Sport 05.12.2011

Pechstein stellte Weltverband Ultimatum

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein stellt dem Eislauf-Weltverband ein Ultimatum.

Die Deutsche will den Verband damit zu einer Reaktion auf ihre Selbstanzeige wegen anhaltend hoher Blutwerte zwingen. In einem Schreiben ihres Anwalts teilte sie mit, dass sie dem Weltverband eine Frist bis 1. Dezember 2011 setzt und sonst vor den Internationalen Sportgerichtshof zieht.

"Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die ISU muss nun endgültig Farbe bekennen. Ansonsten bringe ich den Sachverhalt erneut vor den CAS", erklärte die 39-jährige Berlinerin. Pechstein stellt die ISU nun vor zwei Alternativen: Entweder ein neues Verfahren gegen sie zu eröffnen oder auf das Verfahren zu verzichten und zu erklären, warum die ISU nach den abnormalen Retikulozyten-Werten der WM in Inzell nicht von Doping ausgeht.

Seit dem 8. Februar 2011 ist ihre zweijährige Sperre wegen erhöhter Retikulozytenwerte abgelaufen. Danach erkämpfte Pechstein im März in Inzell zwei WM-Bronzemedaillen und wies dabei bei ISU-Tests erneut extrem hohe Blutwerte auf. Experten haben ihre eine Blutanomalie als Ursache bescheinigt.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte nach dem Fall Pechstein ihren Code geändert und festgelegt, dass kein Athlet durch indirekten Beweis - nur auf Grundlage eines überhöhten Wertes - bestraft werden dürfe. Pechstein hatte gegen die Entscheidung der ISU und die Bestätigung durch den CAS alle juristischen Mittel ausgeschöpft und war in allen Instanzen gescheitert.

Erstellt am 05.12.2011