Nummer 1000: Meilenstein für Thomas Vanek

Jan 23, 2018; Vancouver, British Columbia, CAN; Va…
Foto: USA TODAY Sports/Bob Frid Zeit zum Feiern: Thomas Vanek erreicht einen Meilenstein.

Am Samstag steigt Thomas Vanek in einen elitären Klub auf: Er wird sein 1.000. NHL-Spiel bestreiten.

Er war nicht der erste österreichische Spieler in der stärksten Eishockey-Liga der Welt, aber der erste rot-weiß-rote Star. Am Samstag erreicht Thomas Vanek einen Meilenstein, den in der 100-jährigen Geschichte der National Hockey League nur rund 400 Spieler geschafft haben: Der 34-Jährige bestreitet sein 1.000. NHL-Spiel, Grunddurchgang und Play-off zusammengerechnet.

Vanek war zweimal fünftbester Torschütze der Liga, erhielt im Sommer 2007 einen 50-Millionen-Dollar Vertrag und wurde so in der Saison 2007/08 zum bestbezahlten Eishockey-Profi weltweit. Im Herbst 2007 wurde er auch als bisher einziger Eishockey-Spieler zu Österreichs Sportler des Jahres gewählt. Am Samstag folgt im Heimspiel gegen Tampa Bay Lightning nun der nächste Meilenstein in der Vita des Steirers, dessen Talent schon früh entdeckt worden ist.

Alleine in die USA

Der in Baden bei Wien geborene Vanek hat das Eishockey-Gen im Blut. Sein Vater Zdenek, der mit seiner Mutter Jarmila 1982 aus der Tschechoslowakei nach Österreich gekommen ist, war selbst Profi. International aufmerksam wurden die Scouts beim Pee-Wee-Turnier in Quebec, dem größten Nachwuchsturnier der Welt. 1998 schoss sich Vanek mit 21 Toren in 14 Partien ins All-Star-Team, worauf sich kanadische Zeitungen an den jungen Mario Lemieux erinnert fühlten.

Die Tür nach Amerika war damit offen. Vanek ging mit 14 Jahren alleine und mit nur sehr bescheidenen Englisch-Kenntnissen nach Übersee. Nach tollen Nachwuchserfolgen zeigte die Slowakei Interesse an Vanek, dessen Mutter aus der Slowakei stammt, und lud ihn im Sommer 2001 zu einem Trainingslager ein. Doch das Talent blieb seiner Heimat Österreich erhalten.

Vanek ging auf die University of Minnesota, die mit dem Österreicher erstmals in ihrer Geschichte einen Europäer verpflichtete. Als "freshman" (Student im ersten Jahr) führte er die "Golden Gophers" 2002/03 zum College-Titel und wurde zum besten Spieler des Finalturniers in Buffalo gewählt. Damals als Zuschauer auf der Tribüne: Lindy Ruff, Chefcoach des dort ansässigen NHL-Clubs Buffalo Sabres. Wenige Monate später sicherten sich die Sabres die Rechte an Vanek. Beim NHL-Draft am 21. Juni 2003 wählte Buffalo Vanek als Nummer fünf.

Bestbezahlter Eishockey-Profi

Am 5. Oktober 2005 kam der torgefährliche Flügel zu seinem Debüt in der NHL. Die Umstellung auf das Spiel der Besten verlief mit Höhen und Tiefen, seine Torinstinkt bewies er aber schon im ersten Jahr und wurde mit 25 Treffern zweitbester Torschütze der Sabres im Grunddurchgang. In der zweiten Saison legte er zu und war mit 43 Toren die Nummer fünf der Liga. Als bestes Team des Grunddurchgangs gewannen die Sabres erstmals die Presidents' Trophy, beim Griff nach dem Stanley Cup scheiterten sie aber im Conference Finale an den Ottawa Senators.

Das weckte Begehrlichkeiten anderer Clubs. Die Edmonton Oilers wollten Vanek unbedingt holen und boten ihm einen Mega-Vertrag an. Doch Buffalo wollte seinen Jungstar nicht ziehen lassen und band Vanek am 6. Juli mit einem 50-Millionen-Dollar-Vertrag für sieben Jahre an sich. Mit 10 Mio. Dollar im ersten Jahr war Vanek sogar weltweit bestbezahlter Eishockey-Profi. Den Sommer wie aus einem Märchenbuch machte die Geburt seines ersten von mittlerweile drei Kindern komplett, im Herbst folgte die Ehrung zu Österreichs Sportler des Jahres.

2008/09 schaffte Vanek neuerlich die 40-Tore-Marke und Rang fünf in der Torschützenliste. Nach über acht Jahren in Buffalo begannen die Wanderjahre für den Stürmer, der oft weit weg von der in Minnesota lebenden Familie wohnte. In New York, Montreal, Minnesota, Detroit und Florida jagte er bisher glücklos seinem ganz großen Traum, dem Gewinn des Stanley Cups, nach. Auch in Vancouver sieht es nicht danach aus, allerdings könnte Vanek bis zum Ende der Transferzeit am 26. Februar noch transferiert werden.

(APA / kai) Erstellt am
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