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Sport
08/02/2012

Österreichs Leichtathleten geben nicht auf

Semifinal-Teilnahmen für Beate Schrott über 100 m Hürden sowie Andreas Vojta im 1.500-m-Lauf sind die erklärten Ziele des ÖLV für die olympischen Leichtathletik-Bewerbe in London.

Ein Top-20-Rang wird auch von Gerhard Mayer im Diskuswurf erwartet.

Für alle sieben rot-weiß-roten Teilnehmer gilt: "Durchkommen. Jeder muss sich hundertprozentig anstrengen. Aufgeben gibt es bei Olympia nur bei Verletzung oder schwerwiegenden Geschichten", gab ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber als Parole aus. Mit sieben Qualifizierten habe Österreich gegenüber Athen 2004 (6) und Peking 2008 (3) einen großen Schritt nach vorne gemacht, meinte Gruber.

"Es zeigt, dass junge Athleten nachkommen, bis Rio 2016 werden es noch ein paar sein. Wie etwa Lukas Weißhaidinger. In London stehen Vojta, Dadic und Schrott stellvertretend für die jungen Aufstrebenden und den Aufschwung aufgrund der Nachwuchsarbeit." Die beste ÖLV-Platzierung 2008 war Platz 18 durch Mayer im Diskuswurf, die letzte von bisher sieben Medaillen errang 2000 in Sydney Stephanie Graf mit Silber über 800 Meter.

Als größte Überraschung bezeichnete Gruber die Qualifikation der erst 18-jährigen Siebenkämpferin Ivona Dadic, die in Götzis mit 5.959 Punkten neuen österreichischen Rekord aufgestellt hat. "Sie kann unbelastet in den Wettkampf gehen. Von den Jugendspielen in Singapur hat sie bereits die Erfahrung eines Olympiafinales. Einen Wettkampf dieser Größenordnung hat sie bereits miterlebt. Im Athletendorf bewegt sie sich selbstsicher. Sie kennt das und ist für ihr junges Alter abgebrüht", stellte Gruber zufrieden fest.

Die bei der Junioren-WM in Barcelona aufgetretene Oberschenkelverhärtung ist voll ausgestanden. "Es war wichtig, dass sie den Siebenkampf abbrach und keine Startverpflichtung bei den Staatsmeisterschaften in Klagenfurt hatte", meinte der Sportdirektor.

Ihre Leistungsstärke ausspielen sollen Vojta und Schrott. Sie haben sich selbst das Halbfinale zum Ziel gesetzt, unabhängig davon, wie viele Vorläufe es geben und wie exakt der Aufstiegsmodus sein wird. "Diesen Anspruch müssen sie haben. Das ist für beide realistisch zu erreichen."

Schrott hat nach Ende des Studienjahres einen freien Kopf bekommen und schnelle Zeiten auf die Bahn gelegt. Zuvor glänzte sie schon als EM-Vierte in Helsinki. "Sie war trotz Regens, kühlen Temperaturen und Kälte zweimal unter 13 Sekunden. Der Sprung in Luzern auf 12,82 war für mich keine große Überraschung, dieses Potenzial zeigte sie eindeutig schon in Helsinki."

Auch Vojta schrammte in Helsinki nur knapp an einer Medaille vorbei, ein Sturz im Finale ließ die dagewesene Medaillenchance ungenützt vorbeigehen. Gruber sieht das abgehakt. "Andi ist ein unglaublich unbeschwerter und cooler Athlet. Helsinki wurmt ihn sicher fürchterlich, aber es hat keinen Einfluss auf die nächsten, großen Rennen. Das hat er im Kopf weggesteckt. Er hatte einen sensationellen Vorlauf, blöd wäre es gewesen, wenn er im Vorlauf gestürzt wäre. Er kam nicht mit einem Nuller heim, sondern mit guter Form."

Unterschiedlich sind die Vorzeichen bei den beiden Athleten von Trainer Gregor Högler. Mayer erreichte in Helsinki den achten Platz, sein erster Versuch im Starkregen ging auf 62,85 m. Damit überraschte er auch die Konkurrenz, die sich bei den Bedingungen schwertat. "In Helsinki und 2009 bei der WM in Berlin hat er die Gunst der Stunde genutzt. Er hat gezeigt, dass er bei Großwettkämpfen seine Leistung abrufen kann", meinte Gruber. "Wenn er in London 63,5 hinbringt, dürfte er im 12er-Finale mit dabei sein."

Speerwerferin Eberl hat eine lange Verletzungspause hinter sich. Die Trainingswerte sind gut, doch fehlt die Wettkampf-Routine. Gruber traut der Steirerin dennoch zu, dass sie ihre Saisonbestleistung von 55,80 m toppen und in Richtung 60 m werfen wird.

Marathonläuferin Andrea Mayr hatte am Donnerstag Streckenbesichtigung für ihr Rennen am Sonntag. Ein besonderes Merkmal des Kurses fällt schon vorher auf. "Der Kurs ist nicht schlecht, schnell, aber relativ winkelig. Kein Punkt-zu-Punkt-Kurs wie in Athen, sondern immer wieder Kurven, Kurven, Kurven. Da muss man sich mit Rhythmuswechsel vertraut machen", so Gruber. Wie Mayr hat auch Günther Weidlinger in St. Moritz ein Höhentrainingslager absolviert, beide meldeten gute Bedingungen und gute Form.

"Ich hoffe, dass es für die Marathons nicht zu warm wird, unsere Athleten mögen es lieber kühler. Zu den Erwartungen kann man noch nichts sagen, zuerst müssen wir mal sehen, welche Taktik sie wählen werden", erklärte Gruber. Weidlinger kann das Ansehen des Frauenrennen am Fernseher Aufschlüsse bringen.

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