WM 2011: Anna Fenningers erstes WM-Gold war ein kombiniertes. Übrigens, Zweite war damals eine gewisse Tina Maze (li.).

© APA/BARBARA GINDL

WM-Kombination
02/09/2015

Beste Ski-Allrounderinnen werden gesucht

"Wer die Kombi gewinnt, ist die beste Skifahrerin der Welt", behauptet Nicole Hosp.

Es ist so eine Sache mit der Kombination. Während der Mixed-Bewerb aus Abfahrt und Slalom früher als Königsdisziplin für die Alleskönner unter den Skifahrern galt, wird der Bewerb heute oft belächelt – als Kompromiss für jene, die alles ein bisserl können und nichts g’scheit. Oder es wird überhaupt die Abschaffung gefordert.

Anna Fenninger, 2011 selbst Weltmeisterin im alpinen Duathlon, weiß um die Problematik: "Der Bewerb krönt sicher den besten Skifahrer, weil man alles können muss. Der Stellenwert ist aber leider nicht sehr groß." Nicole Hosp pflichtet ihrer Kollegin bei: "Die Allrounder sind eine aussterbende Gattung, aber das ist auch kein Wunder bei dem dichten Rennprogramm."

Auch Anna Fenninger hat ihren Fahrplan reduziert – um den Slalom. "Ich kann meine Chancen schwer einschätzen. Ich weiß aber, dass ich schon einmal gut Slalom gefahren bin, vielleicht kann ich das wieder abrufen."

Ungewohntes Terrain

Ihre drei Kolleginnen im österreichischen Team für den nächsten Bewerb am Montag hingegen lieben den Tanz im Stangenwald, sind sie doch ausgewiesene Expertinnen in Sachen Slalom. Und Kathrin Zettel hat mit starken Trainingsleistungen in der Abfahrt auf sich aufmerksam gemacht. "Es macht Vollgas-Spaß", sagt die Niederösterreicherin, "inzwischen fühlt sich das Fahren auf den langen Skiern auch wieder selbstverständlicher an." Bis zum letzten Herbst hatte sie aufgrund ihrer Hüftprobleme die Speeddisziplinen weitgehend auslassen müssen, die Rückkehr in den Speedbereich ist das Genussprojekt der Göstlingerin.

Wie Fenningers Zimmerkollegin Michaela Kirchgasser profitiert auch Zettel von Fenningers Tipps für die Damen-Piste Raptor. "Ich find’ das gut, wir sind ja auch ein Team", sagt Zettel, und Kirchgasser gesteht, sich viel abgeschaut zu haben von der Vizeweltmeisterin in der Abfahrt.

Der Weg zu Gold aber, der führt nach dem Rücktritt der Deutschen Maria Höfl-Riesch (Weltmeisterin 2013, Olympiasiegerin 2014) über Tina Maze. "Sie kann in Abfahrt und Slalom Bestzeit fahren", sagt Nicole Hosp über die in Höchstform befindliche Slowenin. "Wenn sie fehlerfrei bleibt, kann sie sich nur selbst schlagen", ist Anna Fenninger überzeugt. Und überhaupt: "Tina kann in allen fünf alpinen Disziplinen gewinnen, und sie macht kaum einmal einen Fehler", weiß Kathrin Zettel.

Die Tirolerin Hosp, 2014 mit Olympia-Silber dekoriert, hat die Enttäuschung über ihre verpasste Qualifikation für die Spezialabfahrt bei einem langen Spaziergang verarbeitet ("hier gibt’s ja zum Glück genug Gegend dafür") und ist wieder guter Dinge – doch sie warnt auch vor gefährlichen Außenseiterinnen: "Mit Julia Mancuso auf dem dritten Platz von Sotschi hat ja auch keiner gerechnet. Und wenn Lara Gut im Slalom ein guter Lauf auskommt ..."

Tatsache aber sei doch eines, sagt Nicole Hosp: "Wer die Kombi gewinnt, ist die beste Skifahrerin der Welt."

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