Eine andere Welt: Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl lässt Ross und Reiter ab Donnerstag vor seiner Residenz springen.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Vienna Masters
09/15/2013

Der Rathausplatz als Reithausplatz

Nächste Woche kommen die besten Reiter und mit ihnen auch Milliardäre und Adelige nach Wien.

von Harald Ottawa

Adelige und Millionäre. Beim Vienna Masters, das am 19. September startet, dreht sich alles um die Oberen Zehntausend. Entweder sitzen sie selbst hoch zu Ross auf dem Wiener Rathausplatz oder lassen ihre Pferde springen. Als da wären:

Der Modemacher Sergio Alvarez Moya ist in Wien am Start. Und wird in der feinen Rathausgegend auch stets modisch gewandet sein. Der spanische Springreiter feierte seinen größten Sieg 2012. In diesem Jahr ehelichte er Marta Ortega (1984 in La Coruña geboren). Das ist die Erbin von Inditex, wozu unter anderem die bekannte Modekette Zara gehört. Diese hat ihr Vater, der 76-jährige Amanico Ortega 1976 gegründet, mittlerweile gibt es 1500 Filialen in 70 Ländern. Señor Ortega besitzt unter anderem eine Pferdeanlage in Finisterre (Spanien), das „The Epiy Residences & Hotel in Miami (Florida), eines der besten Luxushotels in der USA, den Torre Picasso, das höchste Gebäude Spaniens, das 536 Millionen Dollar gekostet hat, und die Global-Express BD-700 – ein Privatjet von Bombardier. Auch für die Familie hat der tüchtige Geschäftsmann viel übrig: Seiner Tochter richtete er auf einem 30 Hektar großen Gelände ein 12.500 Quadratmeter großes Reitzentrum namens Casas Novas ein. Dort tummeln sich nicht nur Springreiter zu Wettbewerbszwecken, sondern auch der spanische Hochadel, wie Königstochter Elena.

Die ruhige Irin Der 51-jährige Franzose Roger-Yves Bost ritt bei der Europameisterschaft in Herning zu seinem ersten Einzeltitel in einem internationalen Championat. Sein Sattelschlepper trägt einen Namen, den sich vermutlich nicht einmal die Besitzerin merken kann: Castle Forbes Myrtille Paulois. Besagte Besitzerin hat aber viel Geld für Einflüsterer: Lady Georgina Forbes steht für das Produkt Forbes-Magazin und gilt als sehr ruhige, aber auch bescheidene Lady, die nie die Öffentlichkeit sucht.

Die Pünktlichen Steve Guerdat, der regierende Olympiasieger hat seine Zeit auch nicht gestohlen. Der Schweizer kümmert sich um seine Bewerbe, der Sponsor um die Pferde. Die 16-jährige Stute Jalisca Solier gehört Yves G. Piaget, dem führende Patron der gleichnamigen Uhrenmarke, die 1874 von Georges Piaget in La Côte-aux-Fées gegründet wurde.

Die deutsche Seele Einflussreich ist auch die Mäzenin von Ludger Beerbaum, der beim Vienna Masters im Springreitsattel angreifen wird. Madeleine Winter-Schulze ist Besitzerin mehrerer international bekannter Spring- und Dressurpferde und unterstützt Beerbaum seit 1997.

Die Millionärin Athina Hélène Onassis de Miranda kann es egal sein, wer Pferde zu Verfügung stellt. Die Onassis-Erbin kann sich wahrscheinlich 1000 vergoldete Hutschpferde ins Vorzimmer stellen, immerhin ist sie die Enkelin des Milliardärs Aristoteles Onassis. Sie selbst reitet wie im Vorjahr wieder in Wien mit, möchte aber sonst in Ruh’ gelassen werden. Es ist wohl leichter ein Interview mit Barack Obama oder mit Wladimir Wladimirowitsch Putin zu bekommen, als mit dieser Dame. Der Gastgeber Nein, auch die Österreicher müssen sich nicht verstecken. Thomas Frühmann wird man von Donnerstag bis Sonntag entweder im Sattel oder gestresst herumlaufen sehen (der 62-Jährige ist Mitorganisator). Als er 2006 die Riders Tour gewann, wurde sein Pferd The Sixth Sense zum besten Springreitpferd der Welt ausgezeichnet. Wert damals? „Man hätte Millionen bieten können. Das Pferd war unverkäuflich.“ Heute wird Frühmann in Insiderkreisen bereits Kronprinz Franz Pferdinand genannt.

Der Abwesende Hugo Simon macht heuer einen Bogen um Wien. Der 71-Jährige will seine Pferde in Hinblick auf die Hallensaison schonen.

Athina Hélène Onassis im Porträt

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