Zweiter Sieg für die jüngste Mannschaft der Tour: Kragh Andersen in Lyon

© APA/AFP/POOL/CHRISTOPHE ENA

Sport
09/12/2020

Tour de France: Kragh Andersen siegt auf der 14. Etappe

Der Däne beschert Sunweb den zweiten Erfolg bei der 107. Frankreich-Rundfahrt. Am Sonntag folgt eine schwere Bergankunft

Die französischen Fans haben es nicht leicht bei der 107. Frankreich-Rundfahrt: Erst verabschiedete sich  der ohnehin schon  angeschlagen angereiste Pechvogel Thibaut Pinot aus der Spitzengruppe, am Freitagabend  musste dann auch noch Romain Bardet nach Sturz und Gehirnerschütterung aufgeben, er trug auch noch eine leichte Gehirnblutung davon.

Weil auch Guillaume Martin viel Zeit verlor, heißt es somit auch heuer wieder einmal: Der letzte französische Sieger des französischen Sportereignisses schlechthin bleibt Bernard Hinault, oder, anders gesagt: Seit 1985 wird nach einem Nachfolger gesucht, und das nach wie vor vergeblich.

Die 14. Etappe der Tour de France brachte vor allem zwei Sprinter in Nöte: Bora-hansgrohe drückte aufs Gas, um nach dem Einbruch von Gesamtsieg-Kandidat Emanuel Buchmann zumindest dem Slowaken Peter Sagan noch das Grüne Trikot des besten Sprinters ein weiteres Mal zu sichern. Leidtragende waren der in der Punktewertung führende Ire Sam Bennett (Deceuninck-Quick Step), der ebenso früh abreißen lassen musste wie der Australier Caleb Ewan (Lotto Soudal), der Vierte.

In der erstaunlich bergigen Zielankunft kam der Däne Søren Kragh Andersen nach einer mächtigen Attacke solo ins Ziel und holte den zweiten Etappensieg für Sunweb bei dieser 107. Tour nach seinem Schweizer Kollegen Marc Hirschi. Auf den Plätzen: Luka Mezgec (SLO/Mitchelton-Scott) und Simone Consonni (ITA/Cofodis) mit je 15 Sekunden Rückstand, Peter Sagan verkleinerte als Vierter seinen Rückstand auf Sam Bennett auf nun noch 43 Punkte.

Steiles Finale

Die Sonntag-Etappe führt von Lyon über zwei Berge der ersten Kategorie hinauf zum Grand Colombier, 17,4 Kilometer sind dann im Finale bis zum Ziel in 1.501 Metern Höhe zu überwinden. Am Montag gibt es dann die nächsten Corona-Tests und den zweiten Ruhetag.

14. Etappe (Clermont-Ferrand–Lyon, 194 km): 1. Kragh Andersen (DEN) Sunweb 4:28:10, 2. Mezgec (SLO) Mitchelton-Scott +15, 3. Consonni (ITA) Cofidis, 4. P. Sagan (SVK) alle gl. Zeit, 77. Großschartner (AUT) +6:42, 101. Pöstlberger (AUT) alle Bora-hansgrohe +19:48, 125. Gogl (AUT) NTT, 126. Haller (AUT) Bahrain-McLaren alle gl. Zeit.

Gesamt: 1. Roglic (SLO) Jumbo-Visma 61:03:00, 2. Pogacar (SLO) Emirates +44, 3. Bernal (COL) Ineos +59, 4. Urán (COL) Education First +1:10, 5. N. Quintana (COL) Arkéa-Samsic +1:12, 6. López (COL) Astana +1:31, 65. Großschartner +1:55:05, 102. Gogl +2:45:41, 133. Pöstlberger +3:24:13, 152. Haller +3:44:55.

Punkte: 1. S. Bennett (IRE) Deceuninck-Quick Step 262, 2. P. Sagan 219, 3. Trentin (ITA) CCC 169.

Sonntag: Lyon–Grand Colombier (174,5 km).

Simon Yates bleibt vorn

Die sechste Etappe beim Tirreno-Adriatico holte der Belgier Tim Merlier vom Team Alpecin-Fenix, der dem deutschen Sprint-Ass Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) und dem Dänen Magnus Cort (Education First) am Ende der 171 Kilometer von Castelfidardo nach Senigallia das Nachsehen gab. Vor den letzten beiden Etappen liegt Simon Yates (GBR/Mitchelton-Scott) weiter 16 Sekunden vor Rafal Majka (POL/Bora-hansgrohe) und 39 vor dem früheren walisischen Tour-Sieger Geraint Thomas (Ineos). Bester Österreicher: Hermann Pernsteiner (Bahrain-McLaren) auf Platz 21 (+7:22).

6. Etappe (Castelfidardo–Senigallia, 171 km): 1. Merlier (BEL) Alpecin-Fenix 3:59:30, 2. Ackermann (GER) Bora-hansgrohe, 3. Cort (DEN) Education First, 63. Konrad (AUT) Bora-hansgrohe, 80. Pernsteiner (AUT) Bahrain-McLaren alle gl. Zeit, 121. Brändle (AUT) Israel +36.

Gesamt: 1. S. Yates (GBR) Mitchelton-Scott 27:36:29, 2. Majka (POL) Bora-hansgrohe +16, 3. Thomas (GBR) Ineos +39, 4. Wlasow (RUS) Astana +49, 5. Masnada (ITA) Deceuninck-Quick Step +54, 22. Pernsteiner +7:22, 30. Konrad +12:59, 161. Brändle +1:25:11. 

Sonntag: Pieve TorinaLoreto (181 km).

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