© USA TODAY Sports / Peter Casey

Sport
05/15/2019

PGA-Championship: Alle Augen auf Tiger Woods

Vier Wochen nach seinem Masters-Triumph will der US-Star beim zweiten Major nachlegen.

Vier Wochen nach seinem Sensations-Comeback beim Masters sind auch beim zweiten Golf-Major des Jahres 2019 alle Augen auf Tiger Woods gerichtet. Der US-Superstar geht als 15-facher Grand-Slam-Gewinner in die am Donnerstag beginnende 101. PGA Championship in Bethpage auf Long Island in New York. Favorit und Titelverteidiger ist aber US-Landsmann Brooks Koepka.

Die PGA Championship ist jenes Turnier, bei dem ein √Ėsterreicher bisher am n√§chsten dran war am ersten Major-Sieg. 2014 war Bernd Wiesberger in Louisville als Zweiter mit nur einem Schlag R√ľckstand auf Rory McIlroy in die Schlussrunde gegangen, dann aber 15. geworden. Schlaggleich √ľbrigens mit dem damals noch sieglosen Koepka.

Mittlerweile ist der auf der Europa-Tour gro√ü gewordene Koepka auf der US-Tour vom No-Name zum Star avanciert, sorgt regelm√§√üig mit markigen Spr√ľchen und Model-Fotos f√ľr Aufsehen. Und er gilt als Major-Spezialist. Der 29-J√§hrige, dessen Bruder Chase auf der European Tour spielt, hat abseits der Grand Slams zwei Siege auf der PGA-Tour stehen, aber drei der vergangen acht (bei einem fehlte er) Majors gewonnen und war zuletzt beim Masters Zweiter hinter Woods.

Koepka: "Nicht stressen lassen"

Das hat den lange wenig wahrgenommenen Koepka 2018 zum Weltranglisten-Ersten gemacht, derzeit ist er Dritter. Sein Erfolgsgeheimnis: "Nicht stressen lassen, im Moment bleiben. Versuche erst gar nicht es zu gewinnen, sondern lass einfach los und hänge so richtig ab. Dann werden gute Sachen passieren."

Koepka bildet in Bethpage an den ersten beiden Tagen den Top-Flight mit Masters-Sieger Woods und British Open-Gewinner Francesco Molinari und peilt die erste erfolgreiche Titelverteidigung bei der PGA Championship seit Woods 2007 an. Die US Open hat Koepka zuletzt zwei Mal in Folge gewonnen.

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Koepkas Sieg-Kalkulation war typisch f√ľr die forsche Art des 29-J√§hrigen aus Florida. "156 Spieler sind am Start. 80 von ihnen lasse ich hinter mir. Vom Rest spielt die H√§lfte danach nicht gut, also bleiben etwa 35 √ľbrig, die es letztlich zu schlagen gilt. Viele von denen versp√ľren aber riesigen Druck, also bleiben am Ende nur noch wenige √ľber, die man besiegen muss", sagte er. "Wenn du es schaffst, im richtigen Moment in Form zu sein, ist es bei den Majors manchmal am leichtesten, zu gewinnen", strotzte Koepka vor Selbstbewusstsein. "Die H√§lfte der Spieler schie√üt sich aus Nervosit√§t sowieso selbst aus dem Turnier. Ich sehe keinen Grund, nicht noch einmal zu gewinnen."

Selbst Superstar Woods gab sich da vergleichsweise zur√ľckhaltend. Er hat zwar nach Ehe- und Sexskandal, R√ľcken- und Knieoperationen, der turbulenten Beziehung zu Skistar Lindsey Vonn sowie einem aufsehenerregenden Polizeiaufgriff im Medikamentenrausch nun mit seinem ersten Major-Sieg nach fast elf Jahren ein wahres Sportm√§rchen geschrieben, wei√ü aber, dass er mit 43 Jahren nicht mehr der J√ľngste ist. "Ob ich in Zukunft wieder dominieren kann oder nicht, wird man sehen. Ich muss mir die besten M√∂glichkeiten geben, brauche also auch l√§ngere Pausen", gestand der Sport-Milliard√§r.

Ein entspannter Tiger

Das hat er auch nach dem Masters-Triumph getan und seitdem kein Turnier gespielt. Auf dem langen "Black Course" von Bethpage, einem √∂ffentlichen Platz, hat er 2002 die US Open gewonnen und f√ľhlt sich nun wieder bereit. 17 Jahre sp√§ter k√∂nnte es also mit einem 16. Major-Titel, dem f√ľnften bei der PGA Championship, klappen, obwohl Woods sich schon in seinem f√ľnften Lebensjahrzehnt befindet. "Aber ich bin ausgeruht und bereit", versicherte er. "Tiger ist entspannt und frisch", erg√§nzte Caddie Joe LaCava.

Noch ein Jahrzehnt weiter ist John Daly. Das 53-j√§hrige Enfant terrible des Golfsports hat wegen Arthritis-Problemen im rechten Knie unter Berufung auf die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung (Americans with Disabilities Act) zugestanden bekommen, wegen des h√ľgeligen Terrains mit einem Golf-Kart teilnehmen zu k√∂nnen. Das ist bei einem Major erstmals seit zw√∂lf Jahren der Fall. Nach Dauer-Regen haben die Veranstalter aber Sorge, dass das Gef√§hrt Sch√§den am Platz erzeugen k√∂nnte.

Auch manche Berufskollegen Dalys r√ľmpften die Nase. "Zu Gehen ist integraler Bestandteil davon, Profigolfer zu sein", monierte etwa der sechsfache Major-Sieger Nick Faldo. Auch Woods zeigte sich wenig begeistert. "Ich bin auch schon einmal mit einem gebrochenem Bein gegangen ...." verwies er auf seinen Sieg bei den US Open 2008 trotz Knieschmerzen und doppelter Stressfraktur im Schienbein. Es war sein 14. und bis vergangenen April letzter Major-Sieg gewesen.

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