APA11536716-2 - 19022013 - PREDAZZO - ITALIEN: Der Sportliche Leiter für Skispringen und Nordische Kombination im ÖSV, Ernst Vettori, am Dienstag, 19. Februar 2013, während eines Trainings auf der Normalschanze bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Val di Fiemme. APA-FOTO: EXPA/JÜRGEN FEICHTER

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Nordische WM
02/20/2013

Vorsichtige Prognosen des Sportdirektors

"Vor allem beim Skispringen kämpfen wir bei jedem Bewerb um Medaillen mit", hofft Ernst Vettori.

Eines steht schon vor Beginn der Nordischen Weltmeisterschaften in Val di Fiemma fest: Die Erfolge der WM vor zwei Jahren in Oslo sind außer Reichweite. Sieben Titel hat die Österreichische Abordnung 2011 gwonnen - alle funf Goldenen im Skispringen und zwei Mal Gold in den Teambewerben der Nordischen Kombinierer

Kein Wunder also, dass sich Ernst Vettori, der Sportliche Leiter für Skispringen und Kombination im ÖSV, hält sich vor dem WM-Auftakt mit Prognosen bedeckt: "Die Kombinierer stehen nach den tollen Ergebnissen in Sotschi und Almaty schon sehr zuversichtlich da. Aber man muss dazusagen, dass Deutschland und Norwegen bisher die Nationen waren, die es ganz klar beherrscht haben. Es wird sicherlich nicht einfach werden."

Im Bezug auf die Skispringer lobte Vettori die tollen Auftritte von Gregor Schlierenzauer mit Tournee-Sieg und dem Knacken des Altrekords von Matti Nykänen. "Sonst war die Saison nicht einfach. Der Rest der Mannschaft hat Höhen und Tiefen gehabt."

Springerinnen ohne Titelverteidigerin

Und im Damen-Skispringen sei die Titelverteidigerin Daniela Iraschko leider verletzt ausgefallen, hingegen ist Jacqueline Seifriedsberger "sehr gut gesprungen. Da schaut es wirklich gut aus." Für den erstmals ausgetragenen Mixed-Skisprung-Bewerb am Sonntag sieht Vettori die ÖSV-Truppe als "Außenseiter", da Iraschko fehlt.

"Vor allem beim Skispringen kämpfen wir bei jedem Bewerb um Medaillen mit", meinte Vettori. Bei den Kombinierern dürfe man nicht übersehen, dass es mit Eric Frenzel (GER), Jason Lamy Chappuis (FRA) und Magnus Moan (NOR) Favoriten gäbe, die die Saison beherrscht haben. "Aber auch da haben wir Chancen."

Wesentlich kleinere Brötchen backen muss freilich der für Langlauf (und Biathlon) zuständige Sportliche Leiter im ÖSV, Markus Gandler. Der Kitzbüheler freut sich allerdings immerhin über ein zehn Athleten umfassendes Team. "Es macht mich stolz, dass wir fünf Damen im Val di Fiemme dabeihaben", meinte Gandler, der auch erstmals seit 1989 eine Damen-Staffel für den ÖSV ins WM-Rennen schickt.

Nur die Junioren-Weltmeisterin im Skiathlon, Teresa Stadlober, und Katerina Smutna wohnen übrigens am WM-Schauplatz, der Rest des Teams wohnt in Seefeld und reist immer kurzfristig zu den Bewerben an. "Damit nehmen wir etwas Druck raus", erklärte Gandler.

Draufgabe

Seine Langläufer hätten in dieser Saison schon viel erreicht. "Die Erfolge, die wir uns vorgenommen haben, haben wir schon geschafft. Was noch kommt, ist eine Draufgabe. Weitere gute Platzierungen nehmen wir gerne mit", meinte der ÖSV-Funktionär in Anspielung auf Junioren-WM-Gold- und -Silber von Stadlober sowie einige Top-Ten-Platzierungen durch Smutna sowie Johannes Dürr.

Verzichtet wird diesmal möglicherweise auf eine Herren-Staffel. "Auf die legen wir noch nicht so viel Augenmerk, auch wenn das eine Nation ausmacht. Wir haben noch nicht vier hochwertige Athleten, das müssen wir über die Jungen machen und auch die Damen als Entwicklung sehen."

Nach Jahren der nahezu Bedeutunglosigkeit im internationalen Geschehen pirschen sich die ÖSV-Langläufer aber wieder an die Welt-Elite heran. Also Licht am Ende des Tunnels? "Das schon, aber man darf nicht die Euphorie haben und sagen, man ist schon draußen aus dem Tunnel, weil es sind wenige Athleten, um das abzusichern." Krank werden dürfe zum Beispiel derzeit niemand.

Das Finale ist Smutnas Ziel

Im Skilanglauf-Sprint der Damen und Herren fallen am Donnerstag (Qualifikation 10.45 Uhr/Finale ab 12.45) die ersten Entscheidungen der 49. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme.

Katerina Smutna, die zuletzt Weltcup-Fünfte in Davos war, kämpft in der von ihr bevorzugten klassischen Technik um ihren ersten Finaleinzug bei einem Großereignis, das wäre gleichbedeutend mit einer Platzierung unter den ersten sechs. Die weiteren ÖSV-Teilnehmer sind Kerstin Muschet bzw. Max Hauke und Aurelius Herburger.

Smutna fühlt sich trotz einer leichten Verkühlung bestens in Schuss, spricht sogar von der besten Form ihrer bisherigen Karriere. "Ich war im Weltcup mehrmals im Finale, das will ich jetzt auch bei der WM schaffen", sagte die 29-jährige Wahl-Tirolerin, die noch auf einen Podestplatz im Weltcup wartet. "Die Top drei sind weit weg, aber in einem Rennen kann viel passieren", erklärte Smutna. Die Anstiege der Loipe in Lago di Tesero seien nicht so steil wie zuletzt in Davos. "Man läuft hier viel mit Doppelstock, das passt für mich."

Ziele

Muschet, die nach einem Abstecher zum Biathlon wieder zum Langlauf zurückgekehrt ist, peilt das Viertelfinale der besten 30 an. Dazu wäre das Bestehen in der Qualifikation nötig. Dieses Ziel hat Herren-Cheftrainer Gerald Heigl auch dem Duo Hauke und Herburger vorgegeben.

Chancen auf einem Top-Ten-Platz besitzt laut dem Coach das Duo Bernhard Tritscher/Harald Wurm im Team-Sprint (Skating) am Sonntag, Johannes Dürr sollte demnach im Skiathlon am Samstag und über 15 km Skating Top-20-Platzierungen erreichen. "Wenn wir das schaffen, wäre es ein Riesenerfolg", sagte Heigl am Mittwoch in Predazzo.

Der bei der WM für die Damen zuständige Coach Alexander Marent nannte hingegen seine Erwartungen ohne Platzierungen anzusprechen. Erstmals seit 24 Jahren ist bei einer WM eine rot-weiß-rote Damen-Staffel am Start.

"Dann ist viel möglich"

"Wenn da alle auf ihrem Toplevel laufen, ist ein richtig gutes Resultat möglich", sagte Marent. Ähnlich verhält es sich bei der WM-Debütantin Teresa Stadlober, der Ersten und Zweiten der jüngsten Junioren-WM. "Wenn alles so optimal läuft wie in Liberec, dann ist viel möglich", erklärte der Vorarlberger. Die Tochter des Ex-Staffel-Weltmeisters Alois Stadlober gibt am Samstag im Skiathlon (7,5 km klassisch/7,5 km Skating) ihr WM-Debüt.

Stadlober wird von ihrem Vater Alois trainiert und gehört wegen Unstimmigkeiten über den Aufbau keinem ÖSV-Kader an. Die Vorbereitung muss von ihrer Familie finanziert werden, nach der WM soll es Gespräche über eine Rückkehr geben.

Die 20-Jährige hat im Kontinentalcup gewonnen, aber noch kein Weltcuprennen absolviert. "Ich will gute Rennen laufen, mit denen ich selbst zufrieden bin", sagte die Radstädterin zu ihren Zielen. Eine Platzierung um 30 wäre okay, meinte Stadlober. "Ich lasse es auf mich zukommen."

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