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18.06.2018

Außenminister beendet Boris Beckers "Diplomaten-Farce"

Der zentralafrikanische Außenminister fürchtet um den Ruf seines Landes und spricht Becker jegliche diplomatische Immunität ab.

Boris Beckers Anwälte hatten vergangene Woche mit der Aussage, dass der Ex-Tennisstar in dem Insolvenzverfahren in London wegen diplomatischer Immunität nicht mehr zu belangen sei, für enormes mediales Aufsehen gesorgt (wie berichtet). Das Verfahren gegen ihn sollte diese Woche auslaufen und Becker wäre somit schuldenfrei gewesen.

Ein Diplomatenpass macht noch lange nicht immun

Nun meldete sich der zentralafrikanische Außenminister Charles-Armel Doubane in Brüssel zu Wort. Laut ihm könne sich der ehemalige Tennisprofi nicht auf diplomatische Immunität berufen. Mit dieser Aussage widerspricht er seinem eigenen Botschafter in Brüssel, der am Sonntag noch gegenüber der Deutschen Welle meinte, Becker besitze einen Diplomatenpass und könne sich daher in einem Insolvenzverfahren auf diplomatische Immunität berufen. Daniel Emery Dede, Botschafter der Republik Zentralafrika, hatte am Sonntag weiters erklärt, Becker sei "ein aufrichtiger Unterstützer unseres Landes und wurde vom Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik in den diplomatischen Dienst berufen."

Dazu sagte Außenminister Doubane: "Wir wollen nicht, dass Boris Beckers inoffizielle Position für unser Land mit seinen finanziellen Problemen assoziiert wird". Außerdem sei die Pressemitteilung ohne Absprache mit ihm verschickt worden.

Kein offizieller Diplomat

Der dreifache Wimbledonsieger war Ende April noch als "Sonderattache für Sport und kulturelle Angelegenheiten in der Europäischen Union“ des Landes vorgestellt worden. "Becker ist aber kein offizieller Diplomat des Landes", konterte Doubane in einem Telefoninterview mit der Zeitschrift Die Welt. "Um als Diplomat ernannt zu werden, ist neben der Ernennung des Präsidenten auch meine Unterschrift als Außenminister nötig“, so Doubane mit klaren Worten. Er habe entsprechende Dokumente jedoch nie unterzeichnet. Der Außenminister bestätigte allerdings, dass es ein Treffen zwischen dem Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik, Faustin Archange Touadera, und Becker gegeben habe. Dabei sei es auch tatsächlich darum gegangen, dass Becker dem Land mit seinen Kontakten im Sportsektor helfen werde. Dies habe der "ehemalige Tennisstar" auch bei zwei Gelegenheiten in Paris und Brüssel getan, "aber eben nicht als offizieller Diplomat".

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Diese Farce muss ein Ende haben

Die britische Press Association (PA) witzelte über die deutsche Tennislegende mit den Worten, "Becker mache nun diplomatische Immunität geltend, um diese Farce zu einem Ende zu bringen und damit er anfangen könne, sein Leben wieder aufzubauen". Beckers Insolvenzverwalter wollten diesen Schachzug nicht akzeptieren. Der dreimalige Wimbledonsieger war im Juni 2017 von einem Konkursgericht in London wegen nicht beglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Nun wird der Ex-Sportler und Neo-Single wohl doch noch auf seinem Schuldenberg sitzen bleiben.