Nick Kyrgios nimmt sich kein Blatt vor den Mund. 

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Sport
05/16/2019

Tennis-"Enfant terrible" Kyrgios sorgt wieder für ein Skandal

Zuerst zog der Australier über seine Kollegen her, anschließend wurde er wegen unwürdigen Benehmens in Rom suspendiert.

Er ist ein genialer Tennis-Spieler, der mit unorthodoxem Spiel und auch Mätzchen den Rhythmus seiner Gegner bricht. Doch Nick Kyrgios ist auch das "Enfant terrible" der ATP-Tour. Der 24-jährige Australier nimmt sich kein Blatt vor den Mund, ist diesbezüglich zwar für manche auch erfrischend ehrlich, doch wird es des Öfteren auch als respektlos empfunden, was er von sich gibt.

Am Donnerstag sorgte er mit seinem Benehmen auf dem Court für Empörung. Während des Zweitrunden-Matches gegen den Norweger Casper Ruud erhielt er wegen Fluchens einen Punktabzug zum 3:6,7:6(5),1:2 und zuckte daraufhin völlig aus. Kyrgios knallte den Schläger auf den Boden, kickte ihn mit dem Fuß weg und schleuderte schließlich einen Sessel auf den Court. Danach packte er seine Tasche und verließ den Platz - nachdem er Ruud und dem Schiedsrichter immerhin die Hand gegeben hatte. Dieser erklärte den Norweger zum Sieger durch Disqualifikation. 

In einem Podcast-Interview mit einem Tennis-Journalisten der New York Times ließ Kyrgios jedenfalls wieder einmal aufhorchen - und wird sich wohl einige Feinde machen. Kyrgios lobte zwar Novak Djokovic als "unglaublichen Spieler und Champion des Sports", meinte aber auch, dass der Serbe verzweifelt versucht, so populär wie Roger Federer zu werden. "Für mich fühlt es sich an, als hätte er eine krankhafte Obsession, gemocht zu werden. Er möchte so sehr gemocht werden, dass ich ihn einfach nicht leiden kann. Diese ganze Feier-Geste, die er nach jedem Match macht, das ist einfach nur peinlich", sagte Kyrgios.

Djokovic schickt ja nach dem Match immer eine Art "Herzensgeste" in alle vier Himmelsrichtungen zum Publikum. "Ganz egal, wie viele Grand Slams er gewinnt, er wird niemals der Größte sein", sagte Kyrgios, der im Head-to-Head mit dem Weltranglisten-Ersten und 15-fachen Grand-Slam-Sieger 2:0 führt. "Wer mich nicht schlägt, kann nicht der Größte aller Zeiten sein."

Arroganz

Den Spanier Fernando Verdasco, am Donnerstag erster Rom-Gegner von Dominic Thiem, bezeichnete der aktuelle Weltranglisten-36. als "die arroganteste Person überhaupt". Selbst an Rafael Nadal übte der Tennis-Rülpel Kritik. Nadal hatte ihn nach einer Niederlage dieses Jahr in Mexiko beschuldigt, "respektlos gegenüber der Öffentlichkeit, dem Gegner und sich selbst gegenüber" zu sein. Kyrgios bezeichnete den elffachen French-Open-Champion als nur wohlwollend nach Siegen.

Und dann sei auch noch Nadals Onkel Toni an die Öffentlichkeit gegangen und gemeint, Kyrgios sei ungebildet. "Bruder, ich war zwölf Jahre in der Schule, du Idiot. Ich bin sehr gebildet. Ich verstehe, dass du sauer bist, weil ich deine Familie wieder geschlagen habe."