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Sport
08/03/2012

Streit um Abschneiden der Österreicher bei Olympia

Das bisher schwache Abschneiden der Österreicher bei den Olympischen Sommerspielen in London wird nun auch zum Politikum.

Nachdem sich am Donnerstag Sportminister Darabos ( SPÖ) ernüchtert gezeigt und Reformen sowohl bei der Förderung als auch bei den zuständigen Organisationen wie BSO und ÖOC angekündigt hatte, fing er sich am Freitag Kritik der anderen Parteien ein.

Nicht direkt, aber indirekt nahm auch ÖOC-Präsident Stoss Stellung. Der Vorarlberger wies darauf hin, dass es keinen Sinn mache, Unruhe zu stiften. Man solle jungen Sportlern die Chance geben und sie nicht als Olympia-Touristen bezeichnen. "Es geht nicht an, dass Sportler in Interviews verunglimpft werden. Mitten in den Spielen eine Strukturdiskussion zu machen, finde ich kontraproduktiv." Sportlich positiv überrascht habe Stoss Schwimmer Dinko Jukic als Vierter über 200 m Delfin.

ÖVP-Sportsprecher Schmuckenschläger meinte etwa, es bringe nichts, jetzt - am Ende der ersten Olympiawoche - auf Athleten verbal hinzuschlagen, "die alle ihr Bestes für Österreich geben". Änderungsbedarf sieht freilich auch Schmuckenschlager. Zweckmäßig wäre es für ihn, sich nach Olympia zu einer schonungslosen Manöverkritik zusammenzusetzen und Ursachenforschung zu betreiben. Handlungsbedarf sieht auch FPÖ-Sportsprecher Kickl, der den Schulsport aufwerten und die öffentlichen Sporteinrichtungen leichter zugänglich machen will. Darabos hielt er vor, ein Schönwettersportminister zu sein, der sich bei Erfolgen zwar gerne als mitverantwortlich, bei Misserfolgen aber als völlig unverantwortlich darstelle.

BZÖ-Sportsprecher Westenthaler machte Darabos gleich für das "katastrophale Abschneiden" Österreichs bei den Spielen in London "hauptverantwortlich", da er seit vier Jahren eine Reform von Förderung und Strukturen im Sport verspreche, diese aber bisher nicht einmal ansatzweise durchgeführt habe.

Auch BSO-Präsident Wittmann hat mit Verwunderung und Unverständnis auf die Kritik von Darabos an der Haltung der Bundessport-Organisation (BSO) in Bezug auf die Reform der Sportförderung reagiert. "Das verstehe ich überhaupt nicht. Wir haben das Gesetz im Juni das erste Mal bekommen und haben Stellung genommen. Dafür hatten wir nur 14 Tage Zeit. Der Entwurf hat drei, vier Jahre gedauert - und wir sollen die Blockierer sein? Das ist nicht an uns gelegen", betonte Wittmann.

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