Sport
17.07.2018

Van Avermaet behielt Tour-de-France-Führung beim Alpenauftakt

Der Belgier verteidigte das Gelbe Trikot von Annecy nach Le Grand-Bornand mit Erfolg, die Favoriten lagen weit zurück.

Der Belgier Greg van Avermaet hat auch die ersten Alpenpässe glänzend gemeistert und seine Führung in der 105. Tour de France sogar ausgebaut. Der Klassiker-Spezialist ging am Dienstag auf den 158 Kilometern von Annecy nach Le Grand-Bornand in die Offensive und holte als Mitglied einer Ausreißergruppe mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung auf die Favoriten heraus.

Den Tagessieg auf der Fahrt über vier Pässe sicherte sich solo der Franzose Julian Alaphilippe. Der 26-Jährige feierte nach einem Erfolg bei der Vuelta 2017 seinen ersten Tour-Etappensieg und sorgte rund eineinhalb Minuten vor dem zweitplatzierten Spanier Ion Izagirre für den dritten Erfolg des Quick-Step-Teams. Olympiasieger Van Avermaet kam im Gelben Trikot als Vierter (+1:44 Min.) ins Ziel und führt nun 2:22 Minuten vor dem Briten Geraint Thomas. Der Edelhelfer von Vierfach-Sieger Christopher Froome (6./+3:21) rollte zeitgleich mit den meisten Anwärtern auf den Gesamtsieg über die Linie.

Der Niederländer Bauke Mollema, im Team Trek unterstützt von Michael Gogl, und der Pole Rafal Majka aus dem Bora-Team der Österreicher Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger büßten allerdings 50 Sekunden auf die übrigen Asse ein. ÖRV-Staatsmeister Pöstlberger hatte es gemeinsam mit seinem Teamkollegen Peter Sagan, dem dreifachen Weltmeister, in die 21-köpfige Spitzengruppe geschafft. Der Slowake sicherte sich auf der Jagd nach seinem sechsten Punkte-Trikot denn auch einen Zwischensprint. Später ließ sich das Duo ins Feld zurückfallen, Pöstlberger kam mit 27:50 Minuten Rückstand und damit hinter seinen Landsleuten Mühlberger (25:03) und Gogl (21:33) ins Ziel.

Froome lauert

Alaphilippe, heuer schon Sieger der Fleche Wallonne, setzte sein erstes Ausrufezeichen in der Heimat-Rundfahrt. "Bei der Tour zu gewinnen ist etwas Großes", freute sich der Profi des Quick-Step-Teams, für das er den 50. Erfolg der Saison einfuhr.

Das Sky-Team um Froome hatte die Gruppe der Mitfavoriten angeführt, aber darauf verzichtet, den Ausreißern nachzujagen. Der Rückstand betrug rund acht Minuten, ehe er sich im Finish auf den Anstiegen zum Col de Romme (8,8 km) und den Col de la Colombiere (7,5 km) noch reduzierte.

Am Mittwoch folgt eine weitere Bergetappe über 108 km von Albertville mit drei langen Anstiegen und einer Bergankunft in La Rosiere.