Sport
12/05/2011

Zahltag auf US-Tour, Kritik an hohen Preisgeldern

Golfprofi Bill Haas aus den USA hat am Sonntag in Atlanta die US-Tourchampionship und damit auch im FedExCup den Jackpot von zehn Millionen Dollar gewonnen.

Im Stechen setzte sich der 29-jährige Sohn des ehemaligen US-PGA-Toursiegers Jay Haas gegen seinen Landsmann Hunter Mahan durch und kassierte neben dem Jackpot noch 1,4 Millionen Dollar Preisgeld für den Turniersieg.

Am Mega-Zahltag, an dem Haas insgesamt 11,4 Mio. Dollar (8,49 Mio. Euro) kassierte, gab es aber auch Kritik an den exorbitanten Preisgeldern im US-Golf. Denn von dort kommt laut Sportmanager Edwin Weindorfer das Hauptproblem vieler Europa-Turniere. "Dieser Preisgeld-Level kommt aus den Zeiten der unglaublichen Erfolge und Ratings durch Tiger Woods. In dieser Zeit ist die Preisgeldspirale unglaublich gewachsen und Europa ist mitgegangen", sagte einer der beiden Chefs vom Veranstalter der Austrian GolfOpen.

Nach dem Finanzcrash 2008 und dem Rückzug vieler Sponsoren aus dem Finanzdienstleistungs-Sektor habe man zwar im Tennis reagiert und die Preisgelder korrigiert, im Golf sei das aber nicht erfolgt, bemängelte Weindorfer. Woods ist zudem in der Weltrangliste längst auf Platz 50 abgestürzt.

Grund dafür ist laut Weindorfer, dass europäische Spieler, denen die Tour gehört, aufgrund der anhaltenden Geld-Hausse in Asien und den arabischen Emiraten nicht bereit sind, in Europa zurückzunehmen. Darunter leiden vor allem Turniere in kleineren Märkten wie Österreich, wo man ein Budget von 3 Mio. Euro benötigt, um das Minimum von 1 Mio. Euro an Preisgeldern ausschütten zu können. Trotzdem ist man damit die höchstdotierte wiederkehrende Einzelsportveranstaltung im Lande. Beim ATP-Tennisturnier in der Wiener Stadthalle wurden zuletzt 650.000 Euro ausgeschüttet, beim weltberühmten Ski-Klassiker in Kitzbühel 550.000 Euro.

Weindorfer glaubt, dass die Preisgelder im Golf im Vergleich zu anderen Sportarten zu hoch sind. "Auch wenn die Europa-Tour mittlerweile auch in Asien und Südafrika gespielt wird, dürfen wir nicht vergessen, dass die Wurzeln hier sind und wir sie nicht zu sehr verlagern dürfen", warnte der Sponsoring-Profi. Auch die europäischen Spitzenspieler, die momentan mit vier Mann an der Spitze das Weltgolf beherrschen, nahm Weindorfer in die Pflicht. "Ein Luke Donald (Weltranglisten-Erster, Anm.) sollte nicht so viel in den USA spielen, sondern eher in Europa."

Solange die maßgeblichen Rankings im Golf aber ausschließlich am Preisgeld orientiert sind, wird sich das wohl kaum ändern. Zudem hat auch Europa einiges zu bieten. Das Tour-Finale im Dezember (8. bis 11.) in Dubai wird erneut mit 7,5 Mio. Euro dotiert sein, unter den besten 15 Profis der Jahres-Preisgeldrangliste wird noch einmal die gleiche Summe verteilt.

Bernd Wiesberger tut daher derzeit alles, um noch unter die 60 Dubai-Finalisten zu kommen. Nach seinem fünften Platz bei den AustrianOpen scheint der Burgenländer im "Race" auf Platz 70 auf. Wiesberger kann schon diese Woche weiter Boden gutmachen, er spielt wie Martin Wiegele und Markus Brier bei der Dunhill Links Championship in Schottland. Es geht um 5 Mio. Euro und einen Siegerscheck über fast 590.000 Euro. Das auf gleich drei Plätzen ausgetragene Turnier ist alleine wegen seines ProAm-Formates (Hugh Grant, Franz Klammer oder Johan Cruyff sind längst Stammgäste) einzigartig. Titelverteidiger ist der Deutsche Martin Kaymer.

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