Kris Boeckmans erwischte es beim Massensturz ganz schlimm.

© APA/EPA/BAS CZERWINSKI

Radsport
08/30/2015

Boeckmans nach Sturz bei Vuelta im künstlichen Koma

Der Belgier erlitt Brüche im Gesicht, eine Gehirnerschütterung, eine Einblutung der Lunge und drei Rippenbrüche.

Der belgische Radprofi Kris Boeckmans ist wegen der bei einem Massensturz auf der 8. Etappe der Spanien-Rundfahrt am Samstag erlittenen Verletzungen in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden. Boeckmans hat nach Angaben seines Teams Lotto mehrere Brüche im Gesicht, eine Gehirnerschütterung, eine Einblutung der Lunge und drei Rippenbrüche erlitten.

Boeckmans soll im Krankenhaus von Murcia mehrere Tage im Koma bleiben. Schlimm erwischte es bei dem Sturz auch BMC-Kapitän Tejay van Garderen. Der US-Amerikaner musste mit einem Schulterbruch, Prellungen und einer Lungenverletzung wie schon bei der Tour de France aufgeben und fällt auch für die Heim-WM in Richmond in gut drei Wochen aus. Aufgeben mussten außerdem der Ire Daniel Martin, der Gesamt-Dritter war, wegen einer Schulterluxation und der französische Sprinter Nacer Bouhanni.

Dank an Zoidl

Auch der belgische Etappensieger Jasper Stuyven war in den Sturz rund 50 km vor dem Ziel verwickelt. Er gewann den Massensprint trotz eines gebrochenen Kahnbeins, konnte am Sonntag aber nicht mehr zur 9. Etappe antreten. Seinen bisher wichtigsten Sieg verdankte der 23-Jährige auch der Unterstützung Riccardo Zoidls.

"Riccardo hat großen Anteil an meinem Sieg. Er hat toll gearbeitet und im Finish wieder und wieder Tempo gemacht. Er ist unser stärkster Fahrer mit all der Arbeit, die er bisher geleistet hat", sagte Stuyven in einer Team-Aussendung. Weil Fränk Schleck durch den Sturz mehr als elf Minuten verlor, ist Zoidl nun als 25. der Gesamtwertung mit nur 7:16 Minuten Rückstand sogar der bestplatzierte Trek-Profi.

Sagan gab auf

Nach einem Sturz aufgeben musste auch der Slowake Peter Sagan. Der mehrfache Gewinner des grünen Trikots der Tour de France und Führende der Vuelta-Punktewertung wurde 8 km vor dem Ziel von einem Motorrad aus dem Tour-Tross, das mit hohem Tempo ins Feld fuhr, "abgeschossen." Sagan kam zwar ins Ziel, musste aber am Sonntag wegen großflächiger Abschürfungen und Verbrennungen aufgeben. Sein Team Tinkoff prüft rechtliche Schritte gegen den Motorrad-Lenker.

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