Sport | Wintersport
26.10.2018

Eva-Maria Brem will zurück zu alter Stärke

Als sich Eva-Maria Brem 2016 so schwer am Unterschenkel verletzte, war sie gerade die beste Riesentorläuferin der Welt.

Die lange Laufbahn von Eva-Maria Brem spiegelt sich in einer Woche wider. Im Spätherbst des Jahres 2016 erlebte die Tiroler Skiläuferin innerhalb weniger Tage die emotionalsten Momente ihrer Karriere, in positiver wie in negativer Hinsicht.

Ende Oktober stand Eva-Maria Brem in Wien auf der Bühne und wurde als Sportlerin des Jahres geehrt. Anfang November lag sie nach einem Sturz beim Slalomtraining mit einem Schien- und Wadenbeinbruch auf dem Operationstisch.

Da schien die Riesentorlaufspezialistin aus Münster endlich alle Probleme hinter sich gelassen zu haben und spät aber doch in der Weltspitze angekommen zu sein, und dann folgte prompt der nächste Rückschlag. „Das war extrem zach für mich“, erinnert sich die 30-Jährige. „Es hat mir in dieser Situation geholfen, dass ich in meiner Karriere schon viel durchmachen musste.“

Dilemma

Als sich Eva-Maria Brem 2016 so schwer am Unterschenkel verletzte, war sie gerade die beste Riesentorläuferin der Welt. Und genau das ist jetzt auf dem Weg zurück zu alter Stärke auch das Dilemma der Gewinnerin der kleinen Kristallkugel der Saison 2015/’16: Einerseits ist die Tirolerin durch ihre Erfolge auf den Geschmack gekommen, zugleich ist sich Brem aber auch darüber im Klaren, dass sie bislang schlicht nicht in der Verfassung war, um an vergangene Leistungen anzuschließen.

„Ich habe gewusst und auch gespürt, dass ich nicht gewinnen kann“, erinnert sich Eva-Maria Brem an die Rennen im vergangenen Winter. Gemessen an ihren persönlichen Ansprüchen war die 30-Jährige mitunter fast ein wenig erschrocken über ihre Auftritte in den Riesentorläufen der Vorsaison. Ein 20. Platz am Kronplatz war noch das Highlight, „es hat teilweise wirklich nicht gut ausgeschaut, wie ich runtergefahren bin.“

Nagelprobe

Brem machte der knapp 20 Zentimeter lange Nagel zu schaffen, der ihr zur Stabilisierung des Unterschenkels eingesetzt worden war. Dass sie sich nach einem Materialwechsel noch mit den neuen Skiern anfreunden musste, kam erschwerend hinzu. Als ihr nun im Frühjahr das lange Metallteil wieder entfernt wurde, meinte Brem nur: „Unmöglich, dass dieser Nagel in meinem Schienbein überhaupt Platz gehabt hat.“

Seit diesem Eingriff geht der routinierten Riesentorläuferin das Skifahren wieder etwas leichter von den Beinen. Auch wenn sie sich noch immer auf der Suche nach der alten Sicherheit und dem perfekten Set-up befindet. „Es geht jetzt darum, das Puzzle wieder zusammenzufügen, damit es ein perfektes Bild ergibt“, sagt Eva-Maria Brem. „Es ist schon ganz okay, aber mit ganz okay gewinnst du kein Rennen.“

Und nichts anderes ist der Antrieb der Tirolerin. „Wenn du schon einmal gewonnen hast und weißt, wie sich das anfühlt, dann willst du da unbedingt zurück.“

Diesen Angriff auf die Podestplätze wird Eva-Maria Brem von hinten starten, die ehemalige Nummer ist aus den Top 25 gefallen. Brem nimmt’s mit Humor: „Dann geht sich ein längeres Frühstück aus.“