Sport
09/12/2012

Staatsanwaltschaft schloss Akte in Telekom-Affäre

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat in der Dopingaffäre um das deutsche Rad-Team Telekom bzw.

T-Mobile den Strafbefehl gegen den geständigen Mediziner Andreas Schmid bestätigt und dessen Aussagebereitschaft gelobt. Schmid hatte einen Strafbefehl zur Zahlung von 90 Tagessätzen wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz akzeptiert. Damit ist das Verfahren gegen den früheren Team-Arzt beendet.

"Er hat ein Geständnis abgegeben und sich darin klar selbst belastet", sagte Oberstaatsanwalt Christoph Frank am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Schmid ist nicht vorbestraft. "Doping-Geständnisse sind äußerst selten. Ich halte Herrn Schmids Geständnis für einen bemerkenswerten Vorgang", erklärte Frank auf einer Pressekonferenz. Der weiter im Umkreis Freiburgs tätige Schmid hatte zugegeben, fünf Dosen EPO an Radprofis weitergereicht zu haben.

Alle weiteren Verfahren gegen Verantwortliche der Rennställe und gegen weitere Ärzte, wie das gegen den früheren Teamarzt Lothar Heinrich, sind eingestellt worden. Es seien lediglich Vorgänge der Zeit 2002 bis 2007 überprüft worden. "Wir haben alles getan, was wir tun konnten. Das Ergebnis ist die Einstellung. Herr Heinrich hat sich nicht geäußert", sagte Frank, der im Mai dieses Jahres auch den ehemaligen Telekom- und T-Mobile-Star Jan Ullrich verhörte.

Der Tour-de-France-Sieger von 1997 habe sich "ausführlich geäußert". Gegen den inzwischen 38-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft Bonn 2008 die Ermittlungen wegen Dopings eingestellt, nachdem der Profi 250.000 Euro für wohltätige Zwecke gezahlt hatte. Der Internationale Sportgerichtshof CAS sperrte Ullrich im Februar 2012 für zwei Jahre wegen seiner Kooperation mit dem mutmaßlichen spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes.

Die Deutsche Anti-Doping-Agentur NADA hat die Freiburger Akten des Falles angefordert und will prüfen, ob sportjuristische Sanktionen ausgesprochen werden können.

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