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Sport
12/05/2011

Sportbühne Österreich

Heimspiele: Sechs Großveranstaltungen in sechs Jahren. Der Versuch einer Reihung nach dem Unterhaltungswert.

Kurz vor 20 Uhr war es am Sonntag so weit: Der Diagonalangreifer Milos Terzic sicherte Serbien mit einem Ass den Europameistertitel im Volleyball (3:1). Mit der EuroVolley 2011 ging das sechste sportliche Großereignis in den letzten sechs Jahren auf österreichischem Boden zu Ende. Erfolgsveranstaltung oder Pleiten-Turnier? - Der KURIER reiht EURO, Faustball-WM und Co. nach ihrem Unterhaltungswert - natürlich aus rein subjektiver Perspektive.

1. Fußball-EM 2008

Trotz des dürftigen sportlichen Abschneidens wird die EURO 2008 den Fußball-Fans in positiver Erinnerung bleiben. 1,14 Millionen Zuschauer kamen zu den 31 Spielen in der Schweiz und Österreich, das nie zuvor Zentrum europäischer Emotionalität und höchster Fußball-Kunst war. Spaniens goldene Generation holte in Wien ihren ersten Titel. Österreichs Fans durften sich nur über ein Tor freuen. Infrastrukturell war die Euro eine Niederlage. Statt nachhaltig zu investieren, wurde das Happel-Stadion kosmetisch um 39,6 Millionen Euro umgebaut. In Klagenfurt wurde ein Stadion errichtet, dessen volle Kapazität heute nicht ausgenutzt werden darf. Einzig Salzburg hat durch den Ausbau auf 30.000 Plätze profitiert.

2. Handball-EM 2010

130.000 Fans in den fünf Arenen, weltweit über eine Milliarde Zuschauer vor den Fernsehgeräten - die EM im Jänner 2010 in Österreich hat Lust auf den rauen Sport gemacht. Auch, weil es sportlich passte. Österreichs Herren kamen in die Top 10. Wenige Monate später gelang die WM-Qualifikation. In der Liga mahlen die Erfolgsmühlen langsamer. Die Hallensituation ist weiter prekär, ein neuer Ligasponsor noch nicht gefunden.

3. Faustball-WM 2011

Vor der WM im August galt Faustball als oberösterreichische Spezialität (80 der 130 heimischen Vereine sind im Bundesland ob der Enns beheimatet). Doch seit sich Österreich bis ins Finale smashte, sind Dietmar Weiss und Co. auch Nicht-Oberösterreichern ein Begriff. 30.000 gut gelaunte Fans lockte der Faustball-Sport in die Stadien in Wien, Salzburg, Linz, Kremsmünster und Pasching. Die Stimmung war nicht nur im Finalspiel gegen Deutschland Werbung für den Randsport.

4. Eishockey-WM 2005

Das Turnier 2005 in Innsbruck und Wien ging in die Geschichte ein. Einerseits als bestbesetzte WM aller Zeiten, andererseits als Pleiten- Pech und Pannen-Turnier. In der Stadthalle schmolz das Eis den Spielern unter den Kufen weg. Sportlich wird das Team seither immer schlechter und steigt seit 2005 bei jeder A-WM ab. Die 323.974 Zuschauer waren zumindest ein wirtschaftlicher Erfolg. Da jedoch die von Bürgermeister Häupl versprochene große Arena nie gebaut wurde, wird Wien nie wieder Schauplatz einer A-WM sein werden, da der Weltverband mittlerweile genügend andere Bewerber mit mindestens 12.000er-Hallen hat.

5. Volleyball-EM 2011

"Erfolg oder Tradition braucht es, um einen Sport populär zu machen", sagte Österreichs Volleyball-Präsident Peter Kleinmann im Vorfeld der EuroVolley: "Tradition haben wir nicht, also brauchen wir Erfolg." Doch auch der ist ausgeblieben - Österreich belegte wie 1999 den letzten Platz. Österreich spielte in Wien, Tschechien in Karlsbad, Italien in Innsbruck und Polen in Prag. Diese Verteilung sollte volle Ränge garantieren, doch statt 5000 Zuschauern pro Tag zählte man in Tirol 4500 insgesamt. Beeindruckend war die Kulisse beim Finale mit 9750 Fans in Wien. Dass die serbischen Fans nicht müde wurden, Italiens Team auszupfeifen - selbst bei der Siegerehrung, als der Titel bereits gewonnen war - verlieh der Hochklasse-Partie jedoch einen schalen Beigeschmack.

6. Football-WM 2011

Das Positive zuerst: Mit dem 48:10-Kantersieg gegen Australien feierte Österreich den ersten Sieg überhaupt bei einer Football-WM. Negativ: Der Traum von Bronze blieb ein solcher, Österreich musste sich mit Rang sieben zufrieden geben. Die Freitagsspiele im Happel-Stadion waren nur spärlich besetzt, die Stimmung beim Finaltag (20.000 Zuschauer) aber durchaus WM-würdig.

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