Lucas Fendrich: Zwischen "genetischem Gefängnis" und Solo-Erfolg

Ein Mann mit Tattoos sitzt vor einer leuchtenden Ringlampe und schaut direkt nach vorne.
Der Musiker über große Herausforderungen, die Vergleiche mit seinem Vater, Hassliebe zu Livekonzerten und sein neues Lied.

Zusammenfassung

  • Lucas Fendrich feierte mit der Band „Hunger“ internationale Erfolge und startete 2025 seine Solo-Karriere mit dem Album „Rezeptfrei“.
  • Er stellte sich 2023 trotz Panikattacken und Verletzungen der Herausforderung „Dancing Stars“ und erreichte damit große Aufmerksamkeit.
  • Mit Songs wie „Die Tante Hilde“ und „Montag“ setzt er auf Authentizität und plant viele Live-Auftritte.

Der Nachname war nicht von Anfang an Programm, denn Lucas Fendrich wollte eigentlich Profi-Tennisspieler werden. Ganz nach dem Vorbild seiner Mama Andrea, denn „sie ist eine super Tennisspielerin, Vizeeuropameisterin im Doppel, Staatsmeisterin, sie hat ziemlich abgeräumt“, so Lucas in der KURIER-TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“. 

Die ganze Sendung:

Herrlich ehrlich: Lucas Fendrich

Es ist dann aber doch die Musik geworden. Seine ersten internationalen Erfolge feierte er mit seiner Band „Hunger“. Mit dem Song „Amused“ landete die Band im Soundtrack der Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ und Superstar Taylor Swift nahm sie sogar in ihre Playlist auf. 

Dann kam Corona und brachte „ordentlich Sand ins Getriebe“. Fendrich kehrte von Los Angeles nach Wien zurück.

Dancing Star

Die nächste große Herausforderung wartete 2023 auf ihn, da machte er bei „Dancing Stars“ mit, und das, obwohl er unter Panikattacken leidet. „Durch diese Panikattacken limitierst du dich extrem und traust dir viele Sachen nicht zu. Mein Verstand hat mir gesagt: Du bist komplett irre, du wirst kollabieren auf der Bühne, das ist Harakiri. Und mein Herz hat gesagt: Heast, du musst das machen! Wenn du das schaffst, kannst du alles bewältigen.“ 

Und wie er es geschafft hat, er tanzte sich trotz Leistenbruch (von dem er niemandem erzählte) und einer Entzündung am Fuß (von der auch niemand wusste) in die Herzen des Publikums, erst in der siebenten Runde war für ihn Schluss.

Zwei Personen sitzen in roten Sesseln in einem modernen Studio, zwischen ihnen steht ein kleiner Tisch mit Blumen und Wassergläsern.

Lisa Trompisch im „Herrlich ehrlich“-Studio mit Sänger Lucas Fendrich. 

Auch musikalisch definierte er sich dann komplett neu, im März 2025 erschien sein erstes deutschsprachiges, autobiografisches Soloalbum „Rezeptfrei“. „Ich finde, ein Künstler muss immer authentisch sein, das finde ich extrem wichtig. Songwriting war für mich immer ein Ventil, um Sachen zu verarbeiten.“

Papa Rainhard

Klar, dass da die Vergleiche mit seinem berühmten Vater Rainhard Fendrich nicht ausblieben. „In erster Linie ist es ein Kompliment, weil mein Vater natürlich den Olymp schon erklommen hat und alles erreicht hat, was man erreichen kann in dem Land und auch über die Grenzen hinaus und ich auch selbst die Musik sehr feiere, die er macht. Ein Teil davon inspiriert mich natürlich. Ich bin damit aufgewachsen.“ 

Stimmlich könne er seinem „genetischen Gefängnis nicht entfliehen“, wie er augenzwinkernd sagt. Wobei ihn dann auf Dauer die Vergleiche auch etwas nerven würden.

Jedenfalls feierte Lucas mit seiner ersten Weihnachtsingle „Die Tante Hilde“ Ende 2025 beachtliche Erfolge.

„Ich wollte einen Song schreiben, der nicht die klassischen Genres und Themen wie ,Der Schnee rieselt so schön und es ist weihnachtlich‘ bedient, sondern ich wollte etwas mit Augenzwinkern und Humor machen. Das ist uns erstaunlich gut gelungen, das ist wirklich eingeschlagen und da bin ich sehr stolz drauf und happy, weil das auch das erste Mal war, wo ich österreichweit ein bissl am Radar aufgetaucht bin und viele sich dann auch gedacht haben: ,Na, der Bua vom Fendrich, der hat was drauf.‘“

Und jetzt legt er mit seinem brandneuen Lied „Montag“ nach. „Es ist einfach der innere Schweinehund, den wir alle in uns tragen. Darum geht’s in dem Song“, so der Sänger.

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„Bei mir ist es nicht Aufschieben, sondern der fresh start. Es muss bei mir immer der Montag sein, wo ich starte“, erzählt er lachend. Am kommenden Montag kommt dann übrigens auch, wie passend, das Video zum Song heraus.

Mehr Musik hat er auch schon in petto, denn „ich hab viel vorgearbeitet, das ist auch ganz wichtig und ich bin auch froh darüber, denn ich hab immer die Angst gehabt, wenn einmal etwas aufgeht, dass man dann den großen Druck verspürt, gleich nachlegen zu müssen“.

Live kann man Lucas Fendrich zum Beispiel am 7. März im Wiener CasaNova erleben. Für die Zukunft wünscht er sich „urviele Live-Konzerte. Das ist so eine Hassliebe, weil du natürlich nervös bist, aber wenn du dann da oben stehst und mit den Fans die Songs singst, das taugt mir einfach extrem.“

Wie es ist, mit seiner Mama als seiner Managerin zusammenzuarbeiten, warum er auf ein Visionboard setzt und noch viel mehr sehen Sie im Video oben.

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