Sport
21.08.2017

Rafael Nadal: Die Rückkehr des Königs

Der Spanier setzt sich zum vierten Mal in seiner Karriere an die Spitze der Weltrangliste.

Der "King of Clay" ist zurück: Rafael Nadal sitzt zum ersten Mal seit über drei Jahren auf dem Thron der Tenniswelt. Mit seinem Viertelfinaleinzug in Cincinnati verdrängte der Spanier den Briten Andy Murray von der Spitze der ATP-Weltrangliste und fügt seinen 141 Wochen als Nummer eins eine weitere hinzu.

Die Viertelfinalniederlage gegen den späteren Finalisten Nick Kyrgios, gegen den Nadal mit 2:6, 5:7 unterging, hielt den 31-Jährigen nicht davon ab, seinen Triumph zu feiern. "Das ist unglaublich. Vor allem angesichts dessen, was in den vergangen drei Jahren bei mir passiert ist", sagte Nadal nach dem Match. Nun wurde der Siegeszug des "Königs" auch von offizieller Seite bestätigt: Seit dem 21. August sieht die ATP-Weltrangliste den Spanier an der Spitze, gefolgt von Andy Murray und Roger Federer.

Ein langer Weg

Nadals Rückkehr erscheint besonders angesichts der Verletzungsprobleme, mit denen der 31-Jährige in den letzten Jahren zu kämpfen hatte, beeindruckend - die letzte Saison musste er gar aufgrund von Handgelenksbeschwerden vorzeitig beenden. "Es war ein langer, langer Weg", sagte Francisco Roig, der seit 2005 immer wieder als Trainer des Spaniers tätig war. "Jeder, der ihm während dieser Zeit beistand, wusste jedoch, dass er wieder an die Spitze zurückkehren würde". Wesentlich für die Rückkehr des "King of Clay": Nadals Siege bei den French Open, bei den ATP-1000-Turnieren in Madrid und Monte Carlo und beim ATP-500-Turnier in Barcelona, die er in diesem Jahr einfuhr.

Der einzige Spieler, der eine realistische Chance besitzt, Nadal den ersten Platz im ATP-Ranking streitig zu machen, ist Roger Federer. Der Schweizer hat ebenfalls eine Comebacksaison hinter sich, gewann die Australian Open und siegte in Wimbledon, obwohl er die Saison 2016 aufgrund einer Knieverletzung vorzeitig beenden musste. Die beiden verbindet seit Jahren eine freundschaftliche Rivalität, bei den nächste Woche beginnenden US Open könnte es zu einem erneuten Aufeinandertreffen der beiden kommen. Federer zeigte sich zuletzt jedoch angeschlagen und konnte aufgrund von Rückenbeschwerden in Cincinnati nicht antreten.

Der neue alte König

Angesichts der Verletzungen, an denen derzeit zahlreiche Top-Ten-Spieler laborieren, kann Nadal durchaus als Favorit für die US Open angesehen werden: Andy Murray schlägt sich mit Hüftproblemen herum, bestreitet in New York sein erstes Turnier seit über einem Monat. Der Brite hätte zwar rechnerisch die Chance, seinen ersten Platz im Ranking zurückzuholen, angesichts seines Gesundheitszustandes ist dies jedoch weniger wahrscheinlich.

Milos Raonic, Roger Federer und Marin Cilic mussten indes für Cincinnati absagen, Stan Wawrinka, Novak Djokovic und Kei Nishikori haben ihre Saison vorzeitig beendet. Unter den Top Ten sind einzig Dominic Thiem, Alexander Zverev, Cincinnati-Sieger Grigor Dimitrov und Nadal komplett fit.

Ob sich der neue alte König gegen seine Widersacher durchsetzen und seinen Thron verteidigen kann, wird sich ab nächster Woche in New York zeigen, wenn die 137. Auflage der US Open eröffnet wird.

ATP-Weltrangliste:

1. (2) Rafael Nadal (7.645 Punkte)
2. (1) Andy Murray (7.150)
3. (3) Roger Federer (7.145)
4. (4) Stan Wawrinka (5.690)
5. (5) Novak Djokovic (5.325)
6. (7) Alexander Zverev (4.470)
7. (6) Marin Cilic (4.155)
8. (8) Dominic Thiem (4.030)
9. (11) Grigor Dimitrow (3.710)
10. (9) Kei Nishikori (3.195)

Außerdem:
132. (129) Sebastian Ofner (428)
134. (134) Gerald Melzer (420)
149. (149) Jürgen Melzer (376)
267. (265) Michael Linzer (191)
510. (842) Andreas Haider-Maurer (68)

Race to London:

1. (1) Rafael Nadal (7.365 Punkte)
2. (2) Roger Federer (7.145)
3. (3) Alexander Zverev (4.175)
4. (4) Dominic Thiem (3.535)
5. (5) Stan Wawrinka (3.150)
6. (9) Grigor Dimitrov (3.060)
7. (6) Marin Cilic (2.905)
8. (7) Novak Djokovic (2.585)