Sport
17.04.2018

Thiem wagt sich in Monte Carlo zurück auf den Court

Nach seiner Verletzungspause gibt der Österreicher heute sein Comeback auf der ATP-Tour.

Im Februar durfte Dominic Thiem bereits seine Siegerfäuste ballen. In Rio holte der Niederösterreicher seinen neunten Turniersieg, den siebenten auf Sand.

Nun kehrt Thiem auf seinen Lieblingsbelag zurück. Nachdem sich Österreichs Topmann beim Hartplatz-Turnier in Indian Wells eine Stauchung und Knochenmarksödeme im rechten Knöchel zugezogen hatte, beginnt für den Niederösterreicher mit dem ATP-1000-Turnier in Monte Carlo die wichtigste Zeit im Jahr. Nach einer Pause steht er seit fast drei Wochen wieder im Training. „Wichtig ist jetzt, dass er wieder ein paar Matches bekommt“, sagt Trainer Günter Bresnik. Auftaktgegner nach einem Freilos ist heute, Dienstag, Andrej Rublew. Der Russe bezwang Robin Haase in drei umkämpften Sätzen.

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Im Vorjahr spielte sich Thiem in die Rolle des Kronprinzen, war auf Sand so gar nicht am Sand und hinter dem alles überragenden Rafael Nadal der zweitbeste Spieler der Saison auf roter Asche.

Sanderscheinung

Warum Thiem auf diesem Belag besonders gut ist? „Ich bin auf diesem Belag aufgewachsen, habe dort die meisten Trainings absolviert. Zudem kommen auf Sand meine Stärken noch ein bisserl besser zur Geltung, weil ich ein bisserl mehr Zeit habe, und weil vielleicht der Spin noch aggressiver wegspringt.“

Tennis-Physiker Heinz Waerder hat sich mit diesem Phänomen beschäftigt. „Thiems Schläge sind auf Sand besonders wirkungsvoll, weil er die im Vergleich zu anderen Belägen geringere Ballgeschwindigkeit durch seine schnellere Schlägerkopfgeschwindigkeit kompensieren kann.“ Ein weiterer Vorteil ist, dass viele seiner Gegner auf Sand nicht mit seinem enormen Tempo mitspielen können, auf schnelleren Belägen wie Hartplatz hingegen schon. Waerder: „Für Spieler, die nicht so kraftvoll schlagen, ist der geringere Anteil der ankommenden Ballgeschwindigkeit relevant.“ Freilich gibt es auch schnellere und langsame Sandplätze, und auch die Höhenlage spielt eine Rolle.

Punktejagd

Thiem muss dafür viele Weltranglistenpunkte verteidigen. Spielt der 24-Jährige nicht in Bestform, kann es freilich trotz seiner Sandschlag-Qualitäten schnell nach unten gehen. Immerhin hatte der Lichtenwörther von seinen 3665 Punkte, die ihn derzeit auf Platz sieben führen, 2070 Zähler allein in der großen Sandplatzsaison zwischen Mitte April und Anfang Juni geholt.

Höhepunkte waren sein erster Einzug in ein ATP-1000-Endspiel in Madrid und die Wiederholung des French-Open-Halbfinales. Sowie die Tatsache, dass er im Viertelfinale von Rom als einziger Spieler im Vorjahr Rafael Nadal auf Sand geschlagen hat. „Es ist schön, wenn man so weit vorne steht, das bringt einige Privilegien mit sich. Mein Ziel ist es, wenn möglich so viele Punkte wie im Vorjahr zu machen, damit ich mein Ranking halten kann“, sagt Thiem.

Nadal hat sich im Daviscup beim 3:2-Sieg gegen Deutschland auf dem Sand von Valencia eindrucksvoll zurückgemeldet und damit gezeigt, dass der Turniersieg in Paris auch heuer über ihn führen wird. Onkel Toni Nadal, der seinen Neffen bei den French Open wieder unterstützen wird, streut Thiem Rosen: „Dominic ist noch jung und wird das Turnier sicher einmal gewinnen. Aber er zählt jetzt schon zu den Topfavoriten.“

Thiem freut sich auf die Duelle mit dem Spanier. „Wir haben eine lässige Rivalität aufgebaut.“ In Monte Carlo könnte es schon im Viertelfinale zum Schlagabtausch kommen.