Bhutan: Erster offizieller Kuss des Königspaares

Zum Abschluss der dreitägigen Hochzeitsfeierlichkeiten küsste König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck von Bhutan seine Angetraute Jetsun in einem Stadion zum ersten Mal in der Öffentlichkeit.

Der erste öffentliche Kuss der Royals ist nach dem Hochzeitskleid der Braut wohl das wichtigste Ereignis für Gäste und Zuschauer - und für das frisch vermählte Paar wohl der aufregendste.

Zum Abschluss der dreitägigen Hochzeitsfeierlichkeiten hat nun auch der König von Bhutan seine Frau erstmals öffentlich geküsst. Unter dem Applaus tausender Zuschauer im Stadion der Hauptstadt Thimphu küsste Jigme Khesar Namgyel Wangchuck am Samstag die neue Königin Jetsun. Und das auf eine ganz unschuldige, schüchterne Weise. Am Freitag kehrte das Paar größtenteils zu Fuß aus dem Kloster in das mehr als 70 Kilometer entfernte Thimphu zurück. Tausende Menschen säumten die Straßen und gratulierten den Frischvermählten. In einer farbenprächtigen traditionellen Zeremonie hat der König des abgelegenen Königreichs Bhutan, Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, seine Verlobte Jetsun Pema am 13. Oktober geheiratet. Zum Höhepunkt der Feier in einem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kloster in der früheren Hauptstadt Punakha setzte der 31-Jährige seiner zehn Jahre jüngeren Braut am Donnerstag die Krone auf und machte sie damit zur Königin. Zunächst hatte das Paar am frühen Morgen eine Reinigungszeremonie vollzogen, bevor es Hand in Hand in das Innere des Klosters ging, ... ... wo viele Duftkerzen brannten. Dort folgten Gebete und Segnungen. Begleitet wurde die Zeremonie vom Gesang zahlreicher in rote Gewänder gekleideter Mönche. Vor dem Kloster versammelten sich tausende Menschen aus nahen Bergdörfern. In dem 700.000-Einwohner-Land Bhutan wird nun drei Tage lang gefeiert. "Sie ist noch jung, aber sie ist warmherzig und gütig." So hatte der verliebte 31-jährige König Jigme im Mai dieses Jahres den bhutanischen Parlamentsmitgliedern seine zukünftige Ehefrau Jetsun Pema vorgestellt. Mit den anschließenden Worten "Es ist Zeit für mich zu heiraten" sorgte der seit 2008 regierende König des kleinen Himalajastaates für eine doppelte Portion des sogenannten "Bruttonationalglücks". Der Vater des jetzigen Königs, der 2006 abdankte und damit die ersten Wahlen möglich machte, hat das Konzept des "Bruttosozialglücks" erfunden: Entwicklung soll sich nicht nur an reinen Wachstumszahlen orientieren, sondern auch das Wohlbefinden der Menschen berücksichtigen.

Im Bild: König Jigma bei seiner Krönung 2008. Damals löste er seinen Vater ab und bekam die Rabenkrone. Der volksnahe Monarch, der in Oxford studiert hat, gerne Basketball spielt und Elvis hört, entschied sich bewusst für die 21-jährige Pema, ein Mädchen aus dem Volke. Das zweite von insgesamt fünf Kindern eines Piloten hat ein Psychologie- und Kunstgeschichte-Studium in England abgeschlossen und liebt – wie ihr Zukünftiger – das Basketballspielen. Am Donnerstag, dem von Astrologen errechneten idealen Hochzeitstermin, wird das Paar in der Klosterburg von Punakha (Bild) heiraten. "Seine Majestät wollte die Feierlichkeiten von Anfang an simpel und traditionell halten", sagte der Sprecher des Königshauses. "Es wird überhaupt nicht vergleichbar sein mit der royalen Hochzeit in Großbritannien." Staatsoberhäupter und ausländische Monarchen sind deshalb nicht eingeladen. Drei Tage wird das bhutanische Volk in bunter Tracht mit dem Brautpaar im Sportstadion mit Tanz- und Musikvorführungen feiern. Trotz der Modernisierung des Landes durch den jungen Monarchen werden die Mobilnetz- und Internetverbindungen für die Feierlichkeiten unterbrochen. Wegen der heftigen Stürme wird es auch das Land des Donnerdrachens genannt, hat über 650.000 Einwohner und liegt im Himalaya. Als König Jigme vor fünf Jahren der Thron übergeben wurde, machte ihn das zum jüngsten Monarchen der Welt. Zwei Jahre später folgte die Krönung. Das Volk von Bhutan gilt als das glücklichste der Welt. Die Vorbereitungen für die Hochzeit des begehrten Junggesellen liefen seit Tagen auf Hochtouren. Ob Schulkinder in traditionellen Uniformen, oder ... ... buddhistische Mönche und ... ... Maskentänzer, das ganze Land scheint mitzufeiern. Der 31-Jährige König, dessen voller Name Jigme Khesar Namgyel Wangchuck von Bhutan lautet, ist bei seinem Volk äußerst beliebt. Laut eigener Aussage des Monarchen soll die Feier eher persönlich und bescheiden werden. Die Bilder der Vorbereitungszeremonie sprechen jedoch nicht für ein bescheidenes Ereignis.
(KURIER.at, apa / sog, sb, Nina Ellend, lyk) Erstellt am
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