Trio triunfale: Martina Navratilova, Serena Williams und Chris Evert (v.l.n.r.)

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Tennis
09/08/2014

Williams jagt nun Steffi Graf

Vier Grand-Slam-Titel fehlen der US-Amerikanerin noch auf die deutsche Tennis-Legende.

Da standen sie zu dritt und posierten für die Fotografen. Caroline Wozniacki, Verliererin des Finales der US Open, stand daneben und schaute neidisch zu, als Martina Navratilova, Siegerin Serena Williams und Chris Evert ihren Spaß hatten. Williams hatte soeben Wozniacki mit 6:3 und 6:3 vom Centre Court gefegt und zum sechsten Mal bei den US Open triumphiert.
Es war gleichzeitig ihr 18. Titel bei einem Major Turnier, womit sie in der Bestenliste zu eben genannter Navratilova aufschloss. „Ich hätte niemals gedacht, einmal in einem Atemzug mit Chris und Martina genannt zu werden“, war die 32-Jährige sichtlich bewegt und wischte sich ein paar Tränen aus dem Gesicht.

Der geschlagenen Wozniacki blieb nach der deutlichen Niederlage nichts anderes als den Hut zu ziehen, auch wenn sie gar keinen aufhatte. „Du hast es verdient, du hast besser gespielt als ich. Du bist ein unglaublicher Champion und eine tolle Freundin. Du schuldest mir später aber definitiv Drinks“, sagte die Dänin nach dem verwandelten Matchball. Für Wozniacki war es das erste Grand-Slam-Finale seit fünf Jahren.

Neue Ziele

Für Williams schließt sich in New York ein Kreis. Als Teenager hatte sie 1999 im Arthur Ashe Stadium gegen Martina Hingis ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert, 15 Jahre später ihren 18. „Die US Open zu gewinnen war mein Traum. Jedes Mal, wenn ich hier gewinne, ist das ein unglaublicher Moment für mich“, sagte Williams, die für ihren Titel drei Millionen Dollar und eine weitere Million für die Wertung der Turnierserie vor den US Open einsackte.

Nun fehlen Williams noch vier Grand-Slam-Titel, um die Größte einzuholen: Steffi Graf. Die Deutsche scheint zu wissen, dass ihr Allzeit-Rekord in Gefahr ist. „Ihre Karriere wird weiter glänzen und es ist eine Freude für uns alle, ihr dabei zuzuschauen“, schrieb die Deutsche am Montag auf Facebook. Die Australierin Margaret Court kam in ihrer Karriere auf 24 Titel, 13 davon holte sie aber vor Beginn der offenen Ära.

Kaum gewonnen, dachte Williams drei Stunden später bei der offiziellen Pressekonferenz schon an die neuen künftigen Ziele. „Natürlich schiele ich ein bisschen auf Nummer 19“, sagte die sechsfache US-Open-Siegerin, um dann zu ergänzen: „Noch nicht einmal drei Stunden ist es her und ich habe wirklich schon Nummer 19 erwähnt? Oh nein, aber nicht Nummer 22. Eins nach dem anderen.“

Dominant

Mit einem großen Titel hat sie in diesem Jahr nicht mehr gerechnet. „Es fühlt sich großartig an.“ Mit dem Titel bei ihrem Heimspiel hat sie eine durchwachsene Saison gerettet und gekrönt. Erst auf der Zielgeraden des Tennis-Jahres spurtete die gute Bekannte von Usain Bolt der Konkurrenz davon. Nur 75 Minuten dauerte das Finale gegen Wozniacki. Die ehemalige Nummer eins der Welt wirkte an diesem Tag wie die kleine Schwester, die auch mitspielen darf, weil man für ein Tennismatch eben zwei Spielerinnen braucht.

Williams spielte beeindruckend, gewann alle 14 Sätze im Turnier, nie gab sie mehr als drei Punkte in einem Durchgang ab. Diese Dominanz präsentierte sie aber erst in den letzten Monaten nach einem durchwachsenen Start ins Tennisjahr.

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