Sport
22.05.2018

Simon Yates übersteht das Zeitfahren beim Giro

Der britische Gesamtführende der Italien-Rundfahrt verteidigte Platz eins. Patrick Konrad ist nun Elfter.

Fünf Tage dauert sie noch, die 101. Italien-Rundfahrt, und Simon Yates ist dem größten Erfolg seiner Karriere im Einzelzeitfahren am Dienstag wieder ein ganzes Stück nähergekommen: 41:37 Minuten brauchte der Brite für die 34,2 Kilometer von Trento nach Rovereto (Platz 22 unmittelbar hinter Felix Großschartner und Georg Preidler), damit liegt er nun 37 Sekunden vor dem zweitplatzierten Zeitfahr-Weltmeister Tom Dumoulin aus den Niederlanden, der Tagesdritter wurde. Der Sieg ging an Rohan Dennis (AUS) vor Tony Martin (GER). Patrick Konrad verlor mehr als drei Minuten auf die Bestzeit, er ist nun Gesamt-Elfter.

Am Mittwoch geht es über 188 eher flache Kilometer von Riva del Garda nach Iseo, ehe die entscheidenden drei Tage folgen: Die Donnerstag-Etappe endet nach 196 Kilometern auf 1607 Metern Höhe in Pratonevoso, am Freitag stehen der Colle delle Finestre (2178 Meter, der höchste Punkt des heurigen 101. Giro), der Anstieg nach Sestriere (2035 m) und das Finale nach Bardonecchia (1908 m) auf dem Fahrplan, am Samstag folgen weitere zwei Pässe der höchsten Kategorie und der Schlussanstieg nach Cervinia (2001 m).

Viele Berge, das bedeutet viele Gelegenheiten für Umstürze im Gesamtklassement – wer heuer am letzten Tag als Sieger geehrt wird, steht jedenfalls noch keineswegs fest. Sicher ist nur eines: Anders als in den vergangenen Jahren endet die Italien-Rundfahrt heuer auf einem Rundkurs mitten in Rom – und nicht wie sonst am Sitz der Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport in Mailand.

Die besten Karten hat der Brite Yates, der zwar nicht die massive Unterstützung seines Teams wie Landsmann Chris Froome (Vierter/ +3:50) hat, der dafür aber am Berg der Beste ist. Das weckt freilich auch die Zweifler – schon einige Auffahrtrekorde sind unterboten, und dann sind da ja auch noch jene Herren in Yates’ Team Mitchelton-Scott, die bereits auffällig geworden sind.

Herren mit Geschichte

So war Sportchef Matt Walsh nicht nur Teamkollege von Doping-Legende Lance Armstrong bei US Postal, er hat später auch Doping zugegeben, was ihm die Entlassung als australischer Nationaltrainer beschert hat. Und Simon Yates selbst ist auch schon in die Dopingfalle getappt: Im März 2016 wurde er bei der Rundfahrt ParisNizza positiv auf ein Asthmamittel getestet, wie es im Ausdauersport weit verbreitet ist. Der heute 25-Jährige wurde freilich entlastet, der Arzt seines damaligen Teams habe es verabsäumt, eine Ausnahmegenehmigung zu therapeutischen Zwecken zu beantragen (auch das ein verbreitetes Thema im Ausdauersport).

Simon Yates kam seinerzeit mit einer viermonatigen Sperre wegen „unabsichtlichen Dopings“ davon – es bleibt zu wünschen, dass seine aktuellen Leistungen regulär zustande kommen.