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20.11.2017

Alfons Haider wird 60: "Viele Feinde" aber "keine Krise"

Der Moderator wird 60. Eine Krise hat er deswegen aber nicht, wie er erklärt.

Man sieht es ihm zwar nicht an, aber der Schauspieler und Moderator Alfons Haider feiert am 24. November seinen 60. Geburtstag. "Ich hatte zu meinem Vierziger keine Krise, zu meinem Fünfziger nicht - und es tut mir leid, aber zu meinem Sechziger auch nicht", so Haider auf seinen Geburtstag angesprochen.

Platz erkämpft

In Zukunft will er weiterhin "Unterhaltung mit Haltung" machen. Mit 60 Jahren befindet sich Haider in einer komfortablen Position: "Am Anfang muss man sich seinen Platz erkämpfen, dann muss man ihn halten, aber jetzt genieße ich meine Arbeit wirklich zum ersten Mal", sagte der Moderator.

In seinem "letzten Lebensdrittel" will Haider wieder zurück zu seinen Wurzeln - der Schauspielerei. "Ich möchte wieder in großen Serien und Filmen mitspielen", so der Entertainer. Erste Projekte dazu seien auch schon im Entstehen. Aber auch seiner Paraderolle als Moderator des Wiener Opernballes im ORF will der Entertainer treu bleiben.

Viele Feinde durch "Haltung"

Bei seiner Arbeit will Haider weiterhin "Haltung" für eine tolerante Gesellschaft zeigen. "Auch wenn mir das viele Feinde eingebracht hat und mein Privatleben teilweise wahnsinnig ruiniert hat", sagte Haider.

"Der Schauspieler Hans Holt hat mir nach meinem Outing bei meinem 40er gesagt: „Es war ein Fehler, dass du das gemacht hast, aber auch schön. Jetzt musst du aufpassen, weil mit 50 kommt die Seele eines Menschen ins Gesicht.“ Da habe ich offenbar Glück gehabt. Ich kenne viele Kollegen, die nicht so offen leben und anders ausschauen."

Seinen Geburtstag wird Haider mit 60 ausgewählten Freunden verbringen, die ihn über viele Jahre hinweg begleitet haben. "Die allermeisten kenne ich mehr als zehn Jahre lang", sagte der Schauspieler. "Meinen Fünfziger habe ich mit 400 Gästen gefeiert, da kann mich nicht wirklich unterhalten, aber mit 60 - das geht", meinte Haider.

Hält Freund geheim

Auch sein Freund wird wohl dabei sein, die Identität seiner neuen Liebe hält er aber geheim. Dem KURIER erklärte er warum: "Ich habe 30 Jahre lang versucht, in dieser Hinsicht mit offenen Karten zu spielen, aber es hat nie funktioniert, weil die Öffentlichkeit nicht mitspielt. Ich glaube, dass man ein Recht auf acht Stunden Privatsphäre hat und das niemanden was angeht. Das wissen 20 Leute, wer das ist und fertig."

Kein Botox und Co.

Bei Alfons Haider drängt sich natürlich eine Frage auf: Wie kann man mit 60 Jahren noch derartig frisch aussehen? "Ich esse nur zweimal am Tag und schau, dass ich mindestens dreimal pro Woche schwitze und den Puls eine halbe Stunde auf 120 kriege. Das hilft. Ich gehe auch viel und versuche positiv zu sein und positiv zu denken. Jeder hat seine Probleme mit Familie, Karriere oder Gesundheit. Aber wenn man alles zusammenzählt, gibt es viele, denen es viel dreckiger geht."

An ihm sei alles "natur pur", Botox und Co. sei bei ihm nicht zum Einsatz gekommen, gab er schon vor einigen Wochen im KURIER-Interview preis. Das einzig Unechte an ihm sei ein falscher Zahn.

Über sein Outing

Auf seine Homosexualität in Jugendjahren angesprochen, erzählt er:

"Als ich es überrissen habe, war ich 23. 1977 war Schwulsein keine Hetz, der Letzte ist dafür 1972 in den Häfen gegangen. Erst mit Kreisky, Androsch und Broda, die alle nicht schwul waren, ist die Befreiung der Schwulen gekommen. Ich war 40, als ich öffentlich gemacht habe, dass ich Männer liebe. Das war 1997 und damals war Günter Tolar der Einzige, der offen zu seiner Homosexualität gestanden ist, danach kam ich. Ich kann keine Namen nennen, aber erst jetzt langsam kommen auch ganz alte Kollegen drauf, dazu zu stehen."