Sport | Wintersport
13.06.2018

ÖSV: Expertenkommission fand "Einzelfälle und Einzeltäter"

Die Untersuchungen zu den schweren Missbrauchsfällen ergaben "keine Strukturen, die sexualisierte Gewalt fördern".

Im vergangenen Herbst hatte die Ex-Skiläuferin Nicola Werdenigg in einem Interview schwere Vorwürfe gegen den ÖSV erhoben und damit eine Lawine ins Rollen gebracht: Mehrere Ex-Athletinnen hatten sich gemeldet und von sexuellem Missbrauch und anderen Misshandlungen berichtet. In der Folge hatte der Skiverband eine Expertenkommission eingesetzt, um die Vorwürfe zu prüfen - deren Ergebnisse liegen nun vor.

"Es gibt Einzelfälle und Einzeltäter", heißt es in der Aussendung des ÖSV. "Laut den Ergebnissen gab und gibt es im ÖSV keine Strukturen, die systematisch sexualisierte Gewalt fördern. Auch für Schüler und Schülerinnen besteht kein erhöhtes Risiko. Die Expertenuntersuchungen haben ergeben, dass die Strukturen, wie sie im ÖSV aufgesetzt sind, den Erfordernissen für einen wechselseitigen, respektvollen Umgang von FunktionärInnen, AthletInnen und TrainerInnen entsprechen."

"Jeder einzelne Fall, der passiert ist, ist schockierend, zutiefst bedauerlich und furchtbar für den Betroffenen oder die Betroffene", so ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der sich mit den Ergebnissen jedoch zufrieden zeigt. " Alle Experten in den drei Kommissionen haben ihre Analysen unbeeinflusst und unabhängig durchgeführt. Ich bedanke mich für ihre umfangreiche und sorgfältige Arbeit. Wir haben Vorschläge und Anregungen von den Experten aufgenommen, die wir teilweise schon umgesetzt haben beziehungsweise umsetzen werden.“

Als Maßnahmen nennt der ÖSV unter anderem das Einsetzen einer dauerhaften Ombudsstelle, eine neu aufgestellte Trainerausbildung für Damenmannschaften oder regelmäßige Gesprächsrunden mit Psychologinnen und Psychologen für die Teams.