Sport | Wintersport
27.11.2018

Wer zur Halbzeit in der EBEL überrascht und enttäuscht

Am Dienstag beginnt die zweite Hälfte des Grunddurchgangs. Eine Zwischenbilanz nach 22 Runden.

Außer KAC, Znaim und Zagreb haben die Teams der Erste Bank Liga bereits die Hälfte des Grunddurchgangs absolviert. Zeit also, vor der Dienstag-Runde eine Zwischenbilanz zu ziehen.

An der Spitze steht völlig überraschend Graz. Bei den Steirern haben einige Neuverpflichtungen wie Yellow Horn und Loney voll eingeschlagen, dazu blüht Setzinger als Verteidiger auf und fühlt sich Oberkofler in seiner Heimat wieder richtig wohl. Coach Mason ist wie ein Dompteur, der seine Spieler bei Laune hält. Mit 23 Toren aus 82 Überzahlmöglichkeiten führen die Grazer auch die Powerplay-Statistik an.

KAC (am heutigen Dienstag gegen Dornbirn) könnte nach Verlustpunkten schon an der Spitze stehen. Die Klagenfurter hatten nur im Oktober eine kleine Schwächephase und sonst nie mehr als ein Spiel in Folge verloren. Haugen ist ein starker Rückhalt im Tor, Petersen der erwartete Top-Spielmacher in der Liga.

Meister Bozen, der heutige Gast der spusu Vienna Capitals, hatte alle personellen Voraussetzungen, erneut Meister zu werden. Goalie Irving kann Spiele im Alleingang gewinnen, außerdem haben die Italiener fünf Spieler, die größer als 1,90 Meter sind und in der heißen Phase für Härte sorgen werden.

Hohe Ziele, tiefes Loch

Die Capitals waren mit zwölf Siegen gestartet, die Umstellung auf den neuen Trainer Dave Cameron machten sich erst bemerkbar, als nicht mehr alles automatisch ging. Es folgten fünf Niederlagen. Am Wochenende gab es zwei Niederlagen im Penaltyschießen in Salzburg und Innsbruck, die Tendenz zeigte wieder nach oben. Mit Arniel, Hartl, Hackl und Dorion fehlen vier Spieler, die viel Eiszeit bekommen würden. Transfer-Schnellschüsse wird es nicht geben, Hartl und Dorion werden vor Weihnachten zurückerwartet. Nur auf dem letzten Rang liegen die Wiener in der Powerplay-Statistik. Zwölf Tore aus 88 Möglichkeiten ist grottenschlecht. Das Heimspiel gegen Bozen wird ein Gradmesser, ob die Krise überwunden ist oder nicht.

Salzburg (Rang 5) und Linz (6) komplettieren die obere Tabellenhälfte. Es wäre eine Überraschung, würde von den jetzigen Top-6-Teams eines nicht in die Platzierungsrunde der ersten sechs kommen. Bei den Salzburgern wechseln Licht und Schatten, Top-Stürmer wie Schremp oder Mueller wurden nicht ersetzt.

Bei Linz zeigt nach einem miesen Start die Kurve nach oben. Heute folgt das Spiel in Villach (19.15, Sky Austria), wo der VSV bereits abgeschlagen Letzter ist. In den jüngsten 13 Partien haben die Villacher nur gegen die Capitals gewonnen. Den Linzern fehlt die Scorerqualität hinter Lebler, Locke und DaSilva. Im Tor haben sich Ouzas und Kickert stabilisiert.

Innsbruck ist derzeit nicht in den Top-6 hat aber dank der offensiven Qualitäten rund um Clark und Yogan das Potenzial gegen jedes Team zu gewinnen. Vor allem dann, wenn der neue Keeper Gracnar sich eingelebt und zum Rückhalt wird.

Dornbirn mit seinen 14 Legionären liegt auf Rang neun und bleibt eine launische Diva. Siegesserien wechselten sich mit Niederlagenserien ab.