Sport 11.06.2018

Thiem unzufrieden: "Nicht meine beste Leistung"

© Bild: AP / Christophe Ena

Dominic Thiem gibt sich nach den French Open selbstkritisch, denkt aber schon an den nächsten Schritt.

Das größte Lob für Verlierer Dominic Thiem kam wohl vom Sieger. „Ich bin sicher, dass Du hier bald gewinnen wirst“, sagte Rafael Nadal bei der Siegerehrung. Und wer Thiem kennt, weiß, dass dies nur das Ziel sein kann. „Das Finale habe ich erreicht, jetzt möchte ich den nächsten Schritt gehen.“

An diesem Sonntag hat es nicht gereicht. „Ich finde, dass Dominic nicht so schlecht gespielt hat, auch mehr Winner als Nadal geschossen hat. Aber er hat eben auch zu viele Fehler gemacht, das kann man sich gegen Nadal nicht leisten“, sagt Trainer Günter Bresnik. Die Statistik gibt ihm recht, Thiem gelangen 34, Nadal nur 26 Winner, der Niederösterreicher hingegen fabrizierte 42 unerzwungene Fehler, sein Bezwinger eben nur 24. Deshalb lässt sich die Angelegenheit recht leicht messerscharf auf den Punkt bringen: „Wenn ich gegen ihn gewinnen will, muss ich meine absolut beste Leistung abrufen. Das war nicht ganz der Fall, und das reicht gegen Nadal nicht. In Paris ist er noch eine Klasse stärker“, sagt Thiem. Ob Thiem es genossen hat, gegen Nadal zu spielen? „Ich habe es mehr genossen, ihn von der Couch aus zu bewundern.“

Jenen Nadal, der schon in Paris gewonnen hat, als Thiem zwölf Jahre alt war. Mittlerweile hält Nadal bei elf Triumphen in Paris (Matchstatistik: 86:2), so oft hat noch kein Spieler ein Grand-Slam-Turnier gewonnen, Roger Federer hält in Wimbledon bei acht. Was für Thiem bleibt: 1200 Punkte (er ist ab heute im Ranking Siebenter, im inoffiziellen Jahresranking schon Vierter) und 1,12 Millionen Euro Preisgeld.

Rasen-Schach

Für den Lichtenwörther geht es nun nach einer kurzen Pause nächste Woche in Halle weiter. Die Vorfreude ist groß. „Ich mag es, auf Rasen zu spielen.“ Dass er als Sandplatz-Spezialist bezeichnet wird, lässt er nicht gelten. „Klar, fühle ich mich auf diesem Belag am wohlsten. Aber ich habe auch schon auf Hartplatz gute Ergebnisse holen können.“

( kurier.at , kai ) Erstellt am 11.06.2018