"Mr. Gesundheit" Hademar Bankhofer mit 84 Jahren verstorben
Hademar Bankhofer
Der aus zahlreichen TV-Sendungen bekannte Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer ist tot. Er verstarb am 25. Februar "friedlich lächelnd Hand haltend" mit Ehefrau Lizzy Bankhofer, wie sein Sohn Hadschi Bankhofer auf Instagram bekannt gab. "Er wollte immer so lange wie möglich leben, das ist ihm gelungen, er ist ganz sanft an Altersschwäche gestorben." Bankhofer, der aufgrund seines vielseitigen Einsatzes den Spitznamen "Mr. Gesundheit" trug, wurde 84 Jahre alt.
"Ich behalte ihn im Herzen als Vorbild in Sachen Güte, Bescheidenheit, Freundlichkeit und Großzügigkeit. So etwas wie Hassen kannte er nicht, selbst Feinden begegnete er mit einem sanften Lächeln", so Bankhofers Sohn in seiner Instagram-Nachricht. Sein Vater diene "als großes Vorbild in seiner Zufriedenheit und Güte. Er war ein guter Vater, ich werde mich bemühen auch immer einer zu sein".
Mit Gesundheitstipps zum Erfolg
Der 1941 in Klosterneuburg geborene Gesundheits-Experte studierte an der Universität Wien Jus, Publizistik, Philosophie und Germanistik, allerdings ohne Abschluss. Er war Reporter bei verschiedenen Wochen- und Tageszeitungen sowie stellvertretender Chefredakteur einer Wiener Wochenzeitung. In einer Phase, in der er selbst mit seinem Lebensstil haderte, lernte er seinen späteren Lehrer, den mehrfachen Radrenn-Meister Ferry Dusika, kennen. Durch ihn fand Bankhofer zum Thema Gesundheit. Noch während seines Studiums fuhr er in seiner Freizeit mit dem Motorrad von Bauernhof zu Bauernhof und sammelte Rezepte, die er 1972 unter dem Titel "Hexenschuß und Heiserkeit" publizierte. Gemeinsam mit dem Ex-Radrennfahrer schrieb er schließlich das Buch "Dicke essen zu viel".
Auch das deutsche und österreichische Fernsehen sowie Tages- und Wochenzeitungen wurden bald auf Bankhofer und seine Gesundheitsthemen aufmerksam: Der Medizinjournalist und Ernährungsexperte begann Anfang 1985 auf Einladung von Walter Schiejok eine Gesundheitsleiste in der Sendereihe "WIR". Parallel veröffentlichte Bankhofer Bücher, hielt Vorträge und schrieb für Zeitungen. Von Anfang an arbeitete er mit Wissenschaftern und Ärzten zusammen, leitete bald internationale Symposien und bekam im Jahr 1991 für seine Leistungen im Dienste der Volksgesundheit vom damaligen Wissenschaftsminister Erhard Busek mit Zustimmung der Universität Wien den Berufstitel "Professor" verliehen.
Ab 2006 präsentierte er jeden Donnerstag die Gesundheitssendung "Die gesunde halbe Stunde" im ORF-Spartenkanal TW1. Auf Radio Wien gab er jeden Mittwoch Tipps für ein gesünderes Leben in "Wohlfühlen leicht gemacht". Später moderierte er wöchentlich das Fernsehmagazin "Gut geht's". Über manche Ratschläge von Bankhofer wurde allerdings auch heftig diskutiert. "Ich kann mich noch erinnern, welchen Aufschrei es gab, als ich in 'WIR' verkündete: Der Apfel senkt die Gefahr des Herzinfarkts. Heute ist das längst ein Faktum", so der Jubilar einmal im Interview.
Im Jahr 2008 nahm die erfolgreiche Karriere allerdings eine Wende. Wegen Verdachts auf Schleichwerbung beendete die ARD ihre Zusammenarbeit und nannte als Grund für die Trennung den "Anschein auf Schleichwerbung" für Produkte aus dem Gesundheitsbereich. Daraufhin beendete auch der ORF die Zusammenarbeit. Ab Herbst 2009 moderiere Bankhofer schließlich im Privatsender Austria 9 ein eigenes Familienmagazin namens "einfach Bankhofer". Darin führte er durch Österreichs Gesundheits- und Wellness- Oasen und besuchte Wissenschafterinnen, Biologen, Apothekerinnen, Umweltschützer, Bio-Bäuerinnen, Ärzte und Ernährungsfachleute.
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