Dancing Stars: Haider out, Meissi ist in

Beim Dancing Stars-Semifinale standen zwei im Mittelpunkt, die das Tanzen nun für sich entdeckt haben. Einer davon musste gehen: Alfons Haider.

Die Idee von Dancing Stars wurde in den vergangenen Wochen oft bemüht: Patscherln lernen tanzen. Diesen Typus verkörperten zuletzt zwei besonders: Alexandra Meissnitzer und Alfons Haider. Langsam werden die Promis zu Profis. Aber bei Haider reichte es nicht, er wurde im Semifinale Vierter. Von vier.
Anders Alexandra Meissnitzer: Sie zeigte, dass sie zurecht im Semifinale ist. Dass sie ins Finale will. Dass sie in dieser neuen Rolle angekommen ist und sich gefällt. Dass sie Tanzen liebt. Dass sie gewinnen will. Wir meinen: Sie wird.
Alfons Haider war schlussendlich  sichtlich enttäuscht, aber trotzdem dankbar. Sehr sympathisch verließ er die Show. Dabei erhielt er im Semifinale das höchste Lob für seine zweite Tanzperformance. Der ersten Tanz, die Rumba, war ein schwieriger für den Moderator, denn die meiste Zeit war er von seinem Partner Vadim Garbuzov getrennt. Doch dafür gab es viel Lob von der Jury, sogar vom sonst so strengen Hannes Nedbal: "In eurem Fall war es eine Rumba der Extraklasse. Zwei Männer haben eine kultivierte Form gefunden, die dem Charakter einer Rumba entspricht." Ebenfalls milde Schäfer-Elmayer: "Gratuliere. Ich war überrascht." Noch besser als die Rumba war der Quickstep. Wie immer bei Haiders Tänzen veräuft es besser, wenn er direkt von Garbuzov geführt wird. Schnell, witzig und fehlerfrei hüpften und lachten die beiden am Parkett und Haider bewies wieder einmal, dass er ein Bühnenmensch ist. Frack und Zylinder saßen perfekt und sogar Burns-Hansen meinte: "Ich glaube es war euer bester Tanz." (34 Punkte, gesamt 67) Garbuzov wünschte sich, dass Haider das Finale erreicht, denn "er hat viel Mut bewiesen und anderen viel Mut gemacht." Der Wunsch ging nicht in Erfüllung, doch für Haider war es ein größerer Erfolg, als er sich je zu träumen erhoffte. Denn zu Beginn der Show rechnete er damit nur bis Runde fünf zu kommen. Aber nun ist Schluss und er landete auf dem undankbaren vierten Platz. Traurig ist er trotzdem nicht: "Es ist unglaublich was wir erreicht haben. Ich wollte, dass es nicht peinlich ist und peinlich war es nicht." Die größte Steigerung während der gesamten Show fand bei Alexandra Meissnitzer statt. Sie entwickelte sich vom "hässlichen Entlein" (des Tanzes) zum schönen Schwan. Das bewies die Ex-Skifahrerin auch während des Seminfinales und avancierte mit ihren beiden Tänzen zur Favoritin. 

"Ich find des ist einer der coolsten Tänze, die ich je gesehen hab. Den Florian macht er wahnsinnig.", meinte Alexandra Meissnitzer über den bevorstehenden Quickstep. Der Wahnsinn blieb während der Performance dann doch aus. Solide hüpfte die Ex-Skirennläuferin gemeinsam mit Tanzpartner Florian Gschaider übers Parkett und bewies, dass sie zu Recht das Semifinale erreicht hatte. Auch für die beiden Tanzprofis Kathrin Menzinger und Babsi Koitz ist Alexandra Meissnitzer ein "großer Geheimtipp". Für die beiden wird es eine Entscheidung zwischen "Meissi" und Astrid Wirtenberger werden, wie sie KURIER.at nach der Show verrieten. Begeistert war auch die Jury: "Ich habe das Gefühl jetzt ist der Knopf aufgegangen. Es ist ein Genuss da zuzusehen." (Thomas Schäfer-Elmayer) "Du hast dich von einer Sportlerin zu einer eleganten Tänzerin entwickelt, du kannst sehr stolz auf dich sein." (Nicole Burns-Hansen) Hoch auch die Gesamtwertung des ersten Tanzes: 36 Punkte. 

Im Bild (von links): Thomas Schäfer-Elmayer, Nicole Burns-Hansen, Gastjuror Peter Kraus und Hannes Nedbal. Zu Beginn wurde "Meissi" noch unterstellt nicht weiblich genug zu sein. In den vergangenen Folgen entdeckte sie diese Weiblichkeit jedoch und bei ihrem zweiten Tanz war sie besonders sexy. Beim Paso Doble, wurde die Skifahrerin wieder einmal zur Skifliegerin. Kraftvoll, sexy und mit viel Elan tanzten die beiden einen perfekten Stierkampf (der Paso ist die tänzerische Interpretation des Kampfes). Begeistert war Peter Kraus: "Es war großartig, das hat Feuer gehabt. Höchstes Lob!" Hannes Nedbal einmal mehr kritisch: "Man kann nur hoffen, dass es für das Finale reicht." Auch wenn der Juror streng war, machte es den Tänzern wenig aus. Die Chemie zwischen Gschaider und "Meissi" stimmt und Gschaider lobte seine Tanzpartnerin nach der Show: "Sie ist während der Show über sich hinausgewachsen." (34 Punkte und damit die höchste Wertung des Abends mit 70 Punkten) "Meissis" größter Fan Edi Finger Jr. hielt ihr im Semifinale die Daumen: "Immer wenn ich bei ihren Rennen mit dabei war, dann hat sie ein gutes Ergebnis gehabt. Ich hab gewusst, dass sie heute weiter kommt!" KURIER.at wollte von Finger Jr. schon vor dem Start der Tanzshow seinen Favoriten wissen, auch damals setzte er auf die Skifahrerin. Meissnitzer selbst freute sich vor allem über den ersten Platz der Jurywertung. "Damit habe ich nicht gerechnet!" Nach dem großen Lob in der Vorwoche waren Astrid Wirtenberger und Balász Ekker besonders animiert einen perfekten Tanz abzuliefern. Der erste Tanz des Duos war ein Samba. Toll getanzt, wie man es von den beiden erwartete, kleiner Kritikpunkt: ein wenig steif in der Hüfte. Das fiel auch der Jury auf: Rock 'n' Roll-Urgestein, Gastjuror Peter Kraus, war ein bisserl streng und bot Wirtenberger noch etwas Nachhilfe beim Hüftschwung an. Gewohnt kritisch Hannes Nedbal: "Der Schimmy alleine macht noch keinen Samba." Darauf mischte sich sogar Nicole Burns-Hansen ein: "Da stimme ich überhaupt nicht zu. So tolle Beinbewegungen habe ich noch nie gesehen." (34 Punkte) Uneinigkeit in der Jury, dafür ungewohnte Einigkeit bei den Tanzpartnern. Erleichtert war  Astrid Wirtenberger nach der Show: "Heute hab ich schon gezittert.", verriet die Sängerin KURIER.at. Wirtenbergers Lebensgefährte Günther meinte, dass sie mit der Jurywertung sehr unglücklich war. Ihr Tanzkönnen bewies die "Seer"-Frontfrau bis jetzt ob sie im Finale überzeugen kann? Praktisch keine Gemeinheiten gab es im Semifinale von Balász Ekker. Dazu hatte er auch keinen Grund, denn auch der zweite Tanz war ein Erfolg: Mit ihrem Quickstep tanzten die beiden den schnellsten Tanz des Abends. Zu einer ungewöhnlichen Musik ("Crazy in Love") meisterten die beiden eine schnelle und witzige Choreographie. Schäfer-Elmayer und Burns-Hansen fanden diesen Tanz zwar nicht ganz so gelungen wie die Samba. Doch für Burns-Hansen bleibt Wirtenberger "die Beste". (34 Punkte, gesamt 68)

In der vorletzten Show rief Moderator Klaus Eberhartinger alle Tanzprofis auf einen Lobgesang auf ihre Promis zu halten. Hier kam wieder ein wenig Ekkers schelmische Boshaftigkeit durch: Er zitierte einen ungarischen Spruch ("Nur der Zigeuner lobt sein eigenes Pferd") und verzichtete darauf seine Partnerin zu loben. Da hätte sich auch Wirtenberger mehr erwartet, wie sie nach der Show zugab. "Der Mike braucht Action!" (Mirjam Weichselbraun) Scheinbar ist dem Schauspieler das Tanzen noch zu wenig, daher bastelte Mike Galeli für das Semifinale noch ein bisschen an der Choreographie mit. Selbstbewusstsein hat der Vorarlberger genug, aber am Ende griff Profi Julia Polai doch ein. Das Ergebnis war ein wunderschöner langsamer Walzer, den Galeli ohne Magenprobleme (beim Wiener Walzer litt er unter Übelkeit) absolvierte. Für Rocklegende Peter Kraus war es "super", dass der Actionliebhaber sein Temperament zügelte und ganz romantisch tanzte. (31 Punkte) Der zweite Tanz war ein Samba. Der sollte seinem Temperament zwar liegen, doch war er nicht ganz perfekt. Nedbal hoffte, dass es fürs Finale reicht und Schäfer-Elmayer lobte zwar die Ausstrahlung und die Freude, doch nicht den Samba. Dann griff Peter Kraus noch schnell ein: "Ich finde es viel schwieriger, wenn der Mann von der Profifrau geführt werden muss." Trotz Einwand von Kraus reichte es nur für den letzten Platz der Jurywertung. Das Publikum wählte ihn ins Finale. (33 Punkte, gesamt 64) Profi Julia Polai lobte die Begeisterung ihres temperamentvollen Partners und hoffte aufs Finale. Es wäre das zweite Finale für Polai, einmal erreichte sie es bereits mit Andi Goldberger. Das Kriegsbeil begruben nach der Show Kandidat Galeli und Juror Schäfer-Elmayer. Demonstrative Einigkeit, vielleicht schon im Hinblick auf das Finale. Gute Chancen hat der Vorarlberger, auch wenn die Konkurrenz groß ist. Zum Showtanz im Finale gibt es schwingende Hüften und Rock 'n' Roll. Als bekennender Elvis Presley-Fan stand für den Schauspieler schnell fest, dass es nur ein Lied vom King sein kann. "Wir werden etwas mit Gefängnis machen." Wir sind auf den "Jailhouse Rock" gespannt. Gastjuror Peter Kraus konnte sich auch nach der Show nicht für einen Favoriten entscheiden. "Alle sind so gut. Es ist wirklich schwer." 

Im Bild: Peter Kraus mit Kollegin Barbara Endl. Die beiden treten gemeinsam in der Revue "Für immer Jeans" auf. Auf die Frage wann er einmal seine Hüften für Dancing Stars schwingen würde, meinte der Alt-Rock 'n' Roller: "Ich habe keine Zeit. Nächstes Jahr bin ich auf Tour, danach geht es auch nicht und weiter möchte ich nicht planen." Schade, denn vom Hüftschwung des 72-Jährigen könnte so mancher Kandidat noch etwas lernen. Nächste Woche geht es ins Finale. Getanzt werden unter anderem Rumba und Slowfox. Auch der Showtanz darf nicht fehlen. Doch da blieben die Kandidaten noch geheimnisvoll, einzig Mike Galeli verriet, dass er zu den Klängen von Elvis Presley tanzen wird.

Im Bild (von links): Balász Ekker, Astrid Wirtenberger, Mike Galeli, Julia Polai, Florian Gschaider und Alexandra Meissnitzer.

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(KURIER.at) Erstellt am
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