Der Mann des Tages: Simon Yates vom Team Bike Exchange

© APA/AFP/POOL/LUCA BETTINI

Sport
05/28/2021

Simon Yates holt sich die 19. Giro-Etappe, Egan Bernal bleibt in Rosa

Der Brite kann Boden auf den Kolumbianer gutmachen, bleibt aber Gesamtdritter. Am Samstag geht es durch die Schweiz

Mit einer Schweigeminute im Gedenken an die Opfer des Seilbahnunglücks von Stresa am vergangenen Sonntag begann am Freitag die drittletzte Etappe des Giro d’Italia 2021. Der Ort wurde durchfahren, auf die geplante Auffahrt auf den Monte Mottarone, wo 14 Menschen infolge einer manipulierten Notbremseinrichtung ihr Leben ließen, wurde aus Rücksicht auf die Opfer verzichtet.

Stattdessen stiftete das Peloton das gesamte Preisgeld des Tages – immerhin 37.390 Euro – dem einzigen überlebenden Buben sowie den Familien der übrigen Opfer. Der Fünfjährige aus Israel wird derzeit in einem Spital in Turin behandelt, er hat Eltern, Urgroßeltern und seinen Bruder  verloren.  Eine Tante kümmert sich nun um den Burschen, der schwere Verletzungen an Gliedmaßen, Unterleib und Brustkorb davongetragen hat.

Harte Arbeit am 19. Tag

166 Kilometer waren nach der Schweigeminute zu absolvieren, von Abbiategrasso ging es über den Passo della Colma ins Valsesia und dort auf die Alpe di Mera. Im Schlussanstieg hinauf auf  1.532 Meter Höhe setzte der Brite Simon Yates  6,5 Kilometer vor dem Ziel die erste Attacke. Der Gesamtdritte vom Team Bike Exchange fuhr solo, gefolgt vom Zweiten Damiano Caruso (ITA/Bahrain) und dem Vierten Alexander Wlasow (RUS/Astana).

Leader Egan Bernal und seine verbliebenen Ineos-Kollegen hatten schwer zu kämpfen und lagen vier Kilometer vor dem Ziel bereits 30 Sekunden zurück. Sollte der Kolumbianer wie schon am Mittwoch wieder Zeit verlieren?

Sein Landsmann Daniel Felipe Martinez pumpte alle Reserven auf die Pedale, um seinen Kapitän noch einmal  heranzubringen, er war Bernals letzter Helfer und 2,5 Kilometer vor dem Ziel am Ende. 21 Sekunden trennten den Leader nun noch von Yates, der 2018 den vermeintlich sicheren Giro-Sieg am drittletzten Tag aus den Augen verloren hatte.

Nun aber konnte Simon Yates den Leader auf Abstand halten, nach 4:02:55 Stunden löste er die Zeit im Ziel aus, es war sein insgesamt vierter Etappensieg beim Giro. Auf den Plätzen: der Portugiese  João Almeida (Deceuninck-Quick Step/+11 Sekunden) und ... Egan Bernal (+28). In der Gesamtwertung bleibt der Brite aber Dritter hinter Bernal und Damiano Caruso.

Der Schlussakt

Am Wochenende folgt der Schlussakt der 104. Italien-Rundfahrt. Am Samstag verlässt der Giro nach dem Start in Verbania am Lago Maggiore Italien, um via San Bernardino (24 Kilometer Anstieg) und Splügenpass in der Skistation Madesimo wieder in seine Heimat zurückzukehren. Danach geht es noch hinauf auf die Alpe Motta, 164 Kilometer mit 3.843 Metern Höhendifferenz sind zu bewältigen.

Und falls sich Egan Bernal dort keine Schwächen leistet, sollte der Kolumbianer auch nach dem Einzelzeitfahren am Sonntag (30,3 Kilometer in Mailand) das Rosa Trikot tragen. Es wäre sein zweiter Sieg bei einer der drei großen Landesrundfahrten nach jenem bei der Tour de France 2019. Die Grande Boucle wird der 24-Jährige heuer allerdings auslassen – zumindest, wenn es bei dem bleibt, was er in den letzten Tagen immer wieder gesagt hat.

19. Etappe (Abbiategrasso–Alpe di Mera Valsesia, 166 km): 1. S. Yates (GBR) Bike Exchange 4:02:55, 2. Almeida (POR) Deceuninck-Quick Step +11, 3. Bernal (COL) Ineos +28, 4. Caruso (ITA) Bahrain +32, 5. Wlasow (RUS) Astana gl. Zeit, 6. Martin (IRE) Israel +42, 18. Großschartner (AUT) Bora-hansgrohe +4:01, 135. Brändle (AUT) Israel +28:40.

Gesamt: 1. Bernal  81:13:37,  2. Caruso +2:29, 3. S. Yates +2:49, 4. Wlasow  +6:11, 5. Carthy (GBR) EF-Nippo +7:10, 51. Großschartner +2:07:28, 131. Brändle +4:26:16.

Samstag: Verbania–Madesimo/Alpe Motta, 166 km (Bergankunft).

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