"Ekelhaft": Kosovo-Posting von Tennis-Superstar Djokovic sorgt für Wirbel

2023 Davis Cup Finals Group C - Spain vs Serbia
Der Serbe äußerte sich auf Instagram zu einem tödlichen Überfall im Nordkosovo und erntet dafür viel Kritik.

Es ist nicht das erste Mal, dass Tennis-Superstar Novak Djokovic mit politischen Kommentaren und Postings auf Social Media für Aufsehen sorgt. Nun sorgt eine Instagram-Story des Weltranglistenersten für Wirbel. Djokovic postete das Bild einer Gedenkstätte in einer Belgrader Kirche, getrauert wird um drei Serben. Hinzu fügte der 36-Jährige drei Emojis mit betenden Händen.

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Der Hintergrund ist aber ein ernster: Am vergangenen Sonntag hatten von Serbien unterstützte Truppen ein Dorf Banjska kosovarische Polizisten angegriffen und kurzzeitig ein serbisch-orthodoxes Kloster eingenommen. Bei der Auseinandersetzung starben ein kosovarischer Polizist sowie drei serbische Angreifer. Es waren die schwersten Zusammenstöße in der Region seit langem.

Dass Djokovic nun ausgerechnet den drei toten Angreifern gedenkt, sorgt nun für heftige Diskussionen. Der Tennis-Star erntet im Kosovo viel Kritik. Der kosovarische Fußballverband kommentierte sein Posting auf X - vormals Twitter - folgendermaßen: "Tennisspieler Novak Djokovic verherrlicht einen Terroristen, der den Polizisten Afrim Bunjaku beim Terroranschlag im Banjske-Kloster im Norden unseres Landes getötet hat. Ekelhaft!"

Verherrlichung von Terroristen

Auch das Außenministerium des Kosovo meldete sich zu Wort und wandte sich direkt an Lacoste, einen der Sponsoren von Djokovic: "Die Person, die Sie sponsern, Djokovic, hat gerade diese Terroristen vor seinen 13,9 Millionen Followern verherrlicht. Sie wollen sicher nicht, dass Ihre milliardenschwere Marke mit der Verherrlichung von Terrorismus in Verbindung gebracht wird?" Lacoste selbst reagierte nicht auf die Vorwürfe.

Kritik kommt auch von zahlreichen Fans, die Djokovic als "Völkermord-Leugner" bezeichnen und ihm "Aufstachelung zu ethnischem Hass" vorwerfen. Das mehrheitlich von Albanern bewohnte Kosovo erklärte sich 2008 unabhängig, nach serbischen Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung. Das wird von über 100 Ländern anerkannt, Serbien, Russland oder China tun dies allerdings nicht. 

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