Österreichs Tennis-Jungstar Dominic Thiem setzt seinen Erfolgslauf fort.

© APA/EPA/JOHN G. MABANGLO

Tennis
03/11/2014

Thiem fährt in der Wüste die Ernte ein

Der 20-Jährige fertigte in Indian Wells die Nummer 23 ab. Dahinter steckt harte Arbeit.

von Harald Ottawa

Wir müssen abwarten. Das ist nur eine Zwischenzeit", sagt Wolfgang Thiem. Dabei hat er allen Grund, stolz auf seinen 20-jährigen Sprössling zu sein. Denn der steht beim Millionen-KIassiker von Indian Wells nicht nur in der 3. Runde, sondern schickte auf dem Weg dorthin gestern Nacht den ehemaligen Top-10-Spieler Gilles Simon (jetzt 23.) mit einer 7:6-6:2-Packung heim nach Frankreich. Mit Julien Benneteau wartet beim Wüstenturnier erneut ein Franzose, einer, der aber unter dem Niveau von Simon beheimatet ist und im Ranking auf Platz 65 auftaucht.

Vater Thiem, mit 41 Jahren kaum älter als Doppel-Profi Julian Knowle, darf nun miternten, was mit harter Arbeit und Entbehrungen gesät wurde. Sogar eine Wohnung musste er verkaufen, um die Karriere seines Sohnes zu finanzieren. Vom Tennisverband gibt’s erst seit Kurzem mehr als nur Almosen. Dominic hat aber stets mitgezogen. "Er hat sich das verdient, weil er härter als andere in Österreich trainiert und im Gegensatz zu anderen auf Discos und dergleichen verzichtet hat", lobt der Papa. Als Dominic ein Bub war, nahm ihn Erfolgscoach Günter Bresnik unter seine Fittiche und stellte ihn vor die Wahl: Entweder er stellt sein Spiel komplett um, oder er lässt Tennis bleiben. Thiem quälte sich und darf nun ernten. In Indian Wells sind dies 28.000 Dollar (umgerechnet rund 20.170 Euro). "Das ist das Geilste, wenn man jahrelang für etwas extrem arbeitet und dann beginnt es sich auszuzahlen", sagt Dominic Thiem.

In Februar zog er erstmals in die Top 100 ein, nach seinem Auftritt in Indian Wells wird er Top 90 sein. Apropos Zwischenzeit. "Wenn du Profi bist, zählt nur ein Grand-Slam-Titel. Dafür spielt man", sagt der fleißige Niederösterreicher.

"Beeindruckend, dass er auch bei den ganz großen Turnieren zuschlägt. Er wird langsam zur Nummer international", sagt Daviscup-Kapitän Clemens Trimmel, der auf Thiem beim Länderkampf in der Slowakei (ab 4. April) setzt.

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