Um im Olympia-Förderungskader zu bleiben verlautbarte der OSV eine Zielzeit. Jukic hat nicht vor diese anzustreben.

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Schwimmen
09/12/2014

Jukic steht vor weiterer Hürde

Auf dem Comeback-Weg des österreichischen Schwimmers baut sich eine weitere juristische Hürde auf.

Die Fronten zwischen Österreichs Schwimmverband (OSV) und Dinko Jukic sind weiter verhärtet. Der Athlet hat nicht vor, die vom OSV verlautbarte Zielzeit von 1:56,68 Minuten über 200 m Delfin für einen Verbleib im Olympia-Förderungskader bis Ende Oktober anzustreben. Dafür müsste er ohnehin zuerst die OSV-Wettkampf- und Entsendebedingungen unterschreiben. Schon dazu dürfte es nicht kommen.

So argumentiert zumindest Jukic-Anwalt Thomas Krankl. "Ich werde meinem Mandanten empfehlen, das nicht zu unterschreiben", erklärte der Jurist. Krankl beruft sich auf eine vor einem Jahr von Jukic mit dem OSV nach Vermittlung von "Rio-Koordinator" Peter Schröcksnadel getroffene Vereinbarung, wonach alle Gerichtsverfahren zwischen den Parteien ruhend gestellt wurden und Jukic ein Sonderstartrecht zugesprochen bekommen hat.

Und das ohne Bedingung, wie sie für Krankl nun vom OSV gestellt wird. Der Rechtsanwalt befürchtet, dass Jukic nach Unterschreiben der Wettkampfbedingungen wie allgemein üblich Startansuchen über einen Verein stellen müsste. Jukic' Verein SC Austria Wien wurde aber vom OSV ausgeschlossen, die Causa ist nach einer erstinstanzlichen OSV-Gerichtsniederlage in der zweiten Instanz anhängig. Jukic ist in Österreich immer für Austria Wien gestartet und will dies auch weiterhin ausschließlich.

Krankl möchte die Lage mit Jukic besprechen. Einen Antrag auf Einstweilige Verfügung hält er für möglich, um dem Olympia-Vierten von London 2012 etwa in Hinblick auf die Kurzbahn-WM vom 3. bis 7. Dezember in Doha das Antreten zu einem Qualifikationsmeeting dafür und im Fall eines unterbotenen Limits und der erforderlichen OSV-Nominierung in Katar zu ermöglichen. Der "normale" Gerichtsweg würde Jukic nämlich sportlich auf längere Dauer weiter auf Eis legen.

Derzeit hat Jukic das ursprünglich zugesagte Sonderstartrecht nicht, es wurde ihm per 31. Juli vom OSV entzogen. Grund für den Entzug ist, dass Jukic für Auslandsstarts nicht extra angesucht habe. Dies sei laut Krankl aber bei vielen Aktiven der Fall.

Krankl hatte zunächst befürchtet, dass Jukic erst frühestens sechs Monate nach Wiedererteilung des Sonderstartrechts wieder Wettkämpfe bestreiten dürfe. Damit hätte der 25-Jährige definitiv die Kurzbahn-WM verpasst. Michael Cepic, Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), teilte aber mit, dass der Athlet bei Erbringen der Startvoraussetzungen sofort wieder antreten könne. Cepic: "Der Sportler sollte da keinen Nachteil haben."

Aktuell keine Verwendung des Asthma-Mittels möglich

Negativ ist die NADA-Botschaft für Jukic aktuell hinsichtlich einer im April beantragten Ausnahmegenehmigung zur Verwendung eines Asthma-Mittels. Dieses hatte er mit Erlaubnis der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) schon davor vier Jahre verwendet. Jukic wartet seit fünf Monaten auf die NADA-Genehmigung. Cepic aber erklärte, dass im Juli zusätzliche Unterlagen eingefordert wurden, die würden noch fehlen. Jukic wiederum gibt an, keine Aufforderung erhalten zu haben.

Eine positive Nachricht hat die NADA für Jukic aber auch. Ende August hatte ihn ein Doping-Kontrollor im vom Sportler angegebenen Zeitfenster nicht angetroffen. Einen "missed test" wird es aber nicht geben, da Jukic zu diesem Zeitpunkt kein Sonderstartrecht hatte und daher nicht zu kontrollieren war. Cepic: "Wir waren damals nicht in Kenntnis davon. Da Jukic aber zu diesem Zeitpunkt kein Mitglied des OSV war, wird das von uns in diesem Fall auch nicht weiter verfolgt."

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