, Visionen und Familienplanung.

Zurück zu den Indianer-Wurzeln. Das ist es, wonach sich die Frankokanadierin, seit einigen Jahren sehnt. Nach dem tragischen Unfall von ihrem Ex-Verlobten Falco am 6. Februar 1998 war das bildhübsche Model „ein bisschen verloren“, verbrachte viel Zeit bei ihrer Mutter in Montreal und ging auf Reisen. Als Zeichen der Wertschätzung ihrer Vorfahren nahm Caroline Perron wieder ihren ursprünglichen, indianischen Namen an: Oota Dabun, auf Deutsch „Tagesstern“. Um ein Stück ihrer Kultur zu zeigen, bittet die 37-Jährige zum Frühstück ins Tipi. Wir treffen Caro, wie sie von ihrer Familie genannt wird, nicht im Norden Quebecs, wo sie geboren wurde. Das Indianer-Zelt steht in der Nähe von Greifenstein im Garten eines Freundes. Wolfgang Keindl näht Tipis. Und er sammelt Artefakte amerikanischer Ureinwohner. Kunstvoll ist das Leder des Bisonfells verziert, das vor dem Zelt als Frühstückstisch aufgebreitet ist. Auf ihm saß vor 21 Jahren Hollywoodstar Kevin Costner in dem Film „Der mit dem Wolf tanzt“.

Obstvariationen stehen auf dem Speiseplan des bildhübschen Models. „Ich esse vor allem Brombeeren und Heidelbeeren. „Alle blauen Früchte sind gut für die Haut, haben Anti-Aging-Wirkung“, ist sie überzeugt. Sie esse viel, aber gesund. „Alle paar Monate nasche ich ein bisschen. Nur auf Kaffee kann ich nicht verzichten.“

Schmorbraten, Eintöpfe und viel Fleisch wird in ihrer Heimat gegessen. Sie selbst kocht am liebsten Fisch und Sushi. Obwohl ihr auch die österreichische Küche schmeckt. Hans Hölzels Mutter brachte ihr bei, wie man Wiener Schnitzel und Gulasch zubereitet. Caroline war die letzte große Liebe Falcos. 1996 und 1997 verbrachten die beiden viel Zeit in Hölzels Haus in Gars am Kamp und in Wien. Geplatzte Hochzeit

„Hans hat mich in der Dominikanischen Republik angesprochen. Er erzählte mir nur, dass er ein Song-Schreiber ist“, erinnert sich die ehemalige Studentin der französischen Literatur. „Erst als ich Monate später mit ihm nach Wien kam, begriff ich, dass er ein berühmter Sänger war. Er wollte einfach wissen, ob ich ihn liebe, so wie er ist und nicht nur den Popstar.“

Falcos „eigenartiger, verrückter Humor“ gefiel ihr. Und sie liebte es, mit ihm zu musizieren. „Wir waren verliebt, wir wollten heiraten.“ Warum verließ sie ihn dann kurz vor der Verlobung? „Weil er wieder begonnen hat zu trinken. Ich habe ihm von Anfang an gesagt, wenn du trinkst, verlasse ich dich. Sechs Monate hat er keinen Tropfen angerührt. Als ich eine Weile bei meiner Familie in Kanada war, fing er wieder zu trinken an. Das war’s.“ Kurze Zeit später hatte er den tödlichen Unfall in der Karibik.

Immer wieder traf die Kanadierin Peter Vieweger, Falcos Bandleader, in Wien. „Er hat mich ermutigt, eine CD mit ihm aufzunehmen.“ Vor eineinhalb Jahren war es so weit. Die Single, Ani Kuni , ein Wiegenlied, das jeder Indianer von Kanada bis Südamerika kennt, ist vor einigen Wochen erschienen. „Die Musik ist eine Mischung aus original nativen Rhythmen und moderner Popmusik “, sagt Carolines Produzent. Dass die beiden mittlerweile auch privat ein Paar sind, pfeifen die Spatzen vom Dach. „Wir wollen es nicht an die große Glocke hängen“, sagt der 57-jährige Musiker Vieweger. Musik liegt im Blut der Großfamilie von Perron. „Meine Mutter ist Countrysängerin, meine zwei Brüder und drei Halbgeschwister singen. Wenn die ganze Familie zusammenkommt, machen wir ein großes Picknick, nehmen Instrumente und Lautsprecher mit und musizieren den ganzen Tag“, sagt die Tochter eines Versicherungsbeamten. Sie beißt in den Apfel, zupft die Fransen des Lederrocks zurecht und posiert für den Fotografen. Ihre Model-Karriere – mit 19 Jahren entdeckte sie der bekannte kanadische Designer Michel Vaudrin – kann sie nicht verleugnen.

Anfang nächsten Jahres wird die Neosängerin mit der markanten tiefen Stimme ein Album herausbringen und mit einer Bühnenshow, begleitet von dem Mi’kmaq-Indianer Thomas Clair, auf Tournee gehen. „Toleranz, spirituelle Harmonie und Liebe zur Natur ist die Botschaft meiner Lieder“, sagt Oota Dabun. Sie möchte, dass die Welt weiß, was mit den Einheimischen in Amerika vor 100 Jahren passierte. „Wir wurden missioniert, wir mussten konvertieren und sie zwangen uns zur Assimilierung. Kleine Kinder wurden ihren Eltern weggenommen und unterrichtet. Wenn sie ihre Muttersprache gesprochen haben, wurden sie von den Lehrern verprügelt. 

Priester vergewaltigten und demütigten sie“, erzählt Caroline. Sie möchte eine Inspiration für die hoffnungslose Jugend in den Reservaten sein. „Sie trinken, nehmen Drogen, haben keine Träume mehr und hängen arbeitslos herum, weil sie vom Staat nur finanzielle Hilfe bekommen, solange sie im Reservat leben.“ Zurück zur Natur

Sie selbst hatte Glück, nicht im Reservat aufwachsen zu müssen. Bis zu ihrem 12. Lebensjahr lebte sie im kleinen Goldgräberdorf Matagami. „Wir hatten im Winter sibirische Temperaturen. Am Wochenende gingen wir mit unserem Vater rodeln. Wenn es minus 60 Grad hatte, waren die Schulen geschlossen, da konnte man gar nicht hinaus.“ In manchen Jahren lag bis in den Juni Schnee. „Wunderschön war es im Sommer, wenn ich mit der Familie im Garten saß, ein Feuer brannte und wir stundenlang das Nordlicht mit dem prächtigen Farbenspiel beobachteten.“

Oota Dabun beschreibt sich als toleranten, sanften Menschen. „Ich bin empathisch, einfühlsam.“ Sie glaubt nicht an Gott, sondern an den Schöpfer. „Ich bin zurückgekehrt zur Natur. Sie ist ein Geschenk für uns, mit dem man achtsam umgehen muss.“ Das will sie der Jugend vermitteln.

Denkt die Kanadierin, die viel Zeit bei ihrem Freund Peter Vieweger in Wien verbringt, auch an eigenen Kinder? „Wenn es passiert, dann passiert es. Mit 37 hab ich noch ein paar Jahre Zeit“, meint sie schmunzelnd und ergänzt. „Man ist erst zu hundert Prozent eine Frau, wenn man einem Kind das Leben geschenkt hat. Dieses Gefühl will ich nicht missen.“

www.ootadabun.com
www.tipi.at Sonntagsfragen

Mein erster Gedanke beim Aufwachen
Was immer mir in den Sinn kommt. Wir haben mehr als 60.000 Gedanken pro Tag. Ich habe jeden Morgen andere Gedanken beim Aufwachen.

Mein Luxus am Sonntag
Mit meiner Familie und guten Freunden den Tag zu verbringen. 

Der erste Blick in den Spiegel
Ich mag, was ich sehe, weil ich weiß, dass ich ein guter Mensch bin. Ich spreche nicht von meinem Äußeren, sondern was in mir steckt.

Tabu ist ...
... in die Kirche zu gehen.

Tee oder Kaffee?
Kaffee in allen Varianten mit etwas Zucker.

Das schönste Frühstück wäre mit ...
Kevin Costner, weil wir auf dem Bisonfell sitzen, das eine Requisite aus seinem Film „Der mit dem Wolf tanzt“ ist. Ich wünschte, er wäre hier und erzählte uns Geschichten von den Dreharbeiten.

Meine Sonntagslektüre
Ich lese Magazine und Zeitungen.

Ein Sonntag, den ich nie vergesse
Muttertag.

Am liebsten höre ich ...
... die Stimmen der Eingeborenen.

Der Platz, an dem ich gerne frühstücken würde
So wie hier. Vor einem Tipi in der Natur.

Den Appetit verderben mir ... 
... Heuchler.

Auf keinen Fall esse ich
In Kanada würde ich nie Leber oder Blutwurst essen. Hier in Österreich schmeckt es mir.

Am liebsten esse ich
Sushi.
(KURIER / Maria Gurmann, anh) Erstellt am
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