© EPA/Grzegorz Momot

Sport Wintersport
03/25/2021

Nach schwerem Sturz in Planica: Tande in künstlichem Tiefschlaf

Der Norweger prallte mit großer Wucht am Aufsprunghang auf, die Verletzungen sind nicht lebensbedrohlich. Der Sieg ging an Kobayashi.

Michael Hayböck hat am Donnerstag beim Auftakt des Skiflug-Weltcupfinales in Planica als Vierter das Podest wie bei der WM nur knapp verpasst. Der Sieg ging an den Japaner Ryoyu Kobayashi.

Überschattet wurde der Bewerb von einem Horrorsturz des Norwegers Daniel Andre Tande im Probedurchgang. Der Ex-Weltmeister geriet direkt nach dem Absprung in Schieflage und knallte nach 78 Metern mit dem Körper auf den Vorbau der riesigen Anlage in Planica.

Tande wurde nach medizinischer Erstversorgung per Hubschrauber ins nächstgelegene Krankenhaus in Ljubljana gebracht. Rund eine Stunde nach dem Sturz gab ein Sprecher des Skiweltverbandes FIS eine erste Entwarnung. 

Tandes Gesundheitszustand sei nach dem Transport "stabil", hieß es. Norwegens Skisprungchef Clas Brede Brathen erklärte dann am Abend, dass die Verletzungen nicht lebensbedrohlich seien, Tande aber vorerst in einem künstlichen Tiefschlaf gehalten werde. Der 27-Jährige erlitt einen Schlüsselbeinbruch, weiter Knochenbrüche wurden ausgeschlossen. Der zuständige Mediziner des Organisationskomitees, Tomislav Mirkovic, ergänzte, dass Tande bei der Einlieferung bewusstlos gewesen sei, man habe ihn intubieren und künstlich beatmen müssen. Erste Untersuchungsergebnisse nach erfolgter Stabilisierung seien vielversprechend, so Mirkovic weiters. Weitere Aufschlüsse sollen weitere Tests bringen, die am Freitag erfolgen sollen.

"Wissen noch nicht, ob er überlebt"

Tande war nach seinem Sturz nicht nur heftig aufgeprallt, sondern nach dem Aufschlag auch mit hohem Tempo den Hang heruntergerutscht. Tande wurde 2018 Einzel-Weltmeister beim Skifliegen und holte 2020 - in Planica - die Flug-Goldmedaille im Teamspringen.

Der Deutsche Karl Geiger meinte danach: "Das ist tragisch. Das ist eine üble Geschichte." Im Probedurchgang, in dem sich der Unfall ereignete, war Geiger direkt nach Tande an der Reihe. "Ich wollte gleich wissen, was ist los. Da haben sie gesagt: Sie wissen noch nicht, ob er überlebt", schilderte der Allgäuer im ZDF die dramatischen Momente im Auslauf.

Hayböck bester Österreicher

"Das hat böse ausgeschaut", meinte Stefan Kraft, der den offenbar bewusstlosen Tande den Hang herunterrutschen gesehen hatte. Der Großschanzenweltmeister aus Salzburg, neuerdings wieder von Rückenproblemen geplagt, kam nicht über Rang 23 hinaus.

Hayböck verpasste das Stockerl hinter den Deutschen Markus Eisenbichler und Geiger um lediglich 1,1 Punkte. Der Oberösterreicher war auch schon im Dezember bei der WM an gleicher Stelle auf dem undankbaren Blechrang gelandet. "Planica gibt mir derweil die vierten Plätze, aber ich bin trotzdem glücklich", betonte Hayböck im ORF-Interview und verwies auf die Einstellung seines besten Saisonresultates mit nur geringem Rückstand auf die Podestplätze. Diese will er in den kommenden Tagen nachholen. "Es gibt dieses Wochenende ja noch viele Chancen."

FIS Ski Jumping World Cup in Planica

"Zwei coole Flüge"

Zweitbester Österreicher war Daniel Huber als Sechster. "Das waren zwei coole Flüge bei unterschiedlichen Bedingungen, deswegen bin ich sehr zufrieden", sagte Huber. Kraft hatte hingegen keine Freude mit seinem Auftritt. "Das war nichts, ich probiere alles, ich werde es morgen wieder probieren", so Kraft. Die Rückenprobleme wollte er nicht als Ausrede verwenden. "Es ist nicht ideal, aber trotzdem kann ich einen besseren Sprung machen."

Tandes Teamkollege und Weltcupgesamtsieger Halvor Egner Granerud war nach überstandener Corona-Infektion als 37. im Finaldurchgang nur noch Zuschauer. Auch Philipp Aschenwald (35.) schied vorzeitig aus. Der Tiroler war dabei aber in guter Gesellschaft, die polnischen Asse Dawid Kubacki und Kamil Stoch verpassten die Entscheidung ebenfalls. Ulrich Wohlgenannt wurde im ersten Durchgang wegen regelwidrigen Materials disqualifiziert.

1.

Ryoyu Kobayashi (JPN)

452,5

(235,5/244,5)

2.

Markus Eisenbichler (GER)

445,1

(232,5/238,5)

3.

Karl Geiger (GER)

431,3

(224,5/238,0)

4.

Michael Hayböck (AUT)

430,2

(230,5/227,0)

5.

Bor Pavlovcic (SLO)

428,2

(231,5/228,5)

6.

Daniel Huber (AUT)

420,4

(228,5/227,5)

7.

Robert Johansson (NOR)

419,9

(217,0/234,5)

8.

Domen Prevc (SLO)

418,9

(231,0/222,0)

9.

Yukiya Sato (JPN)

417,3

(228,5/219,5)

10.

Piotr Zyla (POL)

413,2

(214,5/230,5)

  • WEITERS:

22.

Markus Schiffner (AUT)

385,9

(211,0/217,5)

23.

Stefan Kraft (AUT)

385,1

(219,5/206,0)

24.

Jan Hörl (AUT)

379,0

(211,0/210,5)

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