Sport
02.09.2017

Thiem steht im US-Open-Achtelfinale

Österreich Nummer eins hat in der 3. Runde keine Mühe mit dem angeschlagenen Franzosen Mannarino

Von Pflichtaufgaben bei Grand-Slam-Turnieren zu sprechen, wäre unangebracht und respektlos allen Teilnehmern gegenüber. Dominic Thiem ließ aber auch in der 3. Runde nichts anbrennen, schlug den Franzosen Adrian Mannarino zum sechsten Mal im sechsten Duell und steht nach dem 7:5, 6:3, 6:4 zum dritten Mal im Achtelfinale der US Open. Für Österreichs Ass war es auch ein feines Geburtstagsgeschenk, er wird am Sonntag 24.

Es begann gar nicht gut. Zwar gelang es Thiem, drei Breakbälle teilweise sehenswert abzuwehren, den vierten verwandelte sein 29-jähriger Konkurrent aber zum 1:0. Mannarino spielte anders als Taylor Fritz, machte zwar weniger Druck, aber verteidigte sich geschickter und machte vor allem weniger Fehler als Thiems US-Zweitrundengegner. Ausgerechnet als Mannarino bei 5:4 zum Satzgewinn servierte, schwächelte der Franzose. "Das war ein Schlüsselmoment", gibt Thiem zu.

Wendepunkt

Der Niederösterreicher spielte sich bei leichtem "Heimvorteil" (die Fans im Louis-Armstrong-Stadium waren mehrheitlich auf seiner Seite) und Temperaturen um 17 Grad warm und holte sich den ersten, teilweise hochklassigen Satz 7:5. Bei Mannarino merkte man das Wissen um die schlechte Bilanz gegen Thiem. "So etwas hat man immer Hinterkopf", sagt Jürgen Melzer, der neuerdings als ORF-Experte eine ausgezeichnete Figur macht.

Die Spannungselemente blieben überschaubar in der Folge, die Nummer 8 der Welt kontrollierte die Partie. Sehenswert, wie Thiem einen Breakball im zweiten Satz bei 3:1 abwehrte und die Partie sauber zu Ende spielte. „Das war besser als zuletzt, aber bei Angriffsbällen und beim Volley hat er einige Bälle hergeschenkt“, sagt Trainer Günter Bresnik, den eines beeindruckt: „Er spielt noch lange nicht am Limit.“ Am Montag wartet Juan Martin del Potro, gegen den Argentinier gab Thiem im Vorjahr im Achtelfinale wegen Knieproblemen auf. Da hat Österreichs Ass also noch eine Rechnung zu begleichen.

Auch im Doppel hat Österreich mit dem Grazer Oliver Marach einen Achtelfinalisten. Mit seinem kroatischen Partner Mate Pavic setzte sich Marach mit 6:3 und 6:3 gegen das US-amerikanische Duo Austin Krajicek/Jackson Withrow durch.

Federer und Nadal weiter

Erst am späteren Samstagabend spielten sich die Herren-Topstars ins Achtelfinale. Der topgesetzte Spanier Rafael Nadal hatte neuerlich Mühe, besiegte Leonard Mayer (ARG) aber mit 6:7(3),6:3,6:1,6:4, der 19-fache Major-Sieger Roger Federer freute sich nach zwei Fünfsatz-Partien diesmal über einen sicheren Dreisatz-Erfolg (6:3,6:3,7:5) über Feliciano Lopez.

Die beiden Superstars sind einander von vielen erhofften Schlager im Halbfinale wieder einen Schritt näher gekommen, Nadal und Federer haben ausgerechnet in Flushing Meadows noch nie gegeneinander gespielt.

Im Achtelfinale trifft Federer nun auf den seit einigen Wochen vom Oberösterreicher Markus Hipfl betreuten Philipp Kohlschreiber. Der 33-jährige Deutsche, der Anfang August zum zweiten Mal sein Heimturnier in Kitzbühel gewonnen hat, qualifizierte sich zum vierten Mal nach 2012 bis 2014 für das Achtelfinale von Flushing Meadows. Nach einem 7:5,6:2,6:4 über Kyrgios-Bezwinger John Millman (AUS) steht er ohne Satzverlust in den letzten 16. Gegen Federer hat der Wahl-Tiroler allerdings eine 0:11-Bilanz.