Kulturdenkmal: Seit 1912 tragen die Boston Red Sox ihre Heimspiele im ehrwĂĽrdigen Fenway Park aus.

© APA/CJ GUNTHER

World Series 2013
10/23/2013

Baseball-Finale: Das Stadion ist der Star

Die Boston Red Sox und St. Louis Cardinals. spielen um die Krone im US-Baseball.

von Stephan Blumenschein

Das Grab von Martin Luther King; der Grand Canyon; ein Kriegsschiff, das bei der Invasion der Alliierten im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle gespielt hat – die Liste der offiziellen Kulturdenkmäler der USA ist namhaft und lang. Ab Mittwoch wird in einem anderen Denkmal die beste Baseball-Mannschaft der Welt ermittelt. Die Boston Red Sox eröffnen im heimischen Fenway Park die World Series gegen die St. Louis Cardinals.

„Schlacht der Titanen“ wird die Endspielserie (best of seven) in den Medien genannt. Zum ersten Mal seit 14 Jahren stehen einander die besten Teams der regulären Saison gegenüber.

Es ist ein würdiges Finale, das in einer würdigen Umgebung beginnt. Seit 1912 tragen die Red Sox ihre Heimspiele im Fenway Park aus, dem ältesten im Betrieb befindlichen Baseball-Stadion. Nicht nur die Boston-Fans lieben ihre Arena. „America’s Most Beloved Ballpark“ wurde 2006 in einer landesweiten Umfrage in die aktualisierte Ausgabe des Brettspiels Monopoly gewählt.

Zu einer Kultstätte gehören besondere Plätze. Und davon gibt es im Fenway Park genügend – etwa den „Lone Red Seat“. Dieser einsame, rote Sitz unter sonst tausenden grün lackierten markiert jenen Punkt, an dem der längste jemals im Fenway Park geschlagene Home Run gelandet ist. Red-Sox-Legende Ted Williams schlug im Jahr 1946 den Ball 153 Meter weit und schoss dem Zuschauer, der auf jenem Sitz in Reihe 37 saß, den Strohhut vom Kopf.

Das „grüne Monster“

Zum einsamen roten Sitz gesellt sich das „grüne Monster“. Die 11,3 Meter hohe und 73,2 Meter lange Mauer war bereits 1912 Teil des Stadions und bestand bis 1934 aus Holz. Die auf ihr angebrachte manuelle Anzeigetafel wird bis heute benutzt. Die nur 247 Sitzplätze auf der Mauer gehören zu den begehrtesten im US-Sport.

Begehrt sind sowieso alle Tickets im Fenway Park. Von Mai 2003 bis April 2013 waren alle Heimspiele im rund 38.000 Zuschauer fassenden Stadion ausverkauft. Nach 820 Spielen und ĂĽber 30 Millionen Besuchern endete die imposante Serie.

Ein freier Sitzplatz wird in der World Series 2013 kaum zu finden sein. Die Red Sox sind Favoriten und peilen den achten Titel an, sechs konnten sie bislang im Fenway Park feiern. Lediglich die Stadioneröffnung am 20. April 1912 ging unter – wie die Titanic fünf Tage zuvor.

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