Hirscher lieferte sich mit Kristoffersen erneut ein hartes Duell.

┬ę APA/AFP/GIUSEPPE CACACE

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12/23/2016

Hirscher: "Die letzten Tage waren am Limit"

Der Salzburger habe viel Energie verbraucht und freut sich auf ein paar freie Tage.

Ski-Star Marcel Hirscher ist nach dem ersten Drittel der Weltcup-Saison geschlaucht, aber gl├╝cklich. "Die letzten Tage waren am Limit", sagte der Gesamtweltcup-F├╝hrende nach seinem zweiten Platz im Nachtrennen von Madonna di Campiglio am Donnerstag. Dennoch sei Hirscher froh, Slalom-K├Ânig Henrik Kristoffersen etwas n├Ąhergekommen zu sein, und zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison.

Zwei Tage vor dem Heiligen Abend zog Hirscher eine positive Zwischenbilanz nach neun Weltcup-Eins├Ątzen, zwei Siegen und f├╝nf zweiten Pl├Ątzen. "Ich bin ganz allgemein superhappy mit meinem Skifahren. Ich habe viele Podestpl├Ątze geholt, viele Punkte f├╝r den Gesamtweltcup", f├╝hrte der Annaberger aus.

Tats├Ąchlich sind 633 Z├Ąhler vor Weihnachten bis dato ein Bestwert. Das norwegische Verfolger-Duo Kjetil Jansrud und Kristoffersen liegt gleichauf 251 Z├Ąhler dahinter, nie war sein Vorsprung zu diesem Zeitpunkt gr├Â├čer. Das Vorhaben sechste Kristallkugel in Serie ist somit voll auf Schiene.

"Die Punkte sind super, das ist gewaltig", sagte Hirscher, "aber nichtsdestotrotz wei├č ich nicht, ob es jemals um die Jahreszeit schon so viel Energie gebraucht hat." Vor allem die vergangene Woche habe an seinen Kr├Ąften gezehrt. "Ich bin gesundheitlich etwas angeschlagen. Ich freu' mich jetzt darauf, drei Tage freizuhaben, bevor es wahrscheinlich nach Santa Caterina geht."

Einsatz in Santa Caterina unter Fragezeichen

Dort stehen am Dienstag ein Super-G und am Donnerstag eine Kombination auf dem Programm. Ob Hirscher mit von der Partie ist, will er am Montag entscheiden. "Da muss ich jetzt kalkulieren und spekulieren. Das Wichtigste ist, dass ich fit bin, weil eigentlich geht es jetzt bis Februar durch", sagte er kurz vor 23.30 Uhr am Donnerstagabend im Pressezentrum in Madonna di Campiglio.

Davor hatten Hirscher und Kristoffersen unweit davon gro├čen Sport gezeigt. Auf der Canalone Miramonti lieferten sich die Slalom-Giganten vor 16.000 Zuschauern erneut ein Duell auf einsamer H├Âhe, pushten sich gegenseitig ans Limit. Mit 0,23 Sekunden Halbzeit-R├╝ckstand auf Kristoffersen drehte Hirscher in der Entscheidung auf und brachte eine ├╝berlegene Laufbestzeit ins Ziel. Der danach startende Norweger konterte bravour├Âs und war noch einmal ein Zehntel schneller. Spekulationen, er k├Ânnte durch das juristische Gez├Ąnk mit dem norwegischen Verband abgelenkt sein, widerlegte Kristoffersen damit eindrucksvoll.

"Ich hab' schon kurz gedacht, dass es sich ausgehen k├Ânnte, aber es war nicht genug", meinte der geschlagene Zweite. Voll riskiert habe er aber nicht. "Es war schon wirklich am Limit, aber es war sehr sicher und eine sehr stabile Fahrt. Wenn man suchen will, wo ich das Rennen verloren habe, war es im ersten Durchgang." Im flachen oberen Abschnitt habe Hirscher "erst einmal reinkommen m├╝ssen". Ganz allgemein sei es positiv, "ihm ein bisschen n├Ąher gekommen zu sein, aber erst ist noch immer der K├Ânig im Slalom", urteilte der 27-J├Ąhrige ├╝ber den f├╝nf Jahre j├╝ngeren Kristoffersen.

Ein Schritt zur├╝ck beim Material

Geholfen, den Abstand auf den Norweger zu verringern, habe Hirscher materialtechnisch der R├╝ckgriff auf die Einstellungen, die ihm schon in Levi, wo er im November ├╝berlegen vor Michael Matt gewonnen hatte, Erfolg gebracht hatten. "Oft ist ein bisschen ein Schritt r├╝ckw├Ąrts auch notwendig, wenn man das Gef├╝hl hat, man hat sich ein bisschen verlaufen. Aber wenn das Zur├╝ckgehen so gut funktioniert, soll es okay sein", erkl├Ąrte er.

Der Rest hinkt hinterher

Der Rest der Welt scheint momentan bei der ├ťbermacht von Kristoffersen und Hirscher chancenlos. Stefano Gross lag als Dritter bereits 1,35 Sekunden hinter dem Sieger und 1,02 hinter Hirscher, freute sich aber dennoch extrem. Der 30-J├Ąhrige stammt aus der Region Trentino-S├╝dtirol, ist also ein echter Lokalmatador. "Es ist etwas Spezielles, vor meiner Familie und meinen Freunden diesen Podestplatz zu erreichen", sagte Gross. Seit dem Sieg von Giorgio Rocca 2005 stand er als erster Italiener auf dem Podium des 3Tre-Rennens, was die Tifosi bis weit in die Nacht feiern lie├č.

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