"Top Schwiiz": Phänomen Roger Federer

Das Schweizer Tennis-Ass blickt auf eine fantastische Karriere zurück und ist noch kein bisschen müde.

Roger Federer gilt als Vorzeige-Schweizer und das mit gutem Grund. Die 31-jährige Tennis-Legende erlebt im Herbst der Karriere tatsächlich noch einmal einen Frühling. Kein Wunder also, dass Federer selbst sagt: "Ich habe einen magischen Sommer".
Seine Karriere in Bildern Am 8. Juli 2012 hatte es Federer noch einmal geschafft. Der Schweizer gewann zum siebenten Mal das Rasenturnier in Wimbledon. Andy Murray, der später gegen Federer bei Olympia gewinnen sollte, reihte sich Lokalmatador in die lange Reihe jener ein, die sich Federer geschlagen geben mussten. Federer zog an Wimbledon-Triumphen mit Pete Sampras und William Renshaw gleich. Damit nicht genug: Der 30-jährige Schweizer hat sich noch einmal zur Nummer eins der Tenniswelt gekürt. Federer hat in seiner Karriere unglaubliche Erfolge gefeiert. 1999 erreichte der damals 18-jährige Federer in der Wiener Stadthalle sein erstes Semifinale in einem ATP-Turnier. Von da an ging es für den Schweizer steil bergauf. Im Jahr darauf hatte er bei den Olymischen Spielen in Sydney die Chance auf die Bronzemedaille. Er beendete das Turnier auf Platz 4. In der Weltrangliste kämpfte er sich stetig nach vor. 2001 besiegte er in Wimbledon als Nummer 15 der Welt Pete Sampras in der vierten Runde. "Pistol Pete" hatte zuvor auf dem heiligen Rasen 31 Spiele in Folge gewonnen. Gegen Tim Henman war für Federer im Viertelfinale jedoch Endstation. Zwei Jahre später wurde in der Presse bereits von der "Grand-Slam Blockade" des Schweizers gesprochen. Der Unkenrufe zum Trotz gelangte er 2003 erstmals in ein Grand-Slam Finale und konnte gegen Mark Philipoussis auch gleich den ersten von insgesamt sieben Siegen in Wimbledon feiern. Den er im folgenden Jahr gegen Andy Roddick erfolgreich verteidigte. Mit seinem Sieg bei den Australian Open 2004 erklomm er auch zum ersten Mal den ersten Platz der ATP-Weltrangliste. Mit seinem Erfolg beim ATP-Turnier in Madrid brach er den 30 Jahre alten Rekord von Jimmy Connors, der sich in den 1970ern 160 Wochen an der Spitze der Tennis-Weltrangliste halten konnte. 2009 gewann Federer gegen den Schweden Söderling zum ersten Mal die French Open in Paris und war damit der sechste Spieler in der Geschichte, der Siege bei allen vier Grand-Slam Turnieren erringen konnte. Gleichzeitig egalisierte er mit seinem 14. Grand-Slam Sieg den bisherigen Rekord von Pete Sampras. Zu den sportliche Erfolgen gesellte sich 2009 auch noch privates Glück: im April heiratete er seine langjährige Freundin Mirka Vavrinec, selbst ehemalige Profi-Tennisspielerin. Im Juli desselben Jahres wurden die beiden Eltern von Zwillingstöchtern. 2010 gewann Federer sein bis zum Wimbledon-Triumph im Juli letztes Grand-Slam-Turnier in Melbourne und ist mit 17. Grand-Slam-Titeln alleiniger Rekordhalter. In den eineinhalb Jahren dazwischen gewann er immerhin 12 Turniere. Ein Krise, wie sie sich die meisten Tennisprofis wünschen würden. Auch abseits der regulären Turniere sorgt Roger Federer für Aufsehen: 2005 kam es auf dem Helikopterlandeplatz des Burj al Arab-Hotels in Dubai zu einem Schaumatch gegen André Agassi. Gegen seinen guten Freund und lange Zeit härtesten Konkurrenten Rafael Nadal spielte er 2007 auf Mallorca das sogenannte "Battle of the Surfaces", in dem die beiden Kontrahenten auf ihrem jeweiligen Lieblingsbelag gegeneinander antraten. Seit 2006 ist Roger Federer auch als internationaler UNICEF-Botschafter tätig und stellt sein Können oft und gerne für wohltätige Zwecke zur Verfügung. Neben dem Tennis ist er auch ein glühender Fußballfan und besucht so oft wie möglich Spiele seines Lieblingsvereins FC Basel und die der Schweizer Nationalmannschaft. Der Erfolg gegen Novak Djokovic am Sonntag zeigt, dass Federer sein Pulver wohl noch lange nicht verschossen hat. Spekulationen über ein Karriereende begleiten ihn schon seit Jahren. Federer selbst sieht das Ende noch nicht auf sich zukommen und spekuliert sogar mit einem Antreten bei den Olympischen Spielen 2016, um im fünften Anlauf endlich Einzelgold zu gewinnen. "Ich war noch nie in Rio. Brasilien ist ein faszinierendes Land. Ich würde gerne dabei sein", so Federer.

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(KURIER / Florian Bauer, Wolfgang Greiner, Jonas Müller) Erstellt am
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