Christopher Froome (re.) war am Dienstag nicht zu schlagen.

© APA/EPA/YOAN VALAT

Tour de France
07/14/2015

Froome klettert zum Solo-Sieg

Der Brite baut seine Führung im Gesamtklassement mit einem souveränen Etappensieg aus.

Der Brite Christopher Froome hat die erste Pyrenäen-Etappe der 102. Tour de France gewonnen und seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut.

Der Kapitän des Teams Sky setzte sich am Dienstag auf dem zehnten Teilstück nach 167 Kilometern von Tarbes nach La Pierre Saint-Martin bei der Bergankunft im Alleingang durch und verwies seinen Teamkollegen Richie Porte (Australien) auf mit fast einer Minute Vorsprung Platz zwei.

Vorjahressieger Vincenzo Nibali aus Italien und Giro-Gewinner Alberto Contador verloren viel Zeit.

Hunderttausende Menschen säumten am französischen Nationalfeiertag die 167 Kilometer von Tarbes auf den Col de la Pierre Saint-Martin in den Pyrenäen. Doch richtig in sich hatten es nur die letzten 15,3 Kilometer: Auf dem Schlussanstieg zur Passhöhe waren mehr als 1200 Höhenmeter und Steigungen von mehr als 10 Prozent zu bewältigen. Es war der erste Berg der höchsten Kategorie (HC) der Tour 2015 und gleichzeitig die erste echte Standortbestimmung für all jene, die sich Chancen auf den Gesamtsieg machen.

Überragend

Großer Sieger war der Mann im Gelben Trikot. 6,4 Kilometer vor dem Ziel attackierte Chris Froome und schüttelte seine letzten Verfolger ab. Der Brite siegte überlegen vor seinem Teamkollegen Richie Porte (AUS) und distanzierte Mitfavorit Nario Quintana um mehr als eine Minute.

In der Gesamtwertung fehlen dem Kolumbianer bereits 3:09 Minuten auf Froome. Aus dem Rennen um den Tour-Sieg scheint Alberto Contador (ESP) zu sein, er verlor fast drei Minuten. Weit abgeschlagen ist seit gestern Vincenzo Nibali. Der Italiener wird seinen Tour-Sieg vom Vorjahr nicht wiederholen können.

„Ich konnte es nicht glauben, als ich über Funk gehört habe, dass hinten alle rausfallen“, sagte Froome. „Im Moment bin ich einfach nur glücklich.“

Gestohlene Daten

Beim Team Sky gab es gestern trotzdem großen Ärger. Die Mannschaft wurde offensichtlich Ziel eines Hacker-Angriffs. „Wir glauben, dass jemand unsere Trainingsdaten gehackt hat und die Dateien von Froome besitzt. Wir haben Anwälte eingeschaltet“, sagte Teamchef Dave Brailsford. In den sozialen Netzwerken sind offenbar Leistungsparameter aufgetaucht, die das Team streng unter Verschluss hält. Unter anderem ist ein Video von Froomes famosem Sieg 2013 auf dem Mont Ventoux zu sehen – unterlegt mit zahlreichen Leistungsdaten wie Herzrate, Trittfrequenz oder Geschwindigkeit. Froome schimpfte: „Ich sehe, wie einige Clowns die Werte analysieren und sagen: ,Du hast über zehn Minuten diese Leistung erbracht. Du musst dopen.‘ Das hilft uns nicht weiter und es zeichnet ein falsches Bild.“

Über den Tourmalet

Am Mittwoch wird den Fahrern wieder alles abverlangt, es geht über den berühmten Col du Tourmalet.Der Anstieg gehört zu den schwersten und bekanntesten der Tour de France und ist der am häufigsten bewältigte Hochgebirgspass. Als Erster überfuhr 1910 der spätere Gesamtsieger Oscar Lapize die Passhöhe. Legendär ist seine Reaktion zwei Anstiege später. Am Col d’Aubisque beschimpfte er die Organsiatoren der Tour: „Ihr seid Mörder! Jawohl, Mörder!“

Für Tour-Gründer und -Direktor Henri Desgrange konnte es keine bessere Werbung geben.

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