DOPING-CAUSA: PROZESS GEGEN LANGLÄUFER MAX HAUKE

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Sport Wintersport
10/30/2019

Fünf Monate bedingte Haft für Dopingsünder Hauke

Der 27-Jährige bekannte sich teilweise schuldig und gab an, sich selbst für das Doping entschieden zu haben.

Der ehemalige Skilangläufer Max Hauke hat sich am Mittwoch am Landesgericht Innsbruck verantworten müssen. Er wurde wegen des Vergehens des gewerbsmäßigen schweren Sportbetrugs zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Der 27-jährige Steirer bekannte sich vor dem Schöffensenat teilweise schuldig. Er gab zu, sowohl Wachstumshormon genommen, als auch Blutdoping betrieben zu haben. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Die von der Staatsanwaltschaft angenommene Schadenssumme in der Höhe von über 50.000 Euro bestritt Hauke jedoch. Die Anklagebehörde warf dem 27-Jährigen vor, seit der Saison 2015/16 die Anti-Doping-Regeln verletzt zu haben. Er soll deshalb zu Unrecht Preisgeld und Sponsoring von über 50.000 Euro erlangt haben.

DOPING-CAUSA: PROZESS GEGEN LANGLÄUFER MAX HAUKE

Verteidiger Andreas Mauhart stritt die Höhe der Schadenssumme in seinem Eröffnungsplädoyer fast zur Gänze ab, denn durch Sponsoring entstehe laut Rechtsprechung kein Schaden, führte der Anwalt aus. "Die Leistung bei einem Sponsorvertrag ist nur, das Logo zu tragen und diese Leistung wurde erfüllt", betonte Mauhart.

Haukes letzte WM

Außerdem hatte sein Mandant nie einen Schädigungsvorsatz, sondern wollte "einfach nur Langlaufen". Auch das Blutdoping habe der 27-Jährige nur in Hinblick auf die Nordische Ski WM in Seefeld betrieben. "Er hat es gemacht für seine letzte WM, da wollte er gut sein", sagte Mauhart. Das von der Festnahme Haukes veröffentlichte Video bezeichnete der Rechtsanwalt als "einen der größten Justizskandale der vergangenen Jahre".

Hauke sei erst sehr spät in den Fokus der Ermittlungen gekommen, schilderte der Staatsanwalt in seinem Eröffnungsplädoyer. "Man wusste, dass ein Dopingarzt nach Seefeld reisen wird und dort Athleten behandeln wird, man wusste aber nicht wen", so der öffentliche Ankläger. Beim Zugriff sei Hauke dann aber in flagranti erwischt worden.

Hauke selbst gab im Prozess an, dass ihm im April 2016 zum ersten Mal Blut abgenommen wurde. Die Entscheidung zu dopen sei seine gewesen. "Ich habe entschieden, dass ich dope. Diese Entscheidung traf ich alleine, es war meine Idee", sagte Hauke vor dem Schöffensenat. Dabei sei ihm sehr wohl bewusst gewesen, dass Doping verboten ist.

10.000 Euro pro Saison

Hauke bekräftigte vor Gericht erneut, dass er den Kontakt zu dem deutschen Sportmediziner Mark S. von Johannes Dürr erhalten habe. "Die Nummer habe ich von Herrn Dürr bekommen", sagte der 27-Jährige. Er habe Marks S. pro Saison 10.000 Euro für die Doping-Behandlung bezahlt. Das Geld sei in bar bei verschiedenen Treffen übergeben worden. Sein Codename auf den Blutbeuteln war "Moritz", gab Hauke an.

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Das Blutdoping habe er alleine aufgrund der Heim-WM in Seefeld betrieben. "Ich wusste, ich habe Talent und ich glaubte, was mir auf die Spitze fehlt, ist Doping", sagte der ehemalige Langläufer. Sein Ziel sei gewesen, sein Talent in Seefeld zeigen zu können. "Seefeld war ein Traum", meinte Hauke. Es tue ihm leid, was er getan habe. Er plane kein Comeback, er habe seine Karriere offiziell beendet, erklärte der Steirer.

Hauke war den Behörden im Zuge der sogenannten Operation Aderlass bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld im heurigen Jahr ins Netz gegangen. Der Steirer war während der WM auf frischer Tat bei der Rückführung von Blut ertappt worden. Er soll sich vom deutschen Sportmediziner Mark S. und dessen Helfern beim Eigenblutdoping betreuen haben lassen und darüber hinaus Wachstumshormon zu sich genommen haben. Ihm drohen bei einer Verurteilung sechs Monate bis fünf Jahre Haft.