Knapper geht es nicht: Jai Hindley (li.) und Tao Geoghegan Hart

© APA/AFP/LUCA BETTINI

Sport
10/24/2020

Sekundenduell um den Sieg beim Giro d’Italia

Vor dem finalen Zeitfahren liegen Tao Geoghegan Hart und Jai Hindley zeitgleich vorn. Felix Großschartner in Spanien Fünfter

Mauri Vegni schien die Sonne, doch der Tourdirektor der Italien-Rundfahrt grantelte auch am Samstag noch vor sich hin. Nach dem Fahrer-Streik am Freitag und der deswegen deutlich verkürzten Etappe hatte der Italiener noch erklärt, dass „irgendwer dafür bezahlen“ müsse – immerhin gibt es Verträge mit Start- und Durchfahrtsorten, und immerhin war ja seit langer Zeit schon bekannt, dass 258 und eben nicht 124,5 Kilometer zu fahren sein würden.

Wen es trifft, war dann bald einmal klar: Die Organisatoren strichen den Fahrern die Prämien, immerhin 27.000 Euro, die nun für den Kampf gegen die Corona-Pandemie gespendet werden. Es galt, ein Zeichen zu setzen, denn „hier hat es eindeutig an Respekt gegenüber den Organisatoren gemangelt“, wie Vegni erklärte.

Knapper geht's nicht

Die 20. Etappe von Alba nach Sestriere, bei der die Skistation dreimal zu erklimmen war, ging an Ineos-Profi Tao Geoghegan Hart, der sich gegen den Australier Jai Hindley im Sprint durchsetzte. Der Niederländer Wilco Kelderman wurde Achter (+1:35 Minuten) und musste das Rosa Trikot nach nur einem Tag abgeben. Der Sunweb-Profi liegt nun hinter seinem Teamkollegen Hindley und dem zeitgleichen Geoghegan Hart mit 1:32 Minuten Rückstand auf Platz drei. Mit Verspätung trafen Patrick Konrad (17./Bora-hansgrohe) und Hermann Pernsteiner (16./Bahrain-McLaren) ein, sie sind auf den Plätzen acht und zehn notiert.

"Es war der Kampf, den jeder erwartet hatte. Ich habe mich trotz der Belastungen der letzten drei Wochen aber immer noch gut gefühlt", sagte Konrad. "Ineos hat das Feld mit seiner Tempoarbeit auseinandergerissen, ich habe alles versucht. Ich bin jetzt Achter in der Gesamtwertung, damit muss ich zufrieden sein, weil ich definitiv 100 Prozent gegeben habe. Morgen ist noch ein Zeitfahren, vielleicht ist hier noch etwas möglich."

Am Sonntag fällt die Entscheidung über den Gesamtsieg: im 15,7-Kilometer-Einzelzeitfahren von Cernusco sul Naviglio nach Mailand.

Primoz Roglic souverän, Daniel Martin im Pech

Keine Probleme hatte der Gesamtführende Primoz Roglic am fünften Tag der Vuelta, der Slowene von Jumbo-Visma verteidigte das Rote Trikot als Vierter souverän, indem er den Sprint der Gruppe mit den Favoriten am Ende der 184,4 Kilometer von Huesca nach Sabiñanigo für sich entschied. Direkt hinter Roglic wurde Felix Großschartner Fünfter, womit der Oberösterreicher von Bora-hansgrohe ein weiteres Ausrufezeichen setzte und weiter als Gesamtsiebenter geführt wird.

Pech hatte der Ire Daniel Martin: Der Profi vom Team Israel, am Freitagabend als Gesamtzweiter gefeiert, stürzte in der letzten Kurve vor dem finalen Anstieg und verletzte sich an der rechten Hand. Glück im Unglück: Weil der Sturz innerhalb der letzten drei Kilometer passierte, ist Daniel Martin auch weiterhin Zweiter, fünf Sekunden hinter Roglic und acht vor Ineos' Ecuadorianer Richard Carapaz.

„Von Anfang an ging es sehr schnell los", sagte Großschartner. "Als klar war, dass eine Gruppe durchkommt, war das Tempo ganz okay. Wir wussten, dass es am Schluss mit rund 700 Metern noch einmal bergauf geht, und da war es wichtig, in einer guten Position zu sein, um nicht unnötige Sekunden herzuschenken. Das gelang mir auch ganz gut. Ich war dann vorne, als es einen Sturz gab, aber glücklicherweise war ich nicht darin verwickelt. Ich bin nur froh, dass ich nicht zu Boden gegangen bin, denn das war das Wichtigste. Am Ende habe ich auf Roglic geschaut, war mir aber nicht sicher, ob ich da jetzt durchziehen sollte. Als er aber lossprintete, versuchte ich zu folgen, konnte aber nicht mehr an ihm vorbei. Ich habe mich heute gut gefühlt und versuche jetzt, gut zu regenerieren und ich bin optimistisch für morgen."

Den Tagessieg holte sich der Belgier Tim Wellens (Lotto Soudal), der den Sprint einer dreiköpfigen Ausreißergruppe gegen Guillaume Martin (FRA/Cofidis) und Thymen Arensman (NED/Sunweb) für sich entschied.

Giro d'Italia, 20. Etappe (Alba–Sestriere, 190 km): 1. Geoghegan Hart (GBR) Ineos 4:52:45, 2. Hindley (AUS) Sunweb gl. Zeit, 3. Dennis (AUS) Ineos +25, 4. Almeida (POR) Deceuninck-Quick Step +1:01, 5. Vendrame (ITA) AG2R +1:34, 7. Bilbao (ESP) Bahrain-McLaren +1:35, 8. Kelderman (NED) Sunweb gl. Zeit, 11. Nibali (ITA) Trek-Segafredo +2:02, 16. Pernsteiner (AUT) Bahrain-McLaren +2:28, 17. Konrad (AUT) Bora-hansgrohe +2:28, 18. Fuglsang (DEN) Astana +2:36, 129. Brändle (AUT) Israel +36:13. – Gesamt: 1. Hindley 85:22:07, 2. Geoghegan Hart gl. Zeit, 3. Kelderman +1:32, 4. Bilbao +2:51, 5. Almeida +3:14, 6. Fuglsang +6:32, 7. Nibali +7:46, 8. Konrad +8:05, 9. Masnada (ITA) Deceuninck-Quick Step +9:24, 10. Pernsteiner +10:0, 126. Brändle +5:42:27.

Vuelta, 5. Etappe (HuescaSabiñanigo, 184,4 km): 1. Wellens (BEL) Lotto Soudal 4:19:25, 2. G. Martin (FRA) Cofidis +4, 3. Arensman (NED) Sunweb +12, 4. Roglic (SLO) Jumbo-Visma +2:13, 5. Großschartner (AUT) Bora-hansgrohe +2:14, 9. Carapaz (ECU) Ineos +2:17.  Gesamt: 1. Roglic 20:52:31, 2. D. Martin (IRE) Israel +5, 3. Carapaz +13, 4. Mas (ESP) Movistar +32, 5. Carthy (GBR) Education First +38, 6. Kuss (USA) Jumbo-Visma +44, 7. Großschartner +1:17.

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